Übernahme

Tele-Columbus-Kauf: Kabel Deutschland macht Zugeständnisse

Kartellamts-Bedenken sollen durch Teil-Netz-Verkauf beseitigt werden
Von mit Material von dpa
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Mit Zugeständ­nissen an das Bundes­kartellamt will der Kabel­netzbetreiber Kabel Deutschland die geplante Übernahme von Tele Columbus durchsetzen. Unter anderem sagte der größte deutsche Kabelnetz­betreiber den Wett­bewerbs­hütern den Verkauf von Teilen der Netze zu.

Zahl der angeschlossenen Haushalte soll verringert werden

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Kabel Deutschland macht Zugeständnisse
Dies betreffe die Tele Columbus-Netze mit den dazugehörigen Verträgen in Berlin, Dresden und Cottbus mit insgesamt 430 000 angeschlossenen Haushalten, teilte Kabel Deutschland heute in München mit. Dadurch würde sich die Transaktion von den ursprünglich geplanten rund 2,1 Millionen angeschlossenen Haushalten um rund ein Fünftel verringern.

Kabel Deutschland hatte die Übernahme von Tele Columbus im Mai vergangenen Jahres angekündigt und will mit dem Zukauf den Rivalen Unitymedia Kabel BW in dessen Verbreitungs­gebiet angreifen. Der Kaufpreis für Tele Columbus sollte bei gut 600 Millionen Euro liegen.

Das Bundes­kartellamt hatte allerdings Bedenken gegen die Übernahme angemeldet. "Kabel Deutschland teilt die wettbewerbsrechtlichen Bedenken des Bundes­kartellamts nicht, hat sich aber entschlossen, zu deren Überwindung die Veräußerung bestimmter Netze von Tele Columbus anzubieten", erklärte das Unternehmen. Tele Columbus versorgt rund 1,7 Millionen Kunden mit Kabelanschluss. Das Unternehmen ist überwiegend in Berlin und den neuen Bundesländern vertreten.

01051 Telecom fordert Call by Call bei Kabel Deutschland

Der Call-by-Call-Anbieter 01051 Telecom will Kabel Deutschland im Zuge der Übernahme von Tele Columbus dazu verpflichten, seinen Kunden künftig auch Call by Call zu ermöglichen. "Durch die Fusion würden verschiedene Telekom­munikations­märkte, u.a. auch der Markt für Sprach­telefonie und der Markt für die Betreiberauswahl und auch der Nutzen für die Endkunden massiv negativ beeinträchtigt. Daher ist die Fusion zu untersagen, hilfsweise eine Auflage zu erteilen, wonach dem fusionierten Unternehmen die Betreiber­auswahl bei seinen Endkunden­anschlüssen auferlegt wird", heißt es in einem Schreiben der 01051-Anwälte an das Bundeskartellamt (teltarif.de berichtete).

Auch der Verbraucher­zentrale Bundesverband (vzbv) und der Branchenverband VATM unterstützen die Forderung nach einer Implementierung von Call by Call bei Kabel Deutschland. Die Realisierung im Kabel solle zu denselben Grundsätzen und technischen Modalitäten (Call by Call am All-IP-Anschluss) erfolgen, wie sie auch für die Deutsche Telekom gelten, fordert 01051 Telecom.

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