Zusammenschluss

Tele-Columbus-Übernahme durch KDG: Kartellamt hat Bedenken

Kabel Deutschland will Bundeskartellamt einen Vorschlag unterbreiten
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Kartellamt äußert BedenkenKartellamt äußert Bedenken Das Bundeskartellamt hat bezüglich der Übernahme des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus durch Kabel Deutschland Bedenken geäußert. Allerdings handle es sich laut Kabel Deutschland dabei um einen üblichen Schritt im Verfahren, der im Rahmen der Kontrolle bezüglich des Fusions-Vorhabens stattfindet. Kabel Deutschland will nun die Bedenken des Kartellamtes analysieren und entsprechend dazu Stellung nehmen. Außerdem will der Kabel-Anbieter prüfen, welche Maßnahmen durchgeführt werden müssen, um die Bedenken auszuräumen. Dementsprechend wird Kabel Deutschland dem Bundeskartellamt einen Vorschlag präsentierten.

Kabel Deutschland sieht viele Vorteile in der Übernahme

Kabel Deutschland sieht dem Zusammenschluss mit Tele Columbus positiv entgegen, da die Übernahme in den Augen des Anbieters Vorteile für den Wettbewerb und die Kunden mit sich bringt. So könnten immerhin rund 880 000 Haushalte im Osten von Deutschland, sowie in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Hessen auf die schnellen Internet-Anschlüsse über das TV-Kabel von Kabel Deutschland zurückgreifen. Dadurch wäre gerade für die Verbraucher und die Wohnungsgesellschaften eine größere Auswahlmöglichkeit an Kabelnetzbetreibern gegeben, was wiederum den Wettbewerb steigern würde, heißt es in einer Mitteilung von Kabel Deutschland. Der Kaufpreis für Tele Columbus liegt bei etwa 600 Millionen Euro und die Anzahl der versorgten Kunden beträgt 1,7 Millionen.

Unitymedia Kabel BW bekommt Konkurrenz

Gerade in Nordreihen-Westfalen und Hessen würde Kabel Deutschland mit dem großen Anbieter Unitymedia in den Wettbewerb treten. Bisher sind sich Kabel Deutschland und Unitymedia nicht ins Gehege gekommen. Unitymedia hat bereits solch einen Zusammenschluss mit Liberty Global hinter sich. Dabei handelt es sich um den Kabel-Internet-Anbieter Kabel BW, der in Baden-Württemberg Haushalte mit der DSL-Alternative versorgt. Somit ist auch die jetzige Marke Unitymedia Kabel BW entstanden, dennoch werden weiterhin unter den einzelnen Markennamen die Kabel-Tarife und Kabelanschlüsse angeboten. Mehr zum Zusammenschluss von Unitymedia und Kabel BW können Sie in unserem ausführlichen Artikel lesen.

Bedenken des Bundeskartellamtes

Anders als in der Übernahme von Kabel BW durch Liberty Global, haben die Ermittlungen des Amtes ergeben, dass sich die Kabelnetze von Tele Columbus häufig mit den Netzen der anderen Wettbewerber überschneiden - insbesondere Kabel Deutschland. Demnach würde in den Augen des Kartellamtes ein Zusammenschluss der beiden Kabelnetzbetreiber dazu führen, dass dieser Wettbewerb entfallen würde. Bisher habe die "Analyse der Unternehmensdaten und der Geschäftspläne" aber bislang ergeben, "dass etwaige positive Effekte des Zusammenschlusses die negativen wettbewerblichen Auswirkungen kompensieren würden. Gleiches gilt für etwaige Verbesserungen im Angebot von Telefonie und Internetzugang über das Kabelnetz", wie sich das Amt äußert.

Zudem heißt es in der Mitteilung des Bundeskartellamtes, das weitere "wettbewerbliche Bedenken bestehen zudem auf dem Einspeisemarkt, d.h. im Verhältnis der Kabelnetzbetreiber zu den TV-Sendern, aufgrund des Reichweitenzuwachses für KDG infolge des Zukaufs sowie – in geringem Umfang – auf dem Signallieferungsmarkt (Bereitstellung des TV-Signals durch sog. Netzebene 3-Netzbetreiber an Netzebene 4-Betreiber." Die Frist für die abschließende Entscheidung soll am 16. Januar 2013 enden.

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