Dritte Programme

Nach Kabel-Abschaltung: So empfangen Sie alle Lokalfenster

Lokale Informationen nur noch eingeschränkt bei Kabel Deutschland
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Alle Lokalstudios auf dem Wohnzimmerfernseher gibt es bei Kabel Deutschland nicht mehr (Symbolbild)Alle Lokalstudios auf dem Wohnzimmerfernseher gibt es bei Kabel Deutschland nicht mehr (Symbolbild) Kabel Deutschland hat heute zahlreiche Lokalfenster der Dritten Programme der ARD aus dem Kabelnetz entfernt. Hintergrund dieser Maßnahme ist ein Streit zwischen dem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland und den öffentlich-rechtlichen Sendern über einen finanziellen Ausgleich für die Einspeisung der Sender. Die Folge: Zwar sind die jeweiligen regionalen Sender mit ihrem Lokalfenster noch zu sehen, wer jedoch Informationen aus seiner Heimat sehen möchte, bekommt diese am neuen Wohnsitz nur noch mit Glück zu sehen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Lokalfenster trotz der Abschaltung sehen können.

Bekannteste Alternative, die kostenlos und sofort möglich ist, sofern es einen breitbandigen Internetanschluss vorhanden gibt, der Streamingdienst Zattoo. Zattoo überträgt nahezu alle regionalen Varianten der dritten Sender und der Nutzer kann in ganz Deutschland auswählen, welche Variante des NDR, RBB oder WDR er sehen möchte. So kann auch ein ehemaliger Schleswig-Holsteiner in München das schleswig-holsteinische Regionalfenster sehen. Zattoo ist kostenlos und bedarf einer einmaligen Anmeldung auf der Internetseite des Dienstes. Vor dem Aktivieren eines Streams sieht der Zuschauer dann einen kurzen Werbespot, über den sich Zattoo finanziert. Wem die Bildqualität der kostenlosen Variante zu schlecht ist, der kann sich bessere Bildqualität erkaufen.

Zattoo hat gegenüber dem normalen Fernseher mit Kabelanschluss sogar einen Vorteil: Es lässt sich mobil in der Wohnung einsetzen. Das gilt nicht nur für den transportablen Laptop, sondern auch für die Möglichkeit, Zattoo über Apps auf Tablet und Smartphone zu nutzen.

Beiträge auch über Mediatheken abrufbar

Eine weitere Alternative, die Sendungen der Lokalstudios bundes- und sogar weltweit zu sehen, sind die Mediatheken der Sender. Hier ist die Handhabung jedoch von Sender zu Sender unterschiedlich. Oft werden sowohl die ganzen Sendungen, die in der Regel eine halbe Stunde dauern, aber auch einzelne Beiträge online gestellt. Das erfolgt in der Regel binnen weniger Stunden nach der Sendung. Der Abruf ist kostenlos und ohne jegliche Anmeldung möglich.

Etwas langwieriger sind die Alternativen, bei denen der Fernseh-Zuschauer künftig ganz auf das Fernsehsignal von Kabel Deutschland verzichtet. Zum einen ist dieses durch den Wechsel auf Satelliten-Empfang möglich. Über Astra strahlen die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Programme und sämtliche Lokalfenster aus. Dabei werden viele Dritte Programme sogar schon in HD ausgestrahlt. Lediglich bei den Lokalstudios wird aus technischen Gründen auch im HD-Signal auf das Standard-Format umgeschaltet, was jedoch automatisch und für den Zuschauer nahezu unbemerkt geschieht. Der Empfang per Satellit ist, abgesehen von den einmaligen Kosten für Satellitenschüssel, Receiver und Kabel, kostenlos.

IPTV der Telekom bringt alle Lokalstudios nach Hause

Sollte der Wechsel zum Satelliten-Empfang nicht möglich sein, so kann der Fernsehzuschauer auch per IPTV die Programme beziehen. Über Entertain der Telekom sind ebenfalls alle Regionalstudios an allen Orten zu empfangen. Dazu ist jedoch ein Wechsel des Telefon- und Internetanschlusses zur Telekom samt der Buchung von Entertain notwendig. Die Kosten dafür liegen bei mindestens 44,95 Euro bzw. 39,95 Euro pro Monat in den ersten 24 Monaten. Gegen Aufpreis sind bei entsprechender Verfügbarkeit auch VDSL-Anschlüsse möglich.

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