Interview

Kabel-Deutschland-Chef: "Der Boom kommt erst noch"

Adrian von Hammerstein im Wiwo-Interview optimistisch
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Adrian von HammersteinAdrian von Hammerstein Kabel Deutschland sieht sich selbst im Kampf um Kunden auf dem deutschen Breitbandmarkt gut aufgestellt. "Die richtig guten Zeiten kommen erst noch", sagte Adrian von Hammerstein, Vorstandsvorsitzender des Kabelnetzbetreibers, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche (Wiwo). Das Interview erscheint in der Ausgabe vom kommenden Montag. Einem Glasfaser- oder VDSL-Angriff der Telekom sieht er damit gelassen entgegen, allerdings sieht er Nachteile für Mieter, wenn Wohnungsbausgesellschaften sich für die Telekom als Kabelnetzanbieter entscheiden.

Bei der Vermarktung von Breitbandanschlüssen per Kabel befindet sich Kabel Deutschland nach Einschätzung von Hammersteins noch immer in einer rasanten Aufholjagd. Erst vor fünf Jahren sei man wirklich in dieses Geschäft eingestiegen und im Vergleich mit anderen Ländern gebe es noch einen großen Nachholbedarf bei der Vermarktung.

"Mit Glasfaser können wir gut mithalten", sagte er. Physikalisch maximal möglich seien 5 GBit/s über ein Koaxialkabel. Aktuell könnten mit Docsis 3.0 schon 400 MBit/s in die Haushalte geschickt werden, vermarktet würden jedoch derzeit nur 100 MBit/s. Unitymedia vermarktet sogar bis zu 150 MBit/s. Damit sieht sich der Kabel-Deutschland-Chef "bestens positioniert". Den Aufbau eines neuen Monopols dementierte er. Die Telekom habe einen Marktanteil von 45 Prozent, da seien die Kabelnetzbetreiber "ein kleines Pflänzchen".

"Wir bringen zum ersten mal Infrastrukturwettbewerb in diesen [...] Markt." Die Kunden würden davon erheblich profitieren. Entsprechend warnt er Wohnungsbaugesellschaften, mit der Kabelvorleistung zur Telekom zu wechseln. "Wechsel ein Wohnungsunternehmen zur Telekom, gibt es in den betreffenden Objekten eben keinen Infrastrukturwettbewerb mehr." Das könne nicht im Interesse der Mieter sein. Allerdings sieht er den Wiedereinstieg der Telekom in den Kabelmarkt als Kompliment an.

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