Zwischenbilanz

Kabel BW sieht sich bei Video on Demand gut aufgestellt

"Wir sind das 'Und-Zeichen' zwischen linearem und interaktivem Inhalt"
Aus Köln berichtet
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Kabel BW sieht sich bei Video on Demand gut aufgestelltKabel BW und Video on Demand Video on Demand ist eine der Anwendungen, die sich über das TV-Kabelnetz realisieren lässt. Die drei - künftig nur noch zwei - großen Anbieter Kabel Deutschland (KDG), Unitymedia und Kabel BW (gehört nun zu Unitymedia) haben entsprechende Produkte, die die abgerufenen Videos direkt auf dem Fernseher darstellen. Im Rahmen der Euroforum-Jahrestagung zum Thema Kabelnetze zog Marco Hellberg, Projektleiter Video on Demand bei Kabel BW, eine Zwischenbilanz des Projektes.

Vor etwas mehr als 13 Monaten startete der Anbieter den Dienst mit damals 300 000 Set-Top-Boxen, die diesen Service unterstützen. In dieser Zeit sei das Angebot kontinuierlich verbessert worden. Dabei ging es Hellberg weniger um den Dienst an sich, als darum, den Nutzer mit diesem bekannt zu machen. Dazu hat Kabel BW sogar einen eigenen Kanal gestartet, der den Kunden mit nur einem Knopfdruck an den Dienst heranführen soll. Man wolle den Kunden signalisieren, dass er sich nur für ein Produkt entscheiden müsse - um den Rest kümmere sich der Anbieter.

Dass ein Kabelnetzbetreiber Premium-Content gegen zusätzliches Entgelt anbietet, ist aus Sicht von Hellberg mehr als einleuchtend. "Wir sind das 'Und-Zeichen' zwischen linearem und interaktivem Content", so Hellberg. Schließlich betreibe ein Kabelnetzbetreiber gleichermaßen das Transportnetz (lineares, klassisches Fernsehen) als auch den On-Demand-Content (interaktive Anwendungen). So könne man Nutzern, die ein Problem haben, auch entsprechende Entgelte wieder gutschreiben. Nutze der Kunde einen Drittanbieter, der lediglich über einen normalen Internetanschluss überträgt, sei der Kunde Spielball zwischen dem Internet-Anbieter und dem Content-Anbieter, habe er ein Problem.

Zufriedenstellende Nutzungszahlen

Kabel BW ist mit den aktuellen Nutzungszahlen zufrieden. 20 000 Kunden würden den Dienst regelmäßig nutzen. Das interessante dabei: Während Deutschland einer der zurückhaltendsten Pay-TV-Märkte ist und Sky-Chef Brian Sullivan ihn als Markt mit astronomischen Wachstumsmöglichkeiten bezeichnet, sind die Nutzungszahlen von Video on Demand mit anderen europäischen Ländern vergleichbar.

"Bei uns werden die Inhalte nach vorne gestellt", so Hellberg. Dem Kunden soll es künftig noch mehr egal sein, wann und wo er Inhalte konsumieren will. Entsprechend sollen die Inhalte in diesem Jahr auf weitere Endgeräte gebracht werden. Die Herausforderung dabei ist nicht nur die technische, sondern auch eine rechtliche. Gerade wenn es um Fernsehsender geht, sei es ganz entscheidend, auf welchem Endgerät das Signal landet und auf welchem Weg - also Mobilfunk oder WLAN - das Bild zum Handy oder Tablet transportiert wird.

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