Gesetz zu Internetsperren: Justizministerin wünscht sich was
09.01.2010 16:08
"Respekt" vor Bundespräsident: Hoffnung auf Stopp soll keine Empfehlung sein
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hofft
auf einen Stopp des Gesetzes für
Internet-Sperren gegen Kinderpornographie durch den Bundespräsidenten.
"Wenn das Gesetz nicht in Kraft tritt, machen wir genau eines: Dann
sorgen wir dafür, dass diese Inhalte gelöscht werden", sagte sie dem
Nachrichtenmagazin Spiegel.
"Das ist allemal effektiver, als zu
versuchen, sie durch leicht umgehbare Sperren nur zu verstecken."
Allerdings gebiete der Respekt vor den Kompetenzen des
Bundespräsidenten, sich mit Empfehlungen zurückzuhalten.
Bundespräsident Horst Köhler hat das Gesetz für Internet-Sperren
gegen Kinderpornografie noch nicht unterzeichnet. Er bat zunächst die
Bundesregierung um "ergänzende Informationen" zu dem Gesetz, das nach
Meinung von Experten möglicherweise verfassungswidrig ist. FDP, Linke
und Grüne wollen das Gesetz, das auf eine Initiative der damaligen
CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen zurückgeht, nun ganz
kippen.