Positionierung

Trittin fordert Kultur-Flatrate für das Internet

Pauschale soll beispielsweise Filesharing abdecken
Von mit Material von dapd
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Jürgen TrittinJürgen Trittin Der Fraktionschef der Grünen im Deutschen Bundestag, Jürgen Trittin, hat erneut eine Kultur-Flatrate für die unbeschränkte Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke im Internet vorgeschlagen. "Eine Kultur-Flatrate wäre angemessen", sagte Trittin der WirtschaftsWoche. "Jeder zahlt einmal eine Gebühr und darf so viel runterladen, wie er will." Das werde schon im Kleinen bei Internet-Plattformen praktiziert. Da seien gesetzliche Regelungen nötig.

Am Urheberrecht für Kreative hält Trittin fest. "Ich möchte, dass Menschen, die gute Songs schreiben oder dichten und Bücher schreiben, von ihrer Arbeit leben können. Die Flatrate wäre ein Weg zum gerechten Lohn", sagte Trittin. Der Kreative, nicht aber der Rechteinhaber, habe "ein Recht auf anständige Entlohnung".

Forderung nicht neu und nicht unumstritten

Eine derartige pauschale Abgabe ist jedoch nicht umunstritten. Sie würde bedeuten, dass jeder Internetnutzer eine Abgabe leisten muss, egal ob und in welchem Rahmen er die Angebote nutzt. Zudem würde eine solche lizenzierte Filesharing-Flatrate die Geschäftsmodelle zahlreicher Firmen kaputt machen. Es darf als unwahrscheinlich gelten, dass Nutzer freiwillig pro Song bei einer MP3-Download-Plattform zahlen, wenn sie bereits eine Kultabgabe für den Download der Songs zahlen. Auch dürften die Beträge, die am Ende bei den Künstlern und Autoren ankommen, vergleichweise gering sein. Das ist auch einer der Kritikpunkte an den Musik-Flatrates von spotify, simfy und Co. und einer der Gründe, warum Bands wie Die Toten Hosen bis heute nicht über diese Seiten hörbar sind.

Die Idee einer solchen Kultur-Flatrate ist nicht neu. Schon im Wahlkampf zur Bundestagswahl im September 2009 hatten sich die Grünen mit einer Forderung für eine solche Pauschale positioniert. Angedacht war damals eine Pauschale, aber nach Bandbreite gestaffelte Abgabe pro Internetanschluss. Schon damals zielte man auf die entkriminalisierung der Tauschbörsennutzer ab und wollte mehr Geld für die Künstler erwirtschaften. Mehr zu den Plänen - auch denen anderer Parteien - hatte teltarif.de damals zusammengefasst.

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