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Joyn: Telekom will Kunden WhatsApp-Messenger ausreden

Schulungs-Grafik soll vermeintliche Joyn-Vorteile herausstreichen
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Joyn: Telekom will Kunden Whatsapp-Messenger ausredenJoyn: Telekom will Kunden
WhatsApp-Messenger ausreden
Nach dem ersten Wirbel um die Preise zum WhatsApp-Konkurrenten Joyn bei der Telekom greift der Netzbetreiber den Gratis-Konkurrenten direkt an: Eine Schulungs-Grafik auf dem Telekom-Server soll die vermeintlichen Vorzüge von Joyn gegenüber dem WhatsApp-Messenger herausstreichen - entspricht dabei aber nicht ganz der Wahrheit.

Bei der momentan wohl ausschließlich zur Schulung von Telekom-Mitarbeitern verwendeten Grafik ist es nicht zweifelsfrei geklärt, ob sie das Gesicht der Öffentlichkeit überhaupt jemals erblicken sollte. Aufgebaut ist sie in zwei Spalten. Auf der linken Seite werden die Schritte dargestellt, die für den Download und die Ersteinrichtung von WhatsApp notwendig sind, auf der rechten Seite dazu die vermeintlich bequemere Nutzung von Joyn im Vergleich.

Die Grafik sollte wohl zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt zum Einsatz kommen, zu dem bereits alle Smartphones mit vorinstalliertem Joyn-Client ausgeliefert werden. Denn bis zu diesem Zeitpunkt ist genau das notwendig, was die Telekom in der linken Spalte dem WhatsApp-Konkurrenten ankreidet. Solange Joyn nicht vorinstalliert ist, muss jeder Interessent sich die App herunterladen und installieren - in einem ersten Test haben wir das bereits am Beispiel der in der Entwicklung befindlichen Joyn-App von Vodafone gezeigt.

Sind Nachfragen zum Datenschutz wirklich nachteilig?

Wenn man die Grafik der Telekom auf sich wirken lässt, muss man den Eindruck gewinnen, dass Bequemlichkeit und Einfachheit hinter allen anderen Kriterien zurückstehen müssen. Die Telekom kreidet dem WhatsApp-Messenger an, dass er die Telefonnummer des mobilen Geräts identifiziert und vor dem Auslesen des Adressbuches um Erlaubnis fragt. Ob es wirklich ein Vorteil des Joyn-Messengers ist, dass er dies alles automatisch und ohne Nachfrage erledigt ("Kunde muss nicht tätig werden"), mag aus datenschutzrechtlichen Gründen dahingestellt bleiben.

Dass man die App von WhatsApp tatsächlich starten muss, mag vielleicht einen Fingertipp erfordern. Gleichzeitig stellt sich aber die Frage, ob man den Joyn-Messenger überhaupt beenden kann oder ob er als (ressourcenfressender?) Systemdienst ständig im Hintergrund mitläuft.

Interessant zu wissen wäre auch, ob die Telekom bei der Funktion "Bilder und Videos während eines Gesprächs teilen" immer darauf hinweist, dass durch Dateiversand oder das Hinzuschalten der Joyn-Kamera in einigen Telekom-Mobilfunkverträgen zusätzliche Kosten entstehen können.

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