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Joyn im Telekom-Netz mit Anlaufschwierigkeiten

Vertrag muss im Zweifelsfall für Joyn freigeschaltet werden
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Vodafone startete Joyn bereits Ende August zur Berliner IFA. Die Deutsche Telekom folgte Anfang März anlässlich der CeBIT als zweiter deutscher Mobilfunk-Netzbetreiber. Stellten die beiden Unternehmen zunächst Apps für Smartphones mit Android bereit, so sind bei beiden Netzbetreibern inzwischen auch Anwendungen erhältlich, mit denen sich Joyn auf dem Apple iPhone nutzen lässt.

Wir haben in den vergangenen Wochen zahlreiche Tests mit Joyn im Netz der Deutschen Telekom unternommen. Konnten wir den Service im Spätsommer vergangenen Jahres im Vodafone-Netz auch mit einer SIM-Karte von 1&1 nutzen, so versagen Provider-Karten im Telekom-Netz derzeit die Joyn-Nutzung. Aber auch mit einer Karte direkt vom Netzbetreiber klappt es nicht immer auf Anhieb. Die Joyn-App konnte zwar installiert werden, die Liste der Joyn-Kontakte blieb aber leer. Der Versuch, einen Chat-Partner aus dem Adressbuch des Smartphones auszuwählen, wurde mit der Meldung, der Status des Gesprächspartners könne nicht abgerufen werden, quittiert. Wurde die erste Verbindung über WLAN anstelle des Mobilfunknetzes vorgenommen, so wurde zusätzlich eine Fehlermeldung angezeigt, nach der der Ersteinrichtung nicht über WLAN vorgenommen werden könne.

Joyn muss erst über Kundenbetreuung aktiviert werden

Chat per JoynChat per Joyn Des Rätsels Lösung der nicht funktionierenden Joyn-App brachte ein Update der Android-Anwendung, das die Telekom in dieser Woche veröffentlicht hat. Nach Installation dieser neuen Version wurden wir dazu aufgefordert, Joyn zuerst von der Kundenbetreuung freischalten zu lassen. Offenbar wird die Aktivierung im Gegensatz zu Vodafone nicht automatisch für alle Kunden vorgenommen. Auch auf der Telekom-Webseite ist zu lesen, einige Kunden müssten den Dienst zuerst über die Hotline freischalten lassen.

Nach der Aktivierung über die Kundenbetreuung installierten wir Joyn neu, denn ohne diese Neuinstallation funktionierte Joyn auch weiterhin nicht. Nach der erneuten Installation startete die Anwendung, innerhalb weniger Sekunden wurden wir bei Joyn begrüßt und nochmal darauf hingewiesen, bis Ende August sei das Tool für alle Telekom-Kunden kostenlos nutzbar. Kurze Zeit später erschien ein Hinweis, nachdem das Adressbuch nach dem ersten Start von Joyn nach weiteren Nutzern des Dienstes durchsucht wird. Wie viele der im Handy gespeicherten Datensätze bereits gescannt wurden, wird dabei angezeigt.

Offenbar ist es später nicht mehr vorgesehen, das Adressbuch erneut zu scannen. Es fehlt auch eine Möglichkeit, diesen Vorgang manuell anzustoßen. So wurde ein neu hinzugekommener Joyn-Nutzer im Test erst angezeigt, als wir diesen manuell angewählt hatten.

Ähnlicher Leistungsumfang wie Whatsapp

Smileys auch bei Joyn verfügbarSmileys auch bei Joyn verfügbar Neben Telekom-Mobilfunkkunden wurden automatisch auch Joyn-Nutzer erkannt, die Vodafone-Kunde sind. Die beiden kleineren deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber o2 und E-Plus bieten Joyn dagegen derzeit noch nicht an. Während o2 angekündigt hat, den Dienst im Sommer auch in seinem Netz freizuschalten, will sich E-Plus vorerst nicht am Projekt beteiligen.

Ähnlich wie bei WhatsApp können bei Joyn untereinander Textmitteilungen und Smileys ausgetauscht werden. Darüber hinaus lassen sich Sprachtelefonate aufbauen und Dateien verschicken und empfangen. Neben Einzel-Chats sind auch Gruppen-Konversationen möglich und auch die netzübergreifende Kommunikation zu Vodafone-Kunden klappt problemlos.

Einstellen lässt sich, ob sich die Joyn-App automatisch am Server anmelden soll. Für Roaming kann der Kunde manuell festlegen, ob Joyn genutzt werden soll oder nicht. Der Nutzer kann die Übermittlung von Lesebestätigungen ein- und ausschalten und konfigurieren, ob eingehende Dateien automatisch angenommen werden sollen oder nicht. Für den Chat kann darüber hinaus ein Alias eingerichtet werden.

Joyn noch keine Alternative zu Whatsapp

Joyn bietet somit einen ähnlichen Leistungsumfang wie WhatsApp. Allerdings ist die Nutzer-Basis derzeit noch deutlich kleiner. Ein Autor dieses Berichts hat beispielsweise rund 120 WhatsApp-Kontakte. Das gleiche Adressbuch listet derzeit aber nur vier Joyn-Nutzer. Ein Grund hierfür dürfte die etwas umständliche Aktivierung über die Kundenbetreuung sein. Aber auch die fehlende Möglichkeit, Joyn im Telekom-Netz mit Provider-SIM-Karten zu nutzen, hält die Anzahl der Nutzer recht klein.

Mit der neuen Version der App, die sich allerdings noch immer in der Beta-Phase befindet, läuft das Tool zumindest sehr stabil. Das war bei der zur CeBIT veröffentlichten ersten Beta-Version noch nicht der Fall.

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