Ausprobiert

Linux für die Wolken: Cloud-Betriebssystem Joli OS im Test

Ohne Internetverbindung sinkt der Nutzwert rapide
Von Falko Benthin
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Joli OS, ehemals Jolicloud, ist in der Version 1.2 erschienen. Die Entwickler des wolkigen Linux-Betriebssystems entschieden sich für den neuen Namen, weil sie sich zukünftig breiter aufstellen wollen. Zukünftig wird Joli OS das auf dem Rechner installierte System sein, als Jolicloud wird der Online-Desktop bezeichnet, der Zugriff auf eine große Anzahl Cloud-Anwendungen bietet. Teltarif.de hat getestet, wie gut sich Joli OS nutzen lässt. Gleich vorneweg lässt sich sagen, dass Joli OS mit aller Macht auf die Cloud setzt, so dass Nutzer, die nicht über eine permanente schnelle Internetverbindung verfügen, an dem System wenig Freude haben werden. (jolios_03)

Apps bei Joli OSApps bei Joli OS Joli OS basiert wie seine Vorgänger auf Ubuntu, was bereits bei der Installation erkennbar ist. Das System ist von CD schnell installiert, so dass anschließend sofort durchgestartet werden kann. Wer eine Installation vom USB-Stick bevorzugt, kann das Image mittels des Jolicloud USB Creators auf einen Stick übertragen. Da die Anwendung nur im 32-Bit-Modus läuft, kann im Fehlerfall auch UNetbootin eingesetzt werden. Das System startet nach der Installation zügig, nach dem Login landen Anwender sofort im Online-Desktop. Wer hier nicht weiterkommt, etwa weil keine Internetverbindung besteht, kann über die Tastenkombination Alt-F2 auf dem System installierte Anwendungen starten. Um den vollen Funktionsumfang von Joli OS nutzen zu können, ist ein kostenloser Jolicloud-Account erforderlich.

Installierte Anwendungen

Wolkige Aussichten: Joli OS im TestWolkige Aussichten: Joli OS im Test Joli OS basiert auf einem Kernel 2.6.35. Standardmäßig werden nur wenige Anwendungen auf Festplatte oder SSD abgeladen. Nach der Installation sind neben dem Betriebssystem die Desktop-Umgebung Gnome 2.30.2, Googles HTML5-fähiger Browser Chrome 10, Flash 10.2, der Videoplayer Totem und der PDF-Betrachter Evince zu finden. Anwender können GDebi, Synaptic oder die Joli OS-Paketverwaltung nutzen, um neue lokale Anwendungen oder Schnellstarter für unterstützte Webanwendungen zu installieren.

Online-Speicher von Dropbox wird unterstütztOnline-Speicher von Dropbox wird unterstützt Der Jolicloud-Personal-Desktop gibt sich übersichtlich, lässt sich leicht bedienen und ist in fünf Bereiche eingeteilt: Die Softwareverwaltung, das Dashboard, von dem sich die installierten Anwendungen starten lassen, einem Aktivitätsbereich für Soziale Netzwerke und Microblogging-Dienste, einem Dateibrowser und der Jolicloud-Konfiguration. Letztere dient der Verwaltung persönlicher Daten, Updates und der Jolicloud-Rechner, die untereinander synchronisiert werden sollen. Etwas dreist ist hier die Annahme, dass jeder Computer recycelt wurde, auf dem Jolicloud läuft.

Lesen Sie auf der zweiten Seite, wie sich Anwendungen installieren lassen und wie unser Fazit ausfällt.

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