Noch vor Amtsantritt

Antrittsbesuch: Neuer BNetzA-Präsident stellt sich TK-Branche vor

Jochen Homann will "gute Zusammenarbeit" fortführen
Aus Hannover berichtet
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CeBIT: Neuer BNetzA-Präsident stellt sich TK-Branche vorCeBIT: Neuer BNetzA-Präsident stellt sich TK-Branche vor Der designierte neue Präsident der Bundes­netz­agentur (BNetzA), Jochen Homann, hat sich heute Abend auf einer Veranstaltung am Rande der CeBIT der versammelten Telekom­munikations­branche vorgestellt. Er habe sich bereits von der "Innovationskraft der Informations- und Kommunikations­branche überzeugt", sagte Homann auf einer Abendveranstaltung des Branchenverbands VATM, in dem sich die Wettbewerber der Deutschen Telekom mehrheitlich organisiert haben. Er freue sich, "die gute Zusammenarbeit der Bundesnetz­agentur mit dem VATM und seinen Mitglieds­unternehmen fortführen zu können", so Homann.

Der 1953 geborene Homann übernimmt am kommenden Montag (12. März) offiziell die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger, Matthias Kurth. Jochen Homann nutzte die VATM-Veranstaltung am Rande der CeBIT dazu, der Branche bereits jetzt einen Antrittsbesuch abzustatten - "übrigens bevor ich mein künftiges Büro zum ersten Mal betrete", betonte der neue BNetzA-Präsident.

Homann: Werde mich in neue Materie einarbeiten

Homann kokettierte damit, dass er aus der Energiepolitik komme und daher mit der TK-Branche noch nicht so vertraut sei. Allerdings habe schon Friedrich der Große gesagt, "dass der Beamte und der Philosoph ihre Stärke aus der Sachfremdheit beziehen". Positiv formuliert, stehe dieser Ausspruch jedoch dafür, dass man in der Lage sei, sich sehr schnell mit neuer Materie vertraut zu machen - wozu auch er gerne bereit sei.

Lob für mobiles Breitband auf dem Land...

Der neue Vorsitzende der deutschen Regulierungsbehörde zeigte sich davon überzeugt, dass "mit der großen Anzahl an Frequenzen, die die Bundesnetzagentur weit vor allen anderen Ländern versteigert hat", das enorme Datenwachstum beim mobilen Internet durchaus aufgefangen werden könne. Homann: "Frequenznutzung in Deutschland war immer vorausschauend und flexibel - und wird das auch in Zukunft bleiben." Die Ausbaugeschwindigkeit beim mobilen Internet sei "durchweg erfreulich", die Verbesserung der Breitbandabdeckung in ländlichen Regionen "kann sich wirklich sehen lassen".

...jedoch Kritik für Mangel an innovativen Anwendungen für High-Speed-Internet

Homann übte jedoch auch Kritik daran, dass es hierzulande noch immer zu wenige Anwendungen für Anschlüsse mit sehr hohen Bandbreiten gebe. Zwar gehe er davon aus, dass diese Anwendungen kämen - allerdings müsse der Wettbewerb hier "seine ganze Stärke entfalten, wenn es um das Angebot attraktiver Inhalte geht". Man dürfe den Markt hierzulande nicht kampflos ausländischen Unternehmen überlassen, sondern müsse sich "mit innovativen Angeboten in den Wettbewerb mit (...) Google und Apple begeben".

Appell an die Branche in punkto schnellem DSL-Umzug

Zuletzt gab Homann der TK-Branche noch die Lösung eines ganz akuten Problems mit auf den Weg: Der immer wieder auftretenden und länger andauernden Unterbrechung bei der Internet-Versorgung, wenn Kunden - etwa mit ihrem DSL-Anschluss - umziehen. Wie berichtet, darf die Umschaltung mit Inkrafttreten des neuen Telekommunikationsgesetzes (TKG) künftig nur noch einen Tag dauern.

Homann will erfolgreiche Politik von Vorgänger Kurth fortführen

Jochen Homann appellierte hier an die versammelten TK-Manager und -Vorstände, "die gesetzlichen Vorgaben in diesem Bereich schnell umzusetzen". Denn die Anbieter müssten "das Vertrauen des Verbrauchers in einen zuverlässigen Wechselprozess und damit in den Wettbewerb" unbedingt stärken. Generell fühle er sich dem Wettbewerb verpflichtet und wolle hier die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers Kurth fortsetzen: "Die Bundesnetzagentur hat sich immer für die Wettbewerbsentwicklung (...) eingesetzt, und der VATM und seine Mitgliedsunternehmen sind ein lebendiges Beispiel dafür, dass sie dabei nicht erfolglos war. Das sind Erfolge, denen ich mich als neuer Präsident der Bundesnetzagentur verpflichtet fühle (..)."

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