Netzausbau

Fernmeldeunion will Bürger in Entwicklungsländern vernetzen

Mehr als zwei Drittel der Menschen in Entwicklungsländern sind offline. Das wollen nicht nur große Internet-Konzerne, sondern auch die Internationale Fernmeldeunion (ITU) ändern.
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Eröffnung der ITU-Konferenz in KoreaEröffnung der ITU-Konferenz in Korea Mobile Breitbahnverbindungen sind aus Sicht des Generalsekretärs der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) wesentlich für uneingeschränkten Internet-Zugang. "Breitband und mobiles Breitband werden der Schlüssel für den Zugang für jedermann in den nächsten Jahrzehnten sein", sagte Hamadoun Touré heute zum Auftakt der 19. Bevollmächtigten-Konferenz der UN-Sonderorganisation in der südkoreanischen Küstenmetropole Pusan. Der scheidende ITU-Chef betonte, dass die Organisation nicht die Regierung des Internets sei und auch nicht sein werde.

Dass zwei Drittel der Menschen in den Entwicklungsländern und 90 Prozent der Bevölkerung in den 48 von den UN der "am wenigsten entwickelten Ländern" beschriebenen Staaten keinen Internetzugang haben, hatte Touré bereits am Vortag als inakzeptabel bezeichnet.

ITU: Mehr Engagement bei Internetpolitik und Standardisierungsfragen?

Zur Konferenz, die bis zum 7. November dauert, werden etwa 3 000 Delegierte erwartet. Zur Diskussion steht auch die Frage, wie stark sich die ITU in der Internetpolitik und bei Standardisierungsfragen engagieren soll. "Keine einzelne Einrichtung sollte das Internet regulieren, keiner kann das Internet allein regulieren", sagte Touré. Zu den anderen Themen gehört unter anderem die Cyber-Sicherheit.

Zum Aufgabenbereich der ITU mit ihren 193 Mitgliedsstaaten gehört, die Qualität der Kommunikationsdienste zu verbessern, technologische Standards zu setzen und Funkfrequenzen zuzuteilen. Auf der Bevollmächtigtenkonferenz werden die strategischen Ziele für die nächsten vier Jahre festgelegt. In Pusan wird auch eine neue ITU-Führung gewählt.

Im April hatte die ITU Zahlen vorgelegt, nach denen 2,3 Milliarden Menschen weltweit einen Breitband-Internetzugang haben. 32 Prozent der Weltbevölkerung sollen Prognosen zufolge bis Ende 2014 einen mobilen Breitbandzugang zur Verfügung haben. 84 Prozent aller Internet-Anschlüsse in den hochentwickelten Ländern sind Breitband-Zugänge, in den Schwellenländern sind es nur 21 Prozent. Besonders die afrikanischen Länder legen laut Statistiken der ITU momentan ein großes Wachstum bei Breitbandzugängen hin.

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