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Experten: iPhone ist gemeinster Freund der Mobilfunker

Strand Consult: iPhone nicht Zugpferd für "mobiles Internet", AppStore nicht neu
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Bereits im vergangenen Jahr gab das dänische Beratungsunternehmen Strand Consult den Spielverderber: Das iPhone sei die Paris Hilton der Handy-Branche. Die Marktbeobachter stellten fest, dass Apple zwar sehr geschickt für sein Handy werbe, die Mobilfunk-Anbieter aber wenig von dem Gerät hätten: Das iPhone sei daher der liebste Feind des Netzbetreibers. Nun hat Strand Consult erneut eine Studie vorgelegt, in der mit den 10 größten Mythen über das kalifornische Kultgerät aufgeräumt wird.

Der dänische Report widerspricht unter anderem der verbreiteten Annahme, nach der das iPhone das weltweite Transfervolumen bei Mobilfunkdaten erheblich erhöht habe bzw. Nutzer überhaupt erst durch das iPhone auf den Geschmack der mobilen Internetnutzung gekommen seien. Tatsächlich habe das iPhone nur einen sehr geringen Anteil am mobilen Breitband-Traffic in den weltweiten Datennetzen. Das leuchtet ein, denn schließlich gibt es jede Menge andere Geräte, die mit HSDPA ausgerüstet sind. Der weltweite Datenverkehr steigt auch ohne das iPhone rasant an.

Das iPhone ist nur ein Handy unter vielen

Doch auch das Erfolgsmodell AppStore wollen die dänischen Analysten nicht also solches ansehen: Apple habe nur einen sehr geringen Anteil am Weltmarkt für mobile Services. "Wir finden, dass dieses Konzept sehr spannend ist und einen dynamischen Markt erzeugen kann. Aber es ist nicht neu und nimmt derzeit nur einen geringen Anteil an den weltweit verkauften mobilen Services ein", heißt es in der Studie. Trotzdem ist derzeit zu beobachten, dass jeder Anbieter, der etwas auf sich hält, für seine Geräte einen AppStore eröffnet, so haben unter anderem Samsung und Blackberry-Hersteller RIM kürzlich erst entsprechende Angebote gestartet.

Ein weiterer Mythos sei, dass Mobilfunkprovider neue Kunden gewinnen und ein gutes Geschäft mit den Umsätzen machen würden. Das sei überhaupt nicht der Fall, denn die Anbieter müssten sehr viel Geld für Marketing- und PR-Aktionen aufwenden, um iPhone-Verträge an den Mann zu bringen. Das treibe die Kosten für die Kundengewinnung in die Höhe.

Bei all den Haaren, die die Strand-Experten sonst noch in der iPhone-Suppe finden - so merken sie an, dass das iPhone nicht das erste Handy mit einem Touchscreen gewesen sei und technologisch keineswegs auf der Höhe der Zeit, was ja völlig richtig ist - geben sie zu, dass das Gerät trotz allem erfolgreich ist. Diesen Erfolg führen die Autoren vor allem darauf zurück, dass Apple kontinuierlich Schritt für Schritt in neue Märkte eintrete und ebenso kontinuierlich mit neuen Versionen vom iPhone 2G über 3G und zum 3GS fortschreite. Dass das iPhone als ein Modell von vielen über den Erfolg oder Misserfolg des Geschäftsmodells eines Netzbetreibers entscheide, wird ohnehin kaum jemand angenommen haben.

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