Push-Mail

Apple schaltet E-Mail-Push am iPhone für weitere Dienste ab

Nach iCloud nun auch E-Mail-Postfächer externer Provider betroffen
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Im Februar musste Apple die E-Mail-Push-Funktion für seinen eigenen iCloud-Dienst in Deutschland abschalten. Grund ist eine Patentklage des inzwischen zu Google gehörenden Konkurrenten Motorola. Seinerzeit erklärte Apple, das Unternehmen halte das Patent von Motorola für ungültig und werde gegen das vom Mitbewerber erwirkte Urteil Berufung einlegen.

Seitdem war es ein halbes Jahr lang ruhig um dieses Thema. Wie das Onlineportal iPhone-Ticker berichtet, hat sich vor einigen Tagen jedoch eine Änderung ergeben. Seitdem können nicht etwa die iCloud-E-Mails am iPhone, iPad und iPod touch wieder im Push-Verfahren empfangen werden. Stattdessen schaltete Apple den Push-Service für weitere E-Mail-Dienste ab.

Wie der Hersteller von iPhone, iPad und iPod touch mitteilte, betrifft die Einschränkung jetzt auch E-Mails, die in Postfächern bei Yahoo!, AOL, QQ und NetEase landen. Yahoo! war nach der Markteinführung des ersten iPhone-Modells 2007 der offizielle Partner von Apple für einen E-Mail-Pushdienst auf dem Multimedia-Smartphone. Microsoft Exchange kam erst mit dem iPhone 3G im Sommer 2008 auf das Apple-Handy. Apple muss die Push-Mail-Funktion bei iOS weiter einschränkenApple muss die Push-Mail-Funktion bei iOS weiter einschränken

Ende des Patentstreits offen

Den Hinweis darauf, dass der iPhone-Hersteller das Motorola-Patent für ungültig halte, hat Apple in der Neufassung eines Support-Dokuments, das über die Einschränkungen bei der E-Mail-Nutzung informiert, gestrichen. Das deutet darauf hin, dass zumindest in der nächsten Zukunft keine Änderungen zu erwarten sind und deutsche Kunden weiter ohne die genannten Push-Dienste auskommen müssen.

Keinen Einfluss hat der Patentstreit auf Microsoft-Exchange-Postfächer. Die von Microsoft für den Exchange-Pushdienst genutzte ActiveSync-Technik wurde von Apple offiziell lizenziert. Auch kostenlose E-Mail-Dienste wie die Windows-Live-Mail von Microsoft oder Gmail von Google lassen sich auf dem Smartphone oder Tablet als Exchange-Postfach einrichten, so dass die hier eingehende elektronische Post in Echtzeit auf den Handheld gepusht wird.

Wer einen der von der Push-Sperre betroffenen Anbieter nutzt, kann seine elektronische Post auf eine E-Mail-Adresse umleiten, bei der der Datenabgleich in Echtzeit weiterhin unterstützt wird. Alternativ können die E-Mails auch manuell oder in vom Nutzer festgelegten Intervallen abgerufen werden. Das ist beispielsweise im 15-Minuten-Takt möglich. Sobald die E-Mail-App am iPhone, iPad bzw. iPod touch geöffnet wird, erfolgt ebenfalls ein automatischer E-Mail-Abruf.

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