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Editorial: Apple muss das iPhone neu erfinden

25.10.2010
00:00

Einst revolutionär, immer noch teuer, bald nicht mehr begehrt?

Inhaltsverzeichnis:

1. "Das iPhone bietet doch nichts Neues mehr"
2. Das iPhone ist über die Jahre besonders geblieben

Eine ganz normale Handy-Nutzerin bemerkte kürzlich mit Blick auf das iPhone 4: "Das iPhone bietet doch nichts Neues mehr." Vielleicht hat sie mit ihrer Aussage den Nagel auf den Kopf getroffen. Verliert das iPhone nach und nach seine Anziehungskraft? Die schlechte Verfügbarkeit des Geräts bei den Händlern, eine Sicherheitslücke, die den Datenklau über manipulierte PDF-Dateien ermöglichte, und der Konstruktionsfehler beim neuen iPhone-Modell 4, der durch das bloße Halten des Geräts in der Hand zu Verbindungsabbrüchen führen kann, haben bei den Nutzern zu Ernüchterung und zu Häme von der Konkurrenz geführt. Zudem kupfern andere Hersteller bei ihren neuen Smartphone-Modellen hemmungslos vom iPhone ab und setzen dabei noch auf offenere Plattformen, teilweise leistungsfähigere Funktionen sowie günstigere Gerätepreise und holen auch beim Angebot von Zusatzanwendungen fürs Handy stetig auf. Inzwischen sind viele aktuelle Smartphones auf den ersten Blick kaum mehr vom Apple-Handy zu unterscheiden - legen Sie mal das iPhone und das Samsung Galaxy S nebeneinander.
Handy-Datenblätter
Apple iPhone 8GB
Apple iPhone 4 16GB

Alle diese Umstände mindern die Anziehungskraft des iPhone-Handys. Das größte Problem für Apple ist aber: Für den Hersteller wird es immer schwieriger, mit dem iPhone etwas Besonderes zu bieten - gegenüber den Konkurrenz-Modellen und auch gegenüber den eigenen Vorgängerversionen.

Das erste iPhone-Modell revolutionierte die Handy-Branche

Drei iPhone-Modelle im Vergleich
Drei iPhone-Modelle im Vergleich
Das erste iPhone-Modell revolutionierte durch sein Design und seinen großen, hervorragend reagierenden Touchscreen, der mühelose Multitouch-Gesten erlaubte und dank eines Lagesensors die Bildansichten automatisch ins Hoch- oder Querformat rückte, nicht nur den Smartphone-Bereich an sich sondern die gesamte Handy- und Mobilfunk-Branche. Schnelle Datenverbindungen sorgten noch beim iPhone 3G und dem iPhone 3G S für Aufsehen. Zudem erweist sich das iTunes-System seit dem iPhone 3G als auch für Einsteiger spielend einfach nutzbar. Beim iPhone 4 gelang Apple der Coup noch mit dem brillanten und scharfen Retina-Display, der edleren Glasrückseite sowie dem flacheren und "männlicher" wirkenden Design.

HSPA-Unterstützung und eine 5-Megapixel-Kamera des iPhone 4 registrierten die Apple-Fans gerade eben noch - diese Funktionen waren schlichtweg erwartet worden, gehörten sie doch bei High-End-Smartphones anderer Hersteller längst zum Standard. Wenn die Nutzer einen Fortschritt bei den vorhandenen technischen Spezifikationen oder ein Nachhliefern von "fehlenden" Funktionen wie etwa (partielles) Multitasking oder bald vielleicht auch den direkten Dateizugriff und die Einsatzmöglichkeit des iPhone als WLAN-Hotspot voraussetzen: Was soll sie dann beim nächsten iPhone-Handy begeistern?

Der Reiz für den Handy-Nutzer, ein iPhone zu besitzen, wird zudem immer kleiner, je mehr andere Leute ein Apple-Smartphone mit sich führen. Was jeder trägt, ist nicht hip. Versprach es in den Anfangszeiten des iPhone noch ein hohes Prestige, das teure Mobiltelefon mit dem Apfel-Logo vorweisen zu können, lässt diese Wirkung mit wachsender Verbreitung des Handys zwangsläufig nach.

Kraft der Marke und Ruf des iPhone lassen nach

Apple ist vergleichsweise spät auf den Smartphone-Markt getreten, hatte allerdings mit seinem Handy-Konzept einen fulminanten Start hingelegt. Im Grunde genommen ist Apple der wahre Smartphone-Markt-Begründer gewesen - jedenfalls für den Massenmarkt. Noch zehrt das Apple-Handy von der Kraft der Marke und dem Ruf, zum Markstart etwas ganz Neues geboten zu haben. Das iPhone 4 ist das bislang bestverkaufte Apple-Handy überhaupt. Allein an den ersten drei Verkaufstagen setzte der Hersteller weltweit 1,7 Millionen Stück ab.

Doch der Marktinitiator muss damit rechnen, dass durch den stärker werdenden Wettbewerb seine Aufholjagd im Smartphone-Bereich an Schwung verliert. Apples weltweiter Anteil am boomenden Smartphone-Markt ist laut Canalys innerhalb eines knappen Jahres um 5 Prozent auf 13 Prozent im zweiten Quartal dieses Jahres geschrumpft. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Masse der Handy-Nutzer auch in anderen Märkten den Begriff "Android" mit der Idee von einfach zu bedienenden, vielfältig personalisierbaren und preisgünstigeren Smartphones verbindet. Und mit Windows Phone 7 von Microsoft ist gerade eine weitere schlagkräftige Smartphone-Plattform erschienen. Kapazitive Multitouch-Displays können die anderen längst auch.

Preissenkung, Vergrößerung des Angebots, Öffnung des Systems?

Apple muss also neue Reize für den Kauf eines iPhone setzen, um einen Kundenschwund zu vermeiden. Doch womit soll das nächste Apfel-Handy begeistern? Eine einfache Preissenkung - das iPhone 4 ohne neuen Vertragsabschluss oder eine Vertragsverlängerung kostet hierzulande bis zu 1 000 Euro, in Kürze ab 650 Euro bzw. 770 Euro bei o2 - würde dem iPhone als Prestige-Objekt eher schaden als nützen. Verkürzte Zyklen bei der Einführung neuer Modelle würde dem Innovationsfaktor des iPhone ebenfalls schaden. Eine Öffnung des iTunes-Systems ist auch nicht zu erwarten, denn dies ist eine wichtige Umsatzquelle von Apple und garantiert zumindest in technischer Hinsicht eine ausreichende Qualität der angebotenen Apps.

Auf der folgenden Seite lesen Sie, wie das "ideale" nächste iPhone aussieht und wann mit einem Markstart eines "iPhone 5" zu rechnen ist.
 

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Meinungen und Erfahrungen der Community:

Betreff Autor Datum
Apple iPhone im Telekom-Netz: ... dignat 21.05.12 13:17
Harkelie od. keine Verbindung nach ... Azzel 19.05.12 19:11
RE: Apple sollte Microsoft übernehmen! tommy0910 01.05.12 09:32
RE: Apple sollte Microsoft übernehmen! getodavid 26.04.12 09:58
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2012-01, Erwachsene ab 14 Jahre