teltarif.de MOBIL · DIENSTE · TOUR
Größtes deutschsprachiges Telekommunikations-Magazin *
Newsletter für: 
Festnetz Internet Mobilfunk Handy & Co. mobicroco Meldung Meinung Service 15.02.2012 

Warum das iPad die Verlage nicht retten wird

09.03.2010
16:37

iBusiness hat Marktchancen und -risiken analysiert

In der aktuellen Ausgabe der iBusiness-News gibt es eine interessante Analyse, die zu dem Ergebnis kommt, dass das iPad von Apple entgegen der hochfliegenden Erwartungen von Verlegern weltweit nicht als Retter ihrer Zeitungen und Zeitschriften infrage kommt. Nach Einschätzung des iBusiness-Autors Peter Koller ist der Kardinalfehler der Verlage, dass sie sich zu wenig von ihren vertrauten Konzepten aus dem Print-Geschäft lösen und somit weitgehend ignorieren, dass gerade das Publizieren auf Geräten wie dem iPad eine ganz andere Herangehensweise erfordert. Dazu stellt er fünf Thesen zum iPad-Publishing auf:
  • These 1: Das iPad könne die Uhr nicht zurückdrehen. Die Nachrichtenverbreitung habe sich durch das Internet in zwei Punkten massiv verändert, die unumkehrbar sind: Der eine Punkt ist, dass Nachrichten Informationen sind, und Informationen durch das Internet zur Massenware bzw. zum Allgemeingut werden, sobald sie bekannt sind. Daraus folgert Koller, dass die große Hoffnung Paid Content zumindest im News-Bereich nicht funktionieren wird. Etwas anders sei das bei Hintergrundinformationen, die nicht so einfach zugänglich sind, für diese werden Menschen vermutlich eher Geld ausgeben.

    Entwicklung von E-Book-Readern
    Entwicklung von E-Book-Readern
    Der andere Punkt ist die Fragmentierung: Textbasierte Nachrichten waren für den Endkunden früher nur im Paket erhältlich - einer Zeitung oder Zeitschrift. Durch die Digitalisierung gibt es eine Fragmentierung der Texte, durch RSS-Feed, Internet-Suche und Social Networks verlagere sich die Zusammenstellungskompetenz der Nachrichten vom Verlag zum Leser - oder auch von der Redaktion zum Algorithmus. Daran werde auch das iPad nichts grundsätzlich mehr ändern.

  • These 2: Für interaktive Endgeräte müssen neue Publikationskonzepte entwickelt werden. Es reiche nicht aus, Printprodukte mit etwas Bewegtbild-Inhalt anzureichern und in eine schicke App zu packen. Im Prinzip sei das iPad eine ideale Erweiterung für Zeitungen und Zeitschriften, weil man auch Videos und Animationen einbinden könne. Ein neuartiges multimediales Angebot könne durchaus innovativ und für Leser interessant sein.

  • These 3: Das iPad allein ist nichts, der iTunes-Store alles. Mit dem App Store habe Apple das Modell für einen digitalen Zeitungskiosk geschaffen. Diese Neuerfindung von Zeitungen und Zeitschriften sei aber sehr aufwändig und funktioniere nur, wenn sich damit Geld verdient werden könne. Damit komme der iTunes-Store ins Spiel. Dieses zentrale Element von Apples Ökosystem sei für Verlage und Endkunden sehr ambivalent. Einerseits stelle iTunes-Store eine Art Supermarkt für redaktionelle Inhalte dar, in dem der Kunde buchstäblich mit einem Klick für Inhalte bezahlen könne, was Verlagen entsprechende Umsatzanteile sichert. Andererseits sind Verlage und Leser dadurch von Apple abhängig. Der Herauswurf von rund 5 000 Apps wegen angeblich anstößiger Inhalte habe deutlich gezeigt, wie viel Macht Apple über die Inhalte habe und ausübe. Hier verlieren die Verleger an Einfluss auf konkrete Inhalte.

  • These 4: Das große Fragezeichen beim iPad-Publishing sind derzeit die Erlösmodelle. Zwar sparen die Verlage beim iPad-Publishing den Aufwand für Druck und Vertrieb, dafür werden sie vermutlich rund 30 Prozent Umsatz an Apple abliefern müssen. Gleichzeitig müssen die Inhalte aber für das iPad multimedial aufbereitet werden - und zwar für Content, der anders als Songs, Videos oder Bücher nur einmal konsumiert werde. Das bedeute höhere Kosten bei zweifelhaften Ertragschancen.

  • These 5: Die publizistische Mitte geht verloren, weil Zeitungen und Zeitschriften auf dem iPad nur eine kommerzielle Chance haben, wenn sie entweder sehr groß sind (wie New York Times oder Spiegel) oder wenn sie kleine, aber lukrative Nischen besetzen - eben weil sich die entsprechende Aufbereitung von Inhalten nur dort lohne, wo der Zeitungs- oder Zeitschriften-Content einen zusätzlichen Mehrwert besitze, etwa durch Exklusivität oder fachspezifische Ausrichtung.

Zu groß, zu teuer, nicht gut genug

Publizistische Geschäftsmodelle im Vergleich
Publizistische Geschäftsmodelle im Vergleich
Soweit die Thesen zum iPad-Publishing. Doch auch das Gerät selbst rückt noch ins Visier des kritischen Beobachters: Das iPad sei als mobiles Gerät zu groß, um durchschlagenden Erfolg zu haben, denn anders als das iPhone lasse es sich weder bequem in der Hosen- noch in der Jackentasche transportieren. Auch das hochwertige Farbdisplay werde es vermutlich nicht rausreißen, denn die meisten Kunden, die an E-Readern interessiert seien, würden keinen Wert auf ein solches legen. Als Videoplayer sei das iPad schon wieder zu gut, um bloß kleine Infovideos anzusehen, die als Teil einer iPad-Zeitschrift daher kommen. Dann könne man eben auch direkt zu Youtube gehen oder Internet-TV streamen.

Alles in allem sei das iPad für einen E-Reader allein zu teuer und für einen Multimedia-Allrounder wiederum nicht gut genug. Weil das iPad mit einem Preis von 500 bis 800 Euro auch noch deutlich teurer als ein herkömmlicher E-Reader sein soll, sei nicht absehbar, dass die Leute massenweise iPads kaufen werden, zumal in dieser Preisklasse auch gut ausgestattete flache Laptops oder hochwertige Netbooks zu haben sind.

Somit sei das iPad bestenfalls ein Rettungsring, der in schwerer See ein Überleben etwas wahrscheinlicher mache, aber nicht garantiere - und keinesfalls ein Luxusliner, auf dem die Verlagsbranche neue Erfolge mit digitalen Inhalten feiern könne.

Weitere News zum Apple iPad RSS


Netbook- und Tablet-Suche: Finden Sie Ihr Wunsch-Gerät! mehr Optionen
© Mobicroco
Displaygröße:
  Akkulaufzeit:

Betriebssystem:
 
   

 
vorherige Meldung Drucken RSS E-Mail nächste Meldung
Anzeige:

Das neue Nokia Lumia 800: Jetzt informieren!
Alle-Netze-Flat fürs Smartphone. Jetzt sichern.

Smart-Option: 100 Min + 100 SMS + InternetFlat 200. Nur 9,90€/30 Tage
Hier klicken!
congstar Surf Flats: ab 9,99€/M., 1. Monat gratis*

Meinungen und Erfahrungen der Community:

Betreff Autor Datum
RE: doppelt so viele Bildpunkte? RTrautmann 22.08.11 22:34
RE: doppelt so viele Bildpunkte? matthias.mae. 22.08.11 20:32
doppelt so viele Bildpunkte? schinge 22.08.11 18:42
RE: Zattoo geht an den Nutzern vorbei cosmic 17.05.11 14:33
Beitrags-Index ]  [ Thread-Index ] 

Weitere News vom 09.03.2010:

- Connected Car: Internet und AppStore im Auto
- VDSL-Router mit Modem im Hardware-Überblick
-  Sony Vaio X läuft drei Stunden mit Brennstoffzelle
- T-Mobile: "3-GB-Grenze nicht in allen künftigen Daten-Flatrates"
-  Netbooks bekommen Atom-CPUs mit Dual Core
- Warum das iPad die Verlage nicht retten wird
-  Alu-Netbook Asus Eee PC 1018P in Bildern und Videos
- Kabel BW setzt auf Videoangebote und mobiles Internet
- Preiskampf bei Navigations-Software für das Apple iPhone
- Schufa-Auskunft wird deutlich teurer
-  Tablet-Konkurrenz: HP Slate kann Flash, Apple iPad kommt im April
- o2 o mit 40-Euro Kosten-Airbag für Selbstständige noch erhältlich
- Pilotprojekt mit 200 MBit/s in England
-  Asus Eee PC 1005PR mit Broadcom-Chip bestätigt
- Betrügerische Premium-SMS: Vodafone streicht Forderungen
- Börsengang: Kabel Deutschland mischt sich unters Volk
- Google durchsucht testweise das Fernsehen
- Alle Meldungen aus der Kalenderwoche, aus der auch obige Meldung ist
- Alle Meldungen der letzten sieben Tage

Werbung

hier klicken!


hier klicken!


Tarif-Vergleiche
Prepaid-Tarife der Netzbetreiber
Prepaid-Tarife der Discounter
Prepaid-Karte im Ausland
Roaming mit T-Mobile XtraCard
Roaming mit Vodafone CallYa
Roaming mit E-Plus Free & Easy
Roaming mit o2 LOOP
im Ausland aufladen
Aktuelle News zum Thema Diskussions-Forum

 
Alle Texte und Tabellen © 1997 - 2012 teltarif.de Onlineverlag GmbH
[Homepage] · [Unternehmen] · [Impressum/AGB/Ihre Daten] · [Feedback] · [Mediadaten] · [Partnerprogramm] · [Presse] · [Jobs]
*) teltarif.de registrierte zuletzt 1 200 000 Unique User pro durchschnittl. Monat
Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre