iP Softcom,
Anbieter von Zwei-Wege-
Satelliten-Internet-Systemen
(also mit Rückkanal über den künstlichen Erdtrabanten), der zunächst ein Tarifschema mit
zu langer Mindestvertragslaufzeit von 36 Monaten
präsentierte, hat seine Konditionen komplett
überarbeitet. Allerdings sollen vorab ein paar Details bezüglich des zugrundliegenden Hardware-Systems erläutert werden:
Dieses kommt von der britischen Avanti Communications Ltd, die perspektivisch, wohl noch im Laufe dieses Jahres, einen eigenen Satelliten mit dem Namen
HylasOne ins All schießen will. Positioniert werden soll er auf 33,5 Grad West
und dann das Ka-Band für die Internetnutzung verwenden.
Aktuell dagegen setzt Avanti und damit auch iP Softcom mangels HylasOne noch auf den Intelsat 903 auf 34,5 Grad West,
bei dem vier Transponder im konventionellen Ku-Band für die Internetnutzung gemietet wurden.
Der geplante Wechsel ist somit mit einem grundlegenden Problem behaftet:
Der LNB/BUC-Teil der aktuell verwendeten Hardware kann nicht weiter
genutzt, die neue Schüssel muss zudem neu ausgerichtet werden.
Wie Avanti selbst gegenüber teltarif mitteilte, tragen die Briten die Kosten für die neue
Hardware. Die Neu-Ausrichtung der Schüssel indes muss der Kunde selbst vornehmen oder gegebenenfalls bezahlen, wobei zu beachten ist,
das diese Ausrichtung nicht so einfach ist wie bei einer klassischen Anlage für den reinen Fernseh-Empfang.
Neue Tarife: Kombination aus Volumen und Datenrate

Das neue Tarifschema von iP Softcom kombiniert jeweils Inklusivvolumen und eine bestimmte Bandbreite.
In der Tarifklasse Satflex beträgt die Laufzeit lediglich einen Monat,
dafür ist aber der Direktkauf der Hardware für 839 Euro erforderlich.
In dieser Einmalzahlung nicht inbegriffen sind die Kosten für die Installation der Anlage.
Gestaffelt sind die Preise nach Inklusiv-Volumen, hiervon abhängig gibt es einen maximalen Datendurchsatz.
Wer Prepaid statt Postpaid zahlt, erhält Rabatte.
Postpaid kostet zum Beispiel ein monatliches Volumen von 1,2 GB 18,21 Euro, der Download
ist dann mit 512 kBit/s und der Upload mit 128 kBit/s möglich. Am anderen Ende der Preisskala
gibt es 25 GB Volumen bei einem Downstream von bis zu 5 MBit/s und einem Upstream von maximal 1 MBit/s
für 380,32 Euro. Jedes weitere GB wird in der Folge mit 20,23 Euro berechnet.
Wird prepaid gezahlt, spart der Kunde in erster Variante 2,14 Euro, in letzterer
dagegen schon 44,74 Euro.
Wer die Hardware nicht einmalig komplett bezahlen will, kann auch auf einen 12-Monats-Vertrag zurückgreifen, der unter dem Namen
SAT1 angeboten wird. Hier ist allerdings ebenfalls eine Einmalzahlung erforderlich, diese beträgt 391,51 Euro, auch hier ohne Installation.
Die Entgelte beginnen hier postpaid zwischen 84,97 Euro pro Monat für 1,2 GB Volumen und die
schon zuvor gültigen Datenraten von bis zu 512 kBit/s im Down- und 128 kBit/s im Upstream.
Am oberen Ende der Preisskala liegt auch hier ein Volumen-Paket mit 25 GB bei einem maximalen Downstream von 5 MBit/s und
einem Upstream von 1 MBit/s für monatlich 447,08 Euro. Ein Folge-GB kostet 20,23 Euro.
Auch hier ist eine vergünstigte Prepaid-Zahlung möglich. Nach der Mindestlaufzeit kann der Vertrag
jeweils zum Monatsende gekündigt werden.
Vergleich schwierig, Vorzug: hohe Bandbreiten

Der Vergleich der iP-Softcom-Lösung mit anderen Zwei-Wege-Varianten fällt schwer, da
sie sich in Details wie Laufzeiten oder Inklusivvolumen voneinander unterscheiden.
Würde man einfach die 2-MBit/s-Variante über eine angenommene Laufzeit von 24 Monaten im Postpaid-Verfahren als Vergleichs-Basis nehmen
und rechnet die Hardware-Kosten mit ein,
so zeigt sich, dass iP Softcom preislich knapp über der Astra2Connect-Lösung von Filiago liegt
und erheblich (mehrere hundert Euro über die Gesamtlaufzeit) unter der Eutelsat-Variante von Schott.
Allerdings ist bei iP Softcom das monatlich verbrauchbare Volumen gedeckelt, während
die beiden Konkurrenten Vielnutzer "lediglich" drosseln. Die im Zweifel anfallenden Kosten für die Neuausrichtung der
Schüssel bei der iP-Softcom-Variante sollten ebenfalls bedacht werden. Ein Vorzug der neuen Lösung sind indes die
hohen Bandbreiten: Eine Zwei-Wege-Lösung mit bis zu 5 MBit/s im Downstream bietet aktuell kein anderes
Unternehmen. Die Kosten hierfür dürften allerdings die Mehrzahl der Nutzer abschrecken.
Offen bleibt, wie groß die tatsächlich nutzbare Bandbreite in der Praxis ist.
Bei Internet-via-Satellit teilen sich Nutzer die Kapazität eines Satelliten,
surfen zu viele Anwender gleichzeitg, kann die individuelle Bandbreite sinken.
Dieses Problem betrifft allerdings nicht nur Avanti-basierte Angebote, sondern auch die Konkurrenten.
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