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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 28.05.2012 |
Bis zur Verwahrlosung: Internet macht 560 000 Deutsche süchtig26.09.2011
17:52 Eltern können einer drohenden Internetsucht bei Kindern vorbeugenInhaltsverzeichnis:1. Ein Prozent der Bevölkerung leidet an Internet-Sucht2. So können Eltern eine drohende Internetsucht erkennen und handeln ![]() Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt im Internet surfen Rund 560 000 Menschen in Deutschland gehen täglich mindestens vier Stunden zwanghaft online. Damit ist etwa ein Prozent der Bevölkerung vom Netz abhängig. Weitere 2,5 Millionen Internetnutzer sind suchtgefährdet, wie aus einer heute in Berlin vorgestellten repräsentativen Studie im Auftrag der Bundesdrogenbeauftragten hervorgeht. Demnach sind mehr Menschen vom Internet abhängig als von Glücksspielen (0,3 bis 0,5 Prozent). Besonders betroffen sind Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren. Vier Prozent von ihnen können sich nicht freiwillig vom Netz lösen. Sie werden vor allem von sozialen Netzwerken, Online-Spielen und E-Mails zum Surfen verleitet. Die Folgen der Sucht reichen von Kontrollverlust über Entzugserscheinungen wie Angst und Gereiztheit bis hin zur Verwahrlosung. Die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) sagte: "Onlinesucht ist ein Problem." Sie könne vergleichbare Auswirkungen haben wie eine Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Internetsüchtige wüssten wie Alkoholiker über die Folgen des Verhaltens Bescheid, könnten aber nicht freiwillig damit aufhören, sagte sie in Berlin. Sie lebten fast nur noch in einer "virtuellen Welt", weil sie dort Erfüllung und Anerkennung fänden. Im Gegenzug würden sie nicht mehr in die Schule oder zur Arbeit gehen. Je jünger, desto schlimmerFür die erste repräsentative Studie auf diesem Feld wurden bundesweit 15 000 Menschen im Alter zwischen 14 und 64 Jahren befragt. Je jünger die Internetnutzer seien, desto höher sei die Abhängigkeit, sagte der Studienleiter Hans-Jürgen Rumpf von der Universität Lübeck. Tendenziell kämen eher Männer (1,2 Prozent) als Frauen (0,8 Prozent) nicht mehr vom Internet los. Unter den Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 sind allerdings mehr Mädchen als Jungen betroffen. Während die süchtigen Mädchen (77 Prozent) häufiger als Jungen (65 Prozent) in sozialen Netzwerken unterwegs sind, werden Jungen (34 Prozent) häufiger als Mädchen (7 Prozent) von Online-Spielen gefesselt. Rund 15 Prozent der 14- bis 16-Jährigen sind suchtgefährdet. Niveau wie CannabiskonsumMit einem Bevölkerungsanteil von einem Prozent reihen sich die Internetabhängigen ein zwischen Glücksspielern, Alkoholikern und Drogensüchtigen. Nach Angaben von Studienleiter Rumpf sind deutschlandweit 1,4 Prozent der Bevölkerung alkoholsüchtig. Dyckmans sagte, dass die Zahl der Internetsüchtigen auf dem Niveau der Cannabiskonsumenten liege. Dies sei "besorgniserregend". Rumpf sagte, dass die sogenannten Internet-Flatrates - unendlich surfen für einen Festpreis - zusätzlichen Anreiz bieten könnten. Ähnlich wie beim Alkohol spiele die Verfügbarkeit eine wichtige Rolle. Ein Verbot der Flatrates sei aber keine Lösung. Eine Therapie sei schwierig, da viele das Internet auch beruflich nutzten. Dyckmans sagte, das Ziel müsse ein "kontrollierter Gebrauch" sein. Die Bundesdrogenbeauftragte will mehr auf Information und Prävention setzen. Sie sprach sich für allgemein verbindliche Diagnose- und Behandlungsleitlinien aus. Suchtgefährdende Spiele sollten eine höhere Altersbewertung erhalten. Die Wissenschaftler der Studie "Prävalenz der Internetabhängigkeit" mussten zunächst eine Definition für Internetsucht finden. Dazu wurden mehrere Merkmale betrachtet. Als abhängig wurden Nutzer mit einer täglichen Nutzung von mindestens vier Stunden eingestuft. Als gefährdet galten Internetnutzer, die pro Tag drei Stunden im Internet verbrachten. Zudem wurden ein Kontrollverlust und Entzugserscheinungen überprüft.
Auf der folgenden Seite lesen Sie, wie Eltern durch kleine Tricks eine drohende Internetsucht bei Kindern erkennen und richtig handeln können.
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