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De-Mail vs. ePost: Alle wichtigen Details im Überblick17.07.2010
17:35 Von der Registrierung, den Kosten und Verpflichtungen, die der Internetbrief mit sich bringt
Tschüss Papierpost, die sichere elektronische Post aus dem Internet steht in den Startlöchern und die ersten E-Mail-Anbieter wie GMX, Web.de und die Deutsche Telekom haben bereits mit der Registrierung der Adressen für die rechtssichere digitale Kommunikation begonnen. Während die drei genannten Anbieter zusammen mit weiteren Internetprovidern auf die von der Bundesregierung favorisierte De-Mail setzen, hat sich auch die Deutsche Post mit dem E-Postbrief in Stellung gebracht.
Zu den Kernmerkmalen des Internetbriefs zählt seine Verbindlichkeit: Absender und Empfänger sind zweifelsfrei zu identifizieren. Spam oder Nachrichten unter falschem Namen sind nicht möglich. Damit diese Verbindlichkeit gewährleistet ist, durchläuft jeder Neukunde bei der Registrierung und Eröffnung seines De-Mail- bzw. E-Postbrief-Kontos ein mehrstufiges Überprüfungsverfahren. Damit soll vor allem die eindeutige Zuordnung von Kunde und der zugehörigen Internetbrief-Adresse gewährleistet werden. Warum eine Registrierung jetzt schon sinnvoll ist
Die Adresse besteht aus Vorname, Nachname, gegebenenfalls einer mehrstelligen Nummern und der Endung @epost.de. Die Nummer hinter dem Nachnamen verhindert eine mögliche Verwechslung bei Namensgleichheit. Sollte ein Name noch nicht vergeben sein, fallen die Ziffern hinter dem Nachnamen übrigens weg. Nach Erhalt des Registrierungscodes erfolgt der nächste Schritt mit Eingabe der persönlichen Daten und Festlegen eines Nutzer-Passworts. Am Ende druckt der Kunde einen Coupon für das Postident-Verfahren aus, um sich zusammen mit seinem Personalausweis oder Reisepass in einer Postfiliale auszuweisen. Ist dieser Schritt ebenfalls erfolgt, erhält der Kunde kurze Zeit später per Brief die Bestätigung über die Freischaltung seines E-Postbrief-Kontos und es kann losgehen. Die Registrierung, das Postident-Verfahren sowie die Bereitstellung des elektronischen Briefkastens sind bei der Deutschen Post kostenfrei.
Ähnlich wird das Registrierungsverfahren bei De-Mail verlaufen. Da der Marktstart aber voraussichtlich erst Anfang 2011 erfolgt und zuvor noch das sogenannte Bürgerportalgesetz als Grundlage dafür vom Bundestag noch verabschiedet werden muss, müssen sich De-Mail-Interessenten mit dem Versand von elektronischen Internetbriefen noch ein wenig gedulden. Allerdings bieten zahlreiche Partner wie GMX, Web.de und die Deutsche Telekom ihren Nutzern bereits Möglichkeiten an, sich ihre Adresse vor dem Marktstart – ebenfalls kostenfrei - zu sichern. Die Adresse besteht aus Vorname, Nachname, gegebenenfalls einer mehrstelligen Nummer und der Endung E-Mail-Anbietername.de-mail.de (Beispiel: max.mustermann@gmx.de-mail.de). Was der Versand eines Internetbriefs kostetIn dem Punkt Kosten unterscheiden sich die beiden Angebote erheblich. Während die Deutsche Post für ihren E-Postbrief im Wesentlichen auf eine gleiche Kostenstruktur wie beim klassischen Papierbrief setzt, soll der Versand des Internetbriefs über De-Mail deutlich günstiger ausfallen. Konkrete Preise gibt es aufgrund von laufenden Verhandlungen zwischen allen Beteiligten noch nicht, aktuell ist jedoch ein Preis von 15 Cent für den Versand eines Standardbriefs mit elektronischer Zustellung im Gespräch. Zum Vergleich: Die Deutsche Post berechnet für ihren E-Postbrief Standard (darf bis zu 20 MB groß sein) 55 Cent. Der Empfang von Internetbriefen kostet die Nutzer beider Dienste übrigens nichts. Was sonst noch wichtig ist zu wissenDie Teilnahme an beiden Angeboten ist freiwillig, bringt aber im Falle einer Registrierung jede Menge "Verpflichtungen" mit sich. Insbesondere bei De-Mail dürfte es hier ziemlich interessant werden. Hat sich ein Nutzer bei einem Partner angemeldet und sich bei einer Behörde entsprechend identifiziert, kann ihm beispielsweise das Finanzamt künftig alle Bescheide per Mail rechtsgültig zustellen. Wie bei der Papierpost gilt auch hier die Regelung, dass ein Brief nach einer Frist von drei Tagen zugestellt ist, auch wenn der Nutzer in dieser Zeit nicht seine eingegangenen De-Mails abruft – warum auch immer. Anders als bei der Papierpost soll diese Frist auch an Sonn- und Feiertagen gelten, was natürlich nicht ganz unwichtig sein dürfte.
Michael Friedrichs
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