DSL-Provider und TV-Kabelnetz-Betreiber konkurrieren um Kunden
Hinter dem Schlagwort "Triple Play" steckt die Idee, Internetzugang, Telefonanschluss
und Fernsehen zu einem Multimedia-Bundle zusammenzuschnüren, das bei einem
einzigen Anbieter bestellt wird und nur eines einzigen Anschlusses bedarf. Dafür kommen
derzeit zwei verschiedene Netze in Frage, und zwar das Telefon- und das
Kabel-TV-Netz. So konkurrieren beim
Triple Play dann auch zwei verschiedene Branchen mit grundverschiedenen Ausgangsbedingungen
miteinander: Die DSL- bzw. Telefon-Provider sind etablierte
Größen im Telekommunikationsmarkt, aber neu im Fernsehgeschäft. Auf der anderen Seite
stehen die TV-Kabelnetz-Betreiber, die über Infrastruktur und Erfahrung als Anbieter
von Fernsehprogrammen verfügen, aber bei Telefon- und Internetdiensten
Neuland betreten haben - die Offerten der Kabel-Anbieter
finden Sie in unserem Anbietervergleich.
Derzeit hat mancher Nutzer zum Beispiel noch einen
Festnetzanschluss der Telekom mit einer
DSL-Flatrate von Anbieter X und bezieht Kabelfernsehen vom
Kabelnetzbetreiber Y. Manch ein Nutzer fände es aber praktischer, diese drei Kommunikationskanäle
als Paket zu abonnieren. Zudem geht dank der
Bandbreiten, die für Triple Play nötig sind, damit nicht selten auch ein Internetzugang
einher, der deutlich schneller ist als das heute Gewohnte. Auch die Anzahl der
verfügbaren Fernsehkanäle kann erheblich steigen.
Und schließlich könnte Triple Play langfristig ungeahnte Chancen für das
Bezahlfernsehen eröffnen, da es viel flexibler möglich sein wird, bestimmte Kanäle
zu abonnieren und bestimmte Sendungen auf Wunsch und gegen Gebühr freizuschalten.
Doch dies ist vorerst Zukunftsmusik. Die viel beschworene
Konvergenz der verschiedenen
Telekommunikationsdienste beschränkt sich momentan noch darauf, dass Fernsehen,
Telefon und Internet aus demselben Kabel kommen, während es sich aber immer noch um
Dienste handelt, die relativ unverbunden nebeneinander her existieren. Außerdem dürfte
einige Zeit ins Land gehen, bevor sich bei Telekommunikationskunden und
Fernsehzuschauern eine entsprechende Akzeptanz und Nachfrage entwickelt. Und
schließlich wirft das Fernsehen über rückkanalfähige
Leitungen, wie Triple Play sie vorsieht, erneut die Frage nach dem
Datenschutz auf. Denn die aufgerüsteten TV-Kabelnetze
würden es ermöglichen, detailliert nachzuvollziehen, welche Sendungen in einem
angeschlossenen Haushalt angesehen wurden.
Dass die TV-Kabelnetzbetreiber jedoch Bewegung in den Markt bringen, ist deutlich zu
sehen. Als Internet-Anbieter liegen sie zwar derzeit hinsichtlich der Nutzerzahlen noch weit hinter den
Telekommunikationsfirmen mit ihrem DSL, verzeichnen jedoch
ansehnliche Zuwachsraten, auch dank ihrer Triple-Play-Pakete.
Dabei kommt den Kabel-Internet-Angeboten auch zugute, dass sie sich preislich etwa in
derselben Größenordnung bewegen wie Telefonanschlüsse mit DSL, bei den
Übertragungsgeschwindigkeiten aber inzwischen die Nase vorn haben.
Mehr zu den möglichen Datenraten erfahren Sie auf einer
weiteren Infoseite.
Je mehr also die TV-Kabel-Betreiber im Markt der
Breitband-Internetzugänge mitmischen,
umso mehr rückt auch das Thema Fernsehen im Zusammenhang mit Internetdiensten auf
die Agenda - Aufwind für Triple Play.
"Quadruple Play": Erweiterung um Mobilfunk
Manche Anbieter versuchen darüber hinaus, noch dickere Angebotsbündel zu schnüren.
Unter der sperrigen Bezeichnung "Quadruple Play" (oder auch "Quad Play") wird
zusätzlich zu Fernsehen, Festnetztelefon und Internetzugang der
Mobilfunk in die Komplettangebote aufgenommen.
Kabel Deutschland zum Beispiel ergänzt sein Angebot mit einer Mobilfunk-Offerte,
auch HanseNet bietet entsprechendes.
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