Netzebenen

Netzebene 3 und 4 im Kabelnetz: Was bedeutet das?

In Deutschland wird im Kabelnetz zwischen vier verschiedenen Netzebenen unterschieden. Dabei haben die Ebenen 1 und 2 für den Kunden keine Bedeutung,
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In Deutschland wird im Kabelnetz zwischen vier verschiedenen Netzebenen unterschieden. Dabei haben die Ebenen 1 und 2 für den Kunden keine Bedeutung, da sie nur die TV-Sender und die Infrastruktur der Kabelnetzbetreiber auf Backbone-Ebene betreffen. Die weiteren Netzebenen 3 und 4 haben aber durchaus eine Bewandnis für den Kunden: Sie entscheiden darüber, welcher Anbieter einen Kunden versorgt:

  • Ebene 1 für die Programmproduktion (das sind die Fernseh- und Radiosender),
  • Ebene 2 für den Betrieb der so genannten Kopf­stationen, die die TV- und Radio­signale empfangen und weiterleiten,
  • Ebene 3 für die Straßenverteiler und
  • Ebene 4 für die Hausverteiler.
Auf der Netzebene 3 befinden sich die vier deutschen Kabelnetz­betreiber Kabel Deutschland (KDG), Kabel BW, Tele Columbus und Unitymedia. Als Privatkunden haben Nutzer nur Kontakt mit Anbietern auf der Netzebene 4, wobei die Netzbetreiber aber alle auch in einigen Regionen auf dieser Ebene als Kabelanbieter für Endkunden aktiv sind.

Gründe für Netzebenen sind historisch

Netzebene 3 und 4 im Kabelnetz: Was bedeutet das?Netzebene 3 und 4 im Kabelnetz: Was bedeutet das? Diese Aufteilung, die ihren Ursprung in den medien­politischen Verhältnissen der achtziger Jahre hat, als die Telekom mit dem Aufbau der ersten Kabelnetze begann, behindert heute die rasche Aufrüstung des TV-Kabelnetzes. Denn: ein solches Netzwerk muss die Netzebenen koordinieren.

Kaum ein Betreiber ist aber im Besitz sämtlicher Netzebenen. Selbst das Kabelnetz der Telekom endete meist an der Grundstücks­grenze, den Hausanschluss besorgten Wohnungs­gesellschaften, Antennenbauer oder andere private Betreiber. Allein die Zahl kleiner und kleinster Betreiber, die sich auf Netzebene 4 tummeln, wird auf mehrere Tausend geschätzt.

An der Schnittstelle von Netzebene 3 zu Netzebene 4 (Hausübergabepunkt/HÜP) suchen große und kleine Netzbetreiber nach geeigneten Konditionen zur Verrechnung ihrer Leistungen. Die kleinen Kabelnetz-Anbieter (Wohnungs­gesellschaften, Antennenbauer, etc.), deren eigenes Kabel nur wenige Meter vom Kunden­anschluss bis zu den Kabel­leitungen in der Straße reicht, müssen sich hier den Vorwurf gefallen lassen, nur Nutznießer des ehemals mit staatlichen Subventionen aufgebauten Kabelnetzes zu sein. Es wird ihnen angekreidet, sie würden zu viel zu geringen Gebühren die Kabelnetze anzapfen, aber einen Großteil der Kabel­gebühren einstreichen - Netzebene 4 gilt als die weitaus profitabelste Netzebene.

Auch der Vermieter kann der Kabelnetzanbieter sein

Wer Internet und Telefonie über das TV-Kabel nutzen möchte, muss grundsätzlich Zugang zu einem modernisierten, also rückkanalfähigen, Kabel­anschluss haben. Sie können dies einfach herausfinden, indem Sie auf der Webseite des in Ihrem Bundesland zuständigen Kabelnetz­betreibers die Verfügbarkeit prüfen. Ist die Grundvoraussetzung erfüllt, können Sie je nach Vermarktungs­situation direkt Kunde bei einem der großen Kabelnetz­betreiber werden oder den dort verantwortlichen Betreiber der Netzebene 4 (Kabelservice-Gesellschaften oder Wohnungs­wirtschaft) kontaktieren. Diese Information ist beispielsweise auch im Mietvertrag oder beim Hauseigentümer verfügbar.

Ratgeber zum Thema Internet über TV-Kabel