Internet, Telefon und Triple-Play über TV-Kabel

Die TV-Kabelnetz-Betreiber haben sich gegen die etablierten DSL-Anbieter in puncto Internet und Telefon in Stellung gebracht - und punkten mit konkurrenzfähigen Angeboten.
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Internet, Telefon und Triple-Play über TV-KabelInternet, Telefon und Triple-Play über TV-Kabel Breitband-Internet mit Datenraten bis zu 100 MBit/s und mehr, Telefonie auf Basis von Voice over Cable und Triple-Play-Angebote mit Internet, Telefon und TV - die Kabelnetz-Betreiber haben schon vor einiger Zeit konkurrenzfähige Angebote gegen das in Deutschland in Sachen Breitband immer noch dominante DSL auf die Beine gestellt. Das sollte nicht verwundern, denn das Fernsehkabel bietet mit seinen hohen Datenraten - die 100-MBit/s-Marke im regulären Verkauf wurde bereits genommen - ideale technische Voraussetzungen zum multimediafähigen Allzweck-Kabel. Die Kabel-Anbieter setzen vor allem auf eine Verschmelzung des Internet-PC mit dem Fernseher zu einem multimedialen und interaktiven Informations- und Unterhaltungspool: Von Video-on-Demand über interaktives Fernsehen, Pay-TV und Servicekanäle bis hin zur Bildtelefonie ist alles möglich.

Anders als in anderen europäischen Ländern oder in den USA, wo traditionell ein ausgeprägter Infrastruktur-Wettbewerb zwischen den Kabel- und Telefon-Netzbetreibern herrscht, spielte hierzulande das Internet über Kabel lange nur eine marginale Rolle. Seit einigen Jahren nimmt die Anzahl der Kabel-Internet-Anschlüsse jedoch stetig zu.

Das TV-Kabel war ursprünglich nur für die unidirektionale Verbreitung von TV und Hörfunk ausgelegt: Die angeschlossenen Haushalte konnten empfangen, aber nicht senden. So mussten die Kabelbetreiber zunächst einmal die milliardenschwere Aufrüstung ihrer Netze auf Rückkanalfähigkeit stemmen. Darüber hinaus will erst einmal die Akzeptanz der Kunden gewonnen werden, die vielfach gar nicht wussten, dass das Kabel mehr kann als TV und Radio in die Wohnstuben zu liefern.

Meldungen zu Angeboten via TV-Kabel

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Breitband-Internet-Anschlüsse
  • DSL: 83 Prozent
  • Kabel: 15 Prozent
  • sonstige: 2 Prozent
Hält man sich vor Augen, dass die technische Infrastruktur mehr als 22 Millionen Haushalte mit Breitband-Internet und Telefon über das Kabel versorgen kann, wird klar, welches enorme Wachstumspotential hier noch ausgereizt werden kann.

Das Kabel-Internet hat sich zur ernst zu nehmenden Alternative zu DSL gemausert. Doch die Kabelnetz-Betreiber sind in gewisser Weise immer noch Neulinge, die sich von ihrem angestammten Bereich des Vertriebs von TV-Inhalten auf den Telekommunikationsmarkt vorwagen. Somit sind die Startschwierigkeiten sowohl auf Vermarktungsebene, wo die Akzeptanz der Kunden für Internet und Telefon über das Kabel gewonnen werden muss, als auch auf technischer Ebene - zum Beispiel lässt die Verlässlichkeit der Kabel-Telefonanschlüsse manchmal noch zu wünschen übrig.

Die Telekommunikations-Anbieter auf der anderen Seite, die ihre Produktpalette per IPTV um TV-Inhalte bereichern wollen, treffen ihrerseits interessanterweise auf vergleichbare Probleme eines Branchenneulings: Die Anbieter haben mitunter Probleme, ein für die Kunden interessantes Programm-Bouquet auf die Beine zu stellen, und Marktstudien haben die hochfliegenden Pläne der Telekommunikations-Anbieter hinsichtlich der zu erwartenden Kundenzahlen beim Fernsehen über das Internet zunächst zurechtgestutzt.

Wenn auch mit VDSL bereits Datenraten von bis zu 50 MBit/s im Downstream erreicht werden können, verfügen momentan nur die wenigsten Kunden über solche schnellen Anschlüsse. Um Spitzengeschwindigkeiten zu erreichen, muss der Kunde im richtigen Anschlussgebiet und nicht zu weit entfernt von der so genannten Vermittlungsstelle wohnen: Je größer die zu überbrückende Entfernung, desto mehr nimmt die Bandbreite ab. Die Standard-DSL-Anschlussklassen weisen zurzeit zwischen 1 MBit/s und 16 MBit/s im Downstream auf. Für das Abfragen von E-Mails, das normale Surfen, für die Internet-Telefonie (VoIP), das Herunterladen von Dateien und für Videostreams genügen zwar bereits Geschwindigkeiten im unteren einstelligen MBit/s-Bereich. Will man aber hochauflösendes Fernsehen über eine DSL-Verbindung empfangen, die gleichzeitig für Internetzugriffe und Telefonie zur Verfügung stehen soll, sind eher Geschwindigkeiten von 16 MBit/s und aufwärts nötig.

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