Eine weit verbreitete Gefährdung der Privatsphäre im Internet stellt so genannte Spyware
dar. Durch sie werden ohne Wissen des Internetnutzers Informationen über sein
Surfverhalten und seine Systemeinstellungen oder schlimmstenfalls wichtige Daten wie
Passwörter ausgespäht. Meistens wird solche
Software zu Werbezwecken eingesetzt ("Adware"). Um sich davor zu schützen, sollte man sparsam
und vor allem mit Bedacht Software installieren und bei Downloads auf die
Vertrauenswürdigkeit der Quelle achten.
Da es praktisch kaum möglich ist, jeden Download und jede besuchte Webseite auf Herz und Nieren zu prüfen, lässt sich
nicht immer ganz vermeiden, dass Adware und Spyware ihren Weg auf den Rechner finden.
Dies ist auch nicht unbedingt illegal - es kann durchaus Teil der Lizenzvereinbarung
einer Software sein, dass gewisse Daten gesammelt und ausgewertet werden oder dass sich
der Nutzer zum Empfang von Werbung bereit erklärt. Insbesondere bei kostenloser Software
von kommerziellen Anbietern ist dies öfter der Fall.
Hilfe bieten hier kostenlose oder kommerzielle Tools wie Ad-Aware von
Lavasoft oder das
ebenso populäre und kostenlose
Spybot Search & Destroy.
Neben der Möglichkeit, das System nach Spionen zu durchsuchen und diese zu entfernen,
bietet Spybot S&D eine Immunisierungsfunktion, die dafür sorgt, dass bekannte
Schädlinge sich gar nicht erst auf dem Rechner einnisten können. Die kostenpflichtigen
Versionen von Ad-Aware bieten hierfür einen Echtzeitschutz.
Eine Personal Firewall stoppt unerwünschten Datenverkehr


Internet Explorer 8: Surfspuren löschen
Screenshots: teltarif
Schließlich kann auch eine Personal Firewall hilfreich
sein. Dies ist eine Software, die den ein- und ausgehenden Datenverkehr eines ans
Netz angeschlossenen Rechners überwacht und gegebenenfalls unterbindet. Welche
Anwendung mit dem Netz kommunizieren darf und welche nicht, entscheidet jeweils der Nutzer. Eine Personal Firewall
bietet zwar keinen 100-prozentigen Schutz gegen unerwünschte Datenübertragungen,
ist aber zur Erhöhung des Sicherheitsniveaus durchaus empfehlenswert.
Bei Windows Vista kann man durchaus auf die integrierte Firewall vertrauen. Über die Firewall bei Windows XP gibt es geteilte Meinungen. Im Windows-Sicherheitscenter kann man die Windows-eigene Firewall nach Wunsch aktivieren oder deaktivieren.
Die Surfgewohnheiten eines Users verraten auch Cookies, kleine Textdateien,
die beim Aufruf einer Website, die Cookies verwendet, auf die lokale Festplatte des
PC des Besuchers gelangen. Diese können durchaus hilfreich für den Benutzer sein,
indem sie Internet-Einstellungen für bestimmte Online-Dienste speichern und bei
erneutem Besuch die Eingabe von Passwörtern überflüssig machen oder den aktuellen
Inhalt des Warenkorbs in einem Online-Shop zwischenspeichern. Doch sie können auch
dazu genutzt werden, Informationen über Nutzer zu sammeln und Profile von ihnen zu
erstellen.
Beispielsweise über Werbebanner können auch Cookies gesetzt werden, die nicht vom Server der aufgerufenen Webseite stammen und somit
eine Sitzung des Nutzers über mehrere Webseiten hinweg verfolgen können
("Tracking Cookies"). Auf diese Weise können ggf. Informationen über die Interessen,
Gewohnheiten, Neigungen, Freizeitgestaltung usw. des Nutzers gewonnen und
gesammelt werden. Dies ist durchaus ein Risiko für den Datenschutz, obwohl
Cookies nur Textdateien sind, die von sich aus in keiner Weise aktiv werden
können.
Umgang mit Cookies und Surfspuren

Manche Cookies sind nur für die Dauer der Surfsession auf einer Seite
gültig und verfallen danach, andere bleiben Tage, Wochen oder auch Monate gültig.
Bei entsprechender Einstellung des Internet-Browsers wird der Nutzer vorab
informiert, wenn ein Cookie abgelegt werden soll. So kann man im Einzelfall
selbst entscheiden, ob ein Cookie angenommen oder abgelehnt werden soll - was allerdings recht unpraktisch ist,
da Cookies so häufig zum Einsatz kommen, dass das permanente Wegklicken der
Cookie-Hinweise des Browsers schnell nervtötend wird.
Auch ein generelles Ablehnen von Cookies ist keine gute Lösung, da man sich damit das Websurfen unnötig schwer
macht - in manchen Online-Shops zum Beispiel kann man gar nicht einkaufen,
wenn man keine Cookies zulässt. Eine bessere Lösung ist es, Cookies gelegentlich zu
löschen. Hierfür gibt es kostenlose Tools, zum Beispiel
CCleaner, aber auch die
Browser selbst bieten entsprechende Funktionen, mit denen nicht nur Cookies, sondern
auch andere temporäre Internet-Dateien gelöscht werden können. Dazu gehören vor allem:
- Gespeicherte Passwörter: Nutzt man den Rechner allein, ist es sehr bequem, den
Browser die Passwörter einfach speichern zu lassen, die man zum Einloggen auf
diversen Webseiten benötigt. Auf gemeinsam genutzten PCs wird es dagegen problematisch,
und im Internet-Cafe ist es sogar gefährlich, wenn ein Browser Passwörter speichert.
Hier sollte man alle temporären Internet-Dateien inklusive Passwörter in jedem
Fall nach Benutzung des Rechners löschen.
- Cache: Hier werden Internet-Dateien wie z.B. Grafiken zwischengespeichert, was u.a.
Ladezeit spart. Je nachdem, wie sicher der PC ist und wie viele Personen ihn eventuell nutzen,
empfiehlt sich auch hier ein gelegentliches Löschen.
- Verlauf: Hier sind die Adressen aller Webseiten gespeichert, die mit diesem Browser
und Nutzerprofil besucht wurden, wobei die Aufzeichnungen immer bis zur erstmaligen
Nutzung der Browserinstallation oder zur letzten Löschung zurückreichen. Auch dies
ist möglicherweise bedenklich, wenn mehrere Personen den Rechner nutzen.
So finden Sie die Browserfunktionen zum Löschen von Cookies und anderen Surfspuren:
- Internet Explorer 7: Menü "Extras", Auswahl "Internetoptionen", Button "Löschen"; hier
per Button auswählen, was gelöscht werden soll
Internet Explorer 8: Menü "Extras" oder Befehlsleiste "Sicherheit", Auswahl "Browserverlauf löschen"; hier mit Häkchen auswählen, was gelöscht werden soll
- Mozilla Firefox: Menü "Extras", Auswahl "Private Daten löschen", Häkchen
setzen und auf "Private Daten jetzt löschen" klicken
- Opera 9.5 / 9.6x: Menü "Extras", Auswahl "Internetspuren löschen", Klick auf "indidivuelle
Auswahl", Häkchen setzen und Button "Löschen" klicken
Firefox und Opera können Sie so einstellen, dass Internetdateien beim Schließen des
Browsers automatisch gelöscht werden (unter "Einstellungen" im Menü "Extras").
Manche Browser bieten mittlerweile auch einen Modus an, bei dem keine Daten für nachfolgende Nutzer hinterlassen werden. Beim Internet Explorer 8 heißt dieser "InPrivate-Modus", beim Firefox 3.5 "Privater Modus". Ist dieser aktiviert, so sind nach dem Surfen keine Informationen mehr über die Aktivitäten, die man "Privat" ausgeführt hat, zu finden. Sowohl aus Browserverlauf, temporären Internetdateien, Formulardaten und Cookies als auch gespeicherten Benutzernamen und Kennwörtern lassen sich keine Rückschlüsse auf zuvor ausgeführten Suchen oder besuchte Webseiten ziehen.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Themenspecial zur
Sicherheit im Internet