Gefahr durch Dialer

So schützen Sie sich vor Dialern im Internet

Und: Was zu tun ist, wenn Sie sich einen Dialer eingefangen haben
Vom teltarif.de-Team zusammengestellt
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So schützen Sie sich vor Dialern So schützen Sie sich vor Dialern Eine angepasste Gesetzeslage und die heutige Dominanz von Breitbandverbindungen gegenüber Internet by Call über Modem und ISDN haben den Dialer-Betreibern in Deutschland das Leben etwas schwerer gemacht - nur noch die schmale 0900-9-Gasse (oder, etwa schwerer zu erkennen, 09009 geschrieben) ist für Dialer geöffnet - und im DSL- oder Kabel-Netz funktionieren sie überhaupt nicht.

Radikallösung: Rufnummerngassen sperren

Für klassische Modem- bzw- ISDN-Nutzer ist die Gefahr trotz neuer Gasse dennoch nicht vollkommen gebannt und wer sich absichern möchte, kann über den Einsatz von Schutzsoftware nachdenken. Dazu sind sowohl spezielle Anti-Spyware-Programme als auch viele Antiviren-Schutzprogramme geeignet. Auch die Microsoft-eigene Lösung "Windows Defender" für Windows-Systeme findet Dialer, zudem sind weitere Anti-Spyware-Programme verfügbar, die diesen Funktionsumfang mit abdecken.

Wer eine neuere Windows-Variante nutzt, wird zudem durch ein ausgeklügelteres Rechtesystem und Rückfragen besser gegen Dialer geschützt. Nützlich ist auch, die Sicherheitseinstellungen im benutzten Browser auszuschöpfen: So empfiehlt es sich, keine automatischen Downloads zuzulassen - heutzutage eine Standardeinstellung. Seit längerem sind auch schon Programme auf dem Markt, die es erlauben, über die ISDN-Hardware gezielt Rufnummern zu sperren. Für das äußerst seltene Szenario, das trotz Breitband zusätzlich ein Modem oder eine ISDN-Karte zum Beispiel zum Faxen betrieben werden, ist im Zweifel während des Surfens im Internet die Trennung der Schmalband-Hardware vom Telefonanschluss sinnvoll.

DFÜ-Netzwerk regelmäßig kontrollieren

Doch abseits dieser Vorkehrungen lohnt es sich, auf weitere Details zu achten: Eine regelmäßige Kontrolle der DFÜ-Netzwerk-Einstellungen und ein kurzer Check bei jeder Einwahl, welcher Anbieter aktuell genutzt wird, sollten selbstverständlich sein. Hat sich im Ordner DFÜ-Netzwerk eine neue Verbindung installiert, von der nicht bekannt ist, woher sie stammt, sollte sie besser gelöscht werden. Hierbei gilt aber, dass durch die Löschaktion auch Beweise für ein eventuelles Vorgehen gegen den Dialer-Betrüger vernichtet werden.

Bei manchem Link im Internet ist zudem Vorsicht geboten: Es gibt einfach Seiten, bei denen die Chance, sich einen Dialer einzufangen, signifikant erhöht ist - die entsprechenden Themenbereiche sind allgemein bekannt und gesunder Menschenverstand hilft hier weiter.

Auch die gründliche Durchsicht der monatlichen Telefonrechnung kann hilfreich sein - wer ohnehin hohe Rechnungen hat, bemerkt den einen oder anderen kleineren Dialerbetrug am Ende gar nicht. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, für den Telefonanschluss einen Einzelverbindungsnachweis (EVN) zu beauftragen. Ihr Telefonanbieter muss einen solchen EVN in ungekürzter Standardform kostenlos zur Verfügung stellen. Erfahrungsgemäß tun sich die Anbieters schwer, wenn ein solcher Nachweis nachträglich verlangt wird, das heißt nachdem ein möglicher Betrug aufgefallen ist. In diesem Fall darf der Anbieter für den Aufwand auch ein Entgelt berechnen. Wenn von Anbieterseite kein Nachweis über die Verbindung mehr möglich ist, muss der strittige Betrag unter bestimmten Umständen nicht gezahlt werden - dies gilt aber natürlich zum Beispiel nicht, wenn der Nutzer auf die direkte Löschung von Verbindungsdaten bestanden hat.

Dialer: Was Sie tun können, wenn es Sie erwischt hat

Das Wichtigste ist, dass Sie beweissichere Unterlagen sicherstellen und sammeln. Dazu gehören die Telefonrechnung und Einzelverbindungsnachweise. Wenn Sie wissen, auf welcher Seite Sie sich den Dialer "gefangen" haben könnten, notieren Sie sich die Seite oder speichern Sie, wenn möglich, Screenshots: Sie können sie mit der entsprechenden Funktionstaste auf Ihrer Computertastatur ("Druck") herstellen, per Einfügen-Befehl in ein Grafikprogramm übertragen und dann als Dateien auf Ihrem Rechner speichern.

Angebot der Bundesnetzagentur
Anbietersuche zu Dialer-Nummern
Erheben Sie dann Einspruch gegen die Telefonrechnung bei Ihrem Netzbetreiber. Um ungewollte Mahnungen und negative Konsequenzen zu vermeiden, bezahlen Sie die nicht fraglichen Beträge auf der Rechnung, die beanstandeten Rechnungsposten behalten Sie ein. Mit Hilfe einer von der Bundesnetzagentur eingerichteten Datenbank können Sie den Inhaber der Rufnummer ermitteln, jedoch nicht den derzeitigen Betreiber.

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