Bezahlsysteme

So können Sie online bezahlen bei Online-Shopping & Co.

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Online-BezahlsystemeOnline bezahlen Ob Kleidung und Bücher oder Apps, Musik und Filme - wer über das Internet einkauft, hat in vielen Online-Shops eine Vielzahl von Bezahlmethoden zur Auswahl. Neben klassischen Wegen wie Kreditkarte und Lastschrift gibt es eine Reihe von Bezahlungs­dienst­leistern wie Paypal. Diese wollen den Geldtransfer sowohl für den Käufer als auch für den Verkäufer einfacher gestalten. Wir stellen Ihnen verbreitete Bezahlsysteme vor.

Grundprinzip der Bezahlungsdienste

Zu den bekanntesten Bezahlungs­dienstleistern (oder neudeutsch: Payment-Anbieter) zählen hierzulande Paypal, ClickandBuy, giropay und SOFORT-Überweisung. Sie arbeiten nach einem von zwei verschiedenen Prinzipien: virtuelles Konto oder Direkt-Überweisung.

Dienste wie Paypal und ClickandBuy richten für jeden Kunden ein virtuelles Konto ein. Dazu muss sich der Nutzer bei diesen Diensten zuerst registrieren. Im Online-Shop gibt der Käufer dann zum Bezahlen nur Name und Passwort von seinem Konto beim Payment-Dienst an, aber nicht seine Bank-Konto­daten. Diese hat er beim Dienst­leister hinterlegt, der wiederum die Ausführung der Bezahlung übernimmt. Bietet der Payment-Dienst auch eine Guthaben-basierte Zahlung, so ist nicht einmal das nötig. In diesem Fall kann der Kunde sein Konto durch den Kauf eines Vouchers oder eine Überweisung aufladen - wie man es auch von der Prepaid-Telefonie kennt.

Die zweite Art von Zahlungsdienstleistern führt kein virtuelles Konto für den Kunden, sondern stellt für ihn eine Überweisung des Kaufbetrags von seinem Girokonto bereit. Der Dienstleister bestätigt dem Online-Händler dann unmittelbar, dass die Überweisung stattgefunden hat. Diese sogenannten Direkt-Überweisungen ermöglichen etwa SOFORT-Überweisung und giropay.

Kosten der Payment-Dienste für Käufer

Das Bezahlen in Online-Shops in Euro ist in der Regel bei allen Zahlungs­dienst­leistern kostenlos. Für viele andere Leistungen erheben sie jedoch Gebühren. Dazu gehört etwa das Bezahlen in anderen Währungen als Euro.

Bei Diensten wie Paypal und ClickandBuy kann zudem auch für jede Auszahlung von Guthaben sowie für das Aufladen per Kreditkarte eine Gebühr anfallen. Zudem müssen Kunden bei einigen Diensten wie ClickandBuy und paysafecard eine "Nicht­nutzungs­gebühr" bezahlen, wenn sie den Zahlungs­dienst mehr als 12 Monate nicht benutzt haben.

Paypal

Paypal Bei Paypal ist eine Registrierung mit Name, Anschrift und E-Mail-Adresse notwendig. Der Kunde kann sein Paypal-Konto entweder Guthaben-basiert führen oder die Beträge nach dem Kauf automatisch von seinem Giro- oder Kreditkarten-Konto abbuchen lassen. Zudem ist es auch möglich, Geld auf andere private Paypal-Konten zu übertragen.

ClickandBuy

ClickandBuy ClickandBuy ist eine Tochterfirma der Telekom mit Firmensitz in Großbritannien. Wie bei Paypal ist für die Registrierung die Angabe von Name, Anschrift und E-Mail-Adresse notwendig. Zudem muss der Nutzer die Daten für ein Kreditkarten-, Giro- oder giropay-Konto hinterlegen, selbst wenn er es nur Guthaben-basiert führen möchte. Dazu kann er Geld auf sein ClickandBuy-Konto überweisen.

paysafecard

paysafecard paysafecard bietet ein rein Guthaben-basiertes Verfahren an. Eine Registrierung ist nicht erforderlich. Das paysafecard-Guthaben ist in vielen Kiosken, Tankstellen und Supermärkten in Stückelungen von 10 bis 100 Euro erhältlich. Dabei erhält der Kunde einen Bon mit einer 16-stelligen PIN. Diese Nummer gibt er dann zum Bezahlen im Online-Shop an.

Wer sich für "my paysafecard" online registriert, erhält ein virtuelles Konto, auf dass er bis zu 5000 Euro Guthaben mit paysafecards aufladen kann. Dafür muss er Namen, Anschrift, E-Mail-Adresse und Handynummer angeben. Danach kann er in Online-Shops, die paysafecard unterstützen, auch mit Angabe von Benutzername und Passwort bezahlen.

Problematisch kann bei paysafecard die Einlösung von Restguthaben sein. Denn für die Auszahlung erhebt der Anbieter eine Gebühr von mehreren Euro pro Karte. Innerhalb des ersten Jahres nach Vertragsende ist die Auszahlung hingegen kostenlos. Der Knackpunkt dabei: Laut den AGB des Anbieters schließt der Kunde durch den Kauf einer paysafecard einen Vertrag über "unbestimmte Zeit" mit ihm ab. Um einen kostenlosen Rücktausch zu erwirken, müsste der Nutzer somit erst diesen Vertrag schriftlich kündigen und dann 12 Monate später die Auszahlung einfordern.

Anstatt einer Auszahlung kann der Nutzer auch versuchen, das Restguthaben in passenden Online-Shops sinnvoll auszugeben. Hierfür braucht aber wieder genug Guthaben. Zwar kann er auch ohne Registrierung bei der Bezahlung mehrere PINs kombinieren, aber dabei ist sowohl deren Anzahl als auch die Kaufsumme gedeckelt. Reicht das kombinierte Restguthaben daher nicht aus, um ein gewünschtes Produkt zu kaufen, müsste der Käufer neues paysafecard-Guthaben erwerben. Falls die Rechnung dann nicht ganz aufgeht, hat er wiederum Restguthaben über - das Spiel beginnt von Neuem.

giropay

giropay giropay ist ein System für die Integration von Direkt-Überweisungen in Online-Shops. Wer in einem Online-Shop giropay als Bezahl­methode auswählt, wird dann zur Online-Banking-Webseite seiner Bank weitergeleitet. Hat er sich mit seinen Zugangs­daten eingeloggt, wird ihm ein bereits aus­gefülltes Über­weisungs­formular für den Online-Einkauf angezeigt, das er mit einer TAN bestätigen muss.

Für giropay ist keine gesonderte Anmeldung erforderlich, aber der Käufer muss Kunde einer der am System teil­nehmenden Banken sein. Dazu gehören die Postbank, viele Sparkassen und Volks- und Raiffeisen­banken sowie einige Direkt- und Privat­banken. Das System wird als Bezahl­methode sowohl direkt von Online-Shops eingesetzt als auch von anderen Bezahlungs­dienst­leistern wie ClickandBuy und Paypal.

SOFORT-Überweisung

SOFORT Die "SOFORT-Überweisung" des deutschen Anbieters SOFORT (früher als "sofortüberweisung.de" bekannt) ist etwas umstritten. Denn im Gegensatz zu giropay gibt der Käufer beim Online-Kauf seine Login-Daten für das Online-Banking sowie eine TAN nicht auf der Webseite seiner eigenen Bank ein, sondern in einem Web-Formular von SOFORT. Die Daten werden dann verschlüsselt an die Bank des Kunden weitergeleitet und dadurch eine Überweisung des Kaufbetrags vom Girokonto an den Online-Händler ausgelöst.

Einige etablierte Banken kritisieren dieses Verfahren der SOFORT-Überweisung. Denn es verstößt gegen die übliche AGB-Klausel der Banken, dass Kunden niemals Login-Daten oder TAN an Dritte weitergeben dürfen. Die giropay GmbH hat deswegen sogar eine Klage gegen die SOFORT AG (früher: Payment Network AG) wegen unlauteren Wettbewerbs eingereicht. Seitdem sich im Jahr 2011 auch noch das Kartellamt eingeschaltet hat und die AGB-Klauseln der Banken kritisierte, ist das Verfahren ausgesetzt. Wann eine Gerichtsentscheidung erfolgen könnte, ist offen.

Trotz aller Kritik ist der Payment-Dienst von SOFORT dennoch mit einer Vielzahl von Banken nutzbar. Wer ein Girokonto bei einer Bank hat, die nicht an giropay teilnimmt, für den kann daher die SOFORT-Überweisung eine Alternative sein.

Weitere Anbieter

Neben Paypal, ClickandBuy und paysafecard gibt es natürlich auch noch weitere Zahlungs­dienstleister, die mit virtuellen Konten arbeiten. So hat Ukash ein ähnliches System wie paysafecard, das mit 19-stelligen PINs arbeitet.

Direkt-Überweisungen sind auch über andere Anbieter als giropay und SOFORT möglich, zum Beispiel Safety Pay. Auch ClickandBuy bietet Händlern ein entsprechendes System an. Und der britische Anbieter Skrill hat sowohl Direkt-Überweisungen als auch ein virtuelles Konto im Programm.

Bezahlen mit dem Handy

Es gab bisher schon viele Versuche, das Bezahlen mit dem Handy populär zu machen, das sogenannte Mobile Payment. Im stationären Handel hat sich bisher jedoch kein System durchsetzen können. Mehr Informationen zu Mobile Payment haben wir für Sie in einem eigenen Ratgeber zusammengestellt.

Ebenfalls "mit dem Handy" können Kunden beim Carrier-Billing bezahlen. Genauer: Mit diesem Verfahren ist es möglich, Einkäufe in Appstores und In-App-Käufe auf dem Smartphone über die Mobilfunk-Rechnung oder das Prepaid-Guthaben zu bezahlen. In einem Ratgeber können Sie nachgelesen, in welchen Appstores Sie über die Handy-Rechnung bezahlen können. Zudem haben wir einen umfassenden Überblick über Bezahlmethoden ist den Appstores erstellt.

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