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Festnetz Internet Mobilfunk Handy & Co. mobicroco Meldung Meinung Service 28.05.2012 

Betriebssysteme und Router mit IPv6-Unterstützung

Nicht jede Hard- und Software unterstützt IPv6

Zum Auftakt unserer IPv6-Ratgeber haben wir Ihnen bereit eine Einführung gegeben, weitere technische Details erörtert sowie weitere IPv6-Features vorgestellt, die über die Lösung des Problems der Adressknappheit hinausgehen. Jetzt wollen wir uns dem Thema "Passende Hard- und Software zuwenden".

Gerade in einem großen technischen Gebilde wie dem Internet verfolgen die Anbieter den Grundsatz "never change a running system". Dadurch entsteht ein Henne-Ei-Problem, denn die Endkunden interessieren sich kaum für IPv6-kompatible Geräte, solange alle Angebote im Internet weiterhin über IPv4 erreichbar sind. Die Betreiber von Angeboten im Internet und die Provider investieren wiederum nicht, wenn es keine Kunden gibt, die IPv6-fähige Geräte betreiben.

Betriebssysteme mit IPv6-Unterstützung

Das einzige flächendeckend einsetzbare Glied in der IPv6-Kette stellen moderne Betriebssysteme dar. Nicht alle Betriebssysteme unterstützen alle Funktionen von IPv6, selbst in Windows 7 fehlt beispielsweise ein vollständiger Mobility Support. Generell funktioniert IPv6 aber seit Jahren, spätestens seit 2003 kann man von nahezu flächendeckender Unterstützung durch die Betriebssysteme sprechen. Die Einrichtung funktioniert nicht in allen Fällen ähnlich leicht wie bei IPv4, eine Anleitung, wie Sie IPv6 bei ihrem individuellen Betriebssystem einrichten, würde allerdings den Rahmen dieser Infoseite sprengen. Die folgende Tabelle zeigt, welche häufig eingesetzte Betriebssysteme IPv6 beherschen und welche Mindestvoraussetzungen bezüglich Updates dazu nötig sind.

Betriebssystem Version mindestens Bemerkungen
Windows 2000 Ab Service Pack 2 Update erforderlich
Windows XP Service Pack 2 Nachinstallieren erforderlich
Windows Vista Release-Version Dual-Protokoll-Stack
Windows 7 Release-Version Dual-Protokoll-Stack
Linux Kernel 2.2 Aktuell ist Kernel 2.6
Mac OS X 10.2 "Jaguar" Aktuell ist 10.6

Router für den Heimgebrauch mit IPv6

Die AVM Fritz!Box Fon WLAN 7270
Die AVM Fritz!Box Fon WLAN 7270 soll bald mit einer Standard-Firmware IPv6 unterstützen.
Router für den Heimbedarf mit IPv6-Unterstützung sind aus zuvor genannten Gründen dünn gesät. Der heimische Betrieb von IPv6 gelingt jedoch auch ohne direkte IPv6-Untersützung durch den eigenen Internetprovider. Dies funktioniert über Verfahren mit den Bezeichnungen 6to4 oder SixXS. Beide verpacken IPv6-Pakete in IPv4-Pakete und schicken diese über die eigene Internetverbindung zu einem Router oder Server, der über IPv6 ans Internet angebunden ist. Ab dort fließen die Daten als IPv6-Pakete weiter – sofern beispielsweise die gewünschte Internetseite bereits per IPv6 erreichbar ist. Ist dies nicht der Fall, können die wenigen IPv6-fähigen Router auch problemlos als IPv4-Router arbeiten, weil beide Protokolle parallel laufen können. Nutzer berichten allerdings von gelegentlichen Problemen im gleichzeitigen Betrieb, so dass im schlimmsten Fall bestimmte Internetseiten nicht mehr erreichbar sind und nur die Deaktivierung von IPv6 bleibt. Die folgende Tabelle zeigt einige IPv6-fähige Geräte für den Heimbereich.

Hersteller Modell Preis ca. in Euro GBit-LAN Wireless-N Dual Band USB-Port Integriertes DSL-Modem IPv6-Firmware
Linksys WRT54GL 50 Nein Nein Nein Nein Nein OpenWRT, auch für andere Geräte verfügbar
Netgear WNR3500L 75 Ja Ja Nein Ja Nein Angepasstes OpenWRT
D-Link DIR-825 100 Ja Ja Ja Ja Nein Standard-Firmware
AVM Fritz!Box Fon WLAN 7270 175 Nein Ja Ja Ja Ja Noch Labor-Firmware, bald Standard

Fazit: Router-Hersteller und Provider müssen nachlegen

Aktuelle Betriebssysteme kommen problemlos mit IPv6 klar, im Grunde genommen spätestens seit 2003. Wer sich allerdings für einen IPv6-fähigen Router für den Heimgebrauch interessiert, muss in den meisten Fällen noch inoffizielle Firmware nachinstallieren. Deren Bedienung gestaltet sich häufig schwerer als eine per Assistent geführte Einrichtung des Internetzugangs mit einer Standard-Firmware. Das größte Hemmnis für eine schnelle Einführung von IPv6 ist allerdings, dass nur wenige Angebote im Internet per IPv6 erreichbar sind. Solange dies der Fall ist, werden Internetprovider ihre Angebote für Privatkunden kaum mit nativer IPv6-Unterstützung ausstatten. Und bis sich das wiederum ändert, werden sich Router-Hersteller beim Thema IPv6 zurückhalten. IPv6 wird aber auf jeden Fall kommen: Früher oder später werden die Technologien, mit denen die Adressknappheit im Internet aktuell noch umgangen wird, nicht mehr zur Lösung aller Probleme ausreichen.

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2012-01, Erwachsene ab 14 Jahre