Internet-Protokoll

Technische Details zu IPv6

IPv4-Adressen bestehen aus vier Blöcken mit Zahlen zwischen 0 und 255 - eine IPv6-Adresse wirkt dagegen weit kryptischer. Wir zeigen Ihnen alles rund um das Adressschema von IPv6 und viele weitere Details zum neuen Internet-Protokoll.
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Technische Details zu IPv6Technische Details zu IPv6 In unserer Einleitung zu IPv6 haben wir Ihnen bereits die Grundzüge des neuen Internet-Protokolls beschrieben - jetzt geht es um weitere Details zu IPv6 und zur Funktionsweise.

Die meisten Nutzer bekommen IP-Adressen niemals zu Gesicht: Das so genannte Domain Name System (DNS) verknüpft die klassischen www-Adresszeilen mit den IP-Adressen. Beispielsweise durch die Eingabe von www.teltarif.de in den Browser stellt dieser eine Anfrage an den DNS-Server des eigenen Internetanbieters. Der DNS-Server teilt dem Browser infolgedessen mit, unter welcher IP-Adresse teltarif.de zu erreichen ist. Daraufhin stellt der Browser eine Verbindung zu der IP-Adresse von teltarif.de her und fordert die gewünschten Informationen an, worauf die Internetseite die entsprechenden Inhalte zurücksendet. Dies alles geschieht völlig unsichtbar für den Nutzer, der nichts weiter als die www-Adresse einzugeben braucht und am Ende die Inhalte seiner Wahl lesen kann.

So erfahren Sie die eigene IP-Adresse im Internet

Die Internetseiten, die Sie besuchen, müssen Ihre IP-Adresse im Internet kennen. Sonst wüssten Sie schließlich nicht, wohin gewünschte Informationen zurück fließen müssen. Daher können Sie die IP-Adresse des eigenen Internetzugangs erfahren, indem sie Angebote wie Wie ist meine IP bemühen. In den meisten Fällen wird dort noch eine IPv4-Adresse angezeigt. Dies könnte beispielsweise 195.26.159.14 sein, also vier Blöcke, die jeweils durch einen Punkt getrennt sind. Jeder Block beinhaltet eine Zahl, die zwischen 0 und 255 liegen kann. Der Wertebereich kommt zustande, da Computer immer eine Folge von acht Nullen und Einsen oder acht Bits zu einem Byte zusammenfassen. Damit lassen sich 256 verschiedene Werte darstellen. Wegen vier Gruppen zu jeweils 8 Bit spricht man bei IPv4 auch von 32-Bit-Adresslänge. Damit sind etwa 4,3 Milliarden IP-Adressen möglich, die in Kürze ausgeschöpft sein werden.

IPv6 erhöht die Anzahl der IP-Adressen fast ins Unendliche

IP-Adressen: IPv4 und IPv6 im VergleichIP-Adressen: IPv4 und IPv6 im Vergleich Zur Lösung der Adressknappheit vervierfacht IPv6 die Länge der IP-Adressen auf 128 Bit. Das heißt aber nicht, dass lediglich vier Mal so viele Adressen wie zuvor zur Verfügung stünden. Jedes weitere Bit Adresslänge verdoppelt die vorherige Anzahl der IP-Adressen. Die 4,3 Milliarden IP-Adressen von IPv4 werden bei IPv6 daher nicht nur vervierfacht, sondern ganze 96 mal verdoppelt. Insgesamt stehen daher bei IPv6 3,4*10 hoch 38 (ausgeschrieben entspricht das der unglaublichen Zahl 340 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000) IP-Adressen zur Verfügung. Mit dieser gewaltigen Anzahl könnte etwa das fünfzig-Billionen-fache der jetzigen Weltbevölkerung von etwa 7 Milliarden Menschen mit einer Billiarde IP-Adressen pro Kopf versorgt werden. Damit stehen ohne Probleme für jeden Computer, jedes Netbook, jedes Handy oder Smartphone und jeden Kühlschrank auf der Welt mehr als genug IPv6-Adressen zur Verfügung.

Neue Schreibweise verkürzt die Darstellung

Würde man die Schreibweise von IPv4 beibehalten, bestünden IPv6-Adressen aus 16 Blöcken mit Zahlen zwischen 0 und 255, die durch Punkte getrennt würden, beispielsweise 63.254.4.0.2.128.0.0.0.0.0.0.0.0.0.1. Da diese Darstellung aber sehr lang wäre, hat man sich zu einer anderen Schreibweise entschlossen. Die neue Schreibweise für die Zahlen erfolgt hexadezimal und drückt daher einen Wert zwischen 0 und 15 mit einer Zahl oder einem Buchstaben aus. Dabei beschreiben die Zahlen 0 bis 9 die Werte 0 bis 9 und die Buchstaben A bis F die Werte 10 bis 15. Neben der hexadezimalen Schreibweise hat man sich auch dazu entschlossen, statt einem gleich zwei Byte in einem Block zusammenzufassen. Daher benötigt man statt 16 nur noch 8 Blöcke. In unserem Beispiel verkürzt sich durch die hexadezimale Schreibweise die IP-Adresse 63.254.4.0.2.128.0.0.0.0.0.0.0.0.0.1 auf 3ffe:400:280:0:0:0:0:1. Aus dem ersten Block in der alten Schreibweise "63" wird beispielsweise "3f", der zweite Block nach der alten Schreibweise "254" wird zu "fe", insgesamt entsteht also nach der neuen Schreibweise der Block "3ffe". Wie ebenfalls zu sehen wurde auch ein anderes Trennzeichen zwischen den Blöcken in Form des Doppelpunkts gewählt. Laut Definition kann einmal pro IPv6-Adresse eine Gruppe von aufeinander folgenden Nullen mit zwei Doppelpunkten zusammengefasst werden. In unserem Beispiel entsteht dadurch aus 3ffe:400:280:0:0:0:0:1 die noch kürzere Schreibweise 3ffe:400:280::1. Daher müssen IPv6-Adressen nicht zwangsläufig schwerer zu merken sein als IPv4-Adressen.

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