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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 28.05.2012 |
Powerline-Access: Angebote in DeutschlandWarum Powerline in Deutschland weitgehend scheiterte
Die Geschichte der Powerline liest sich wie ein Trauerspiel: Vier der größten
Energieversorger Deutschlands (E.ON,
RWE, EnBW und MVV)
waren in der Hoffnung angetreten, mit der Powerline-Technologie ihre Stromnetze
mit dem Mehrwert Telekommunikation aufzupeppen. Turbo-Internet mit Datenraten
von anfangs 2 MBit/s und Telefonie aus der Steckdose
wurden angekündigt - und nicht geleistet.
E.ON verabschiedet sich als ErsterDer Stromriese E.ON, der im Jahr 2000 noch mit Planzahlen von 50 000 Anschlüssen pro Monat gespielt hatte, war aus Riege der Energieversorger mit Powerline-Ambitionen der Erste, der sich aus dem Geschäft verabschiedete. In einem Pilotprojekt hatte die E.ON-Tochter Avacon AG in Helmstedt von der - inzwischen von der Bildfläche verschwundenen - Oneline AG entwickelte Powerline-Technologie erprobt. Im Dezember 2001 wurde das Projekt aufgegeben. Begründung: Die von der RegTP in der Nutzungsbestimmung 30 (NB 30) vorgegebenen Grenzwerte seien so niedrig, dass eine marktreife Powerline-Lösung noch zwei weitere Jahre Entwicklungszeit erfordert hätte. Bruchlandung für RWEs hochfliegende PlänePünktlich zum Erlass der NB 30 im Juli 2001 hatte RWE, der Energiekonzern mit Sitz in Essen, in Essen und Mülheim/Ruhr hoffnungsfroh das Powerline-Zeitalter eingeläutet. Die regionale Ausweitung des Powerline-Angebotes in an die Energieversorgung von RWE angeschlossene Gebiete sollte folgen, bis zum Jahresende sollten 20 000 Kunden gewonnen sein. Die hochfliegenden Pläne erlitten eine Bruchlandung, RWE hielt noch bis September 2002 durch und zog sich dann mit der sachlich falschen Aussage, seit den Terroranschlägen vom 11. September seien die Nutzungsbestimmungen verschärft worden und mehr Frequenzbänder müssten für sicherheitsrelevante Dienste freigehalten werden, aus dem Abenteuer Powerline zurück. Dass bis zur Einstellung des Dienstes nur etwa 2 000 Kunden gewonnen werden konnten, hätte da wohl eher als wahres Motiv für den Ausstieg überzeugt.
EnBW legt expansive Aktivitäten auf EisDie Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) testete als Powerline-Pionier der ersten Stunde schon seit 1998 in mehreren Pilotprojekten die Praxistauglichkeit der Technologie. Zu einigem Aufsehen kam es im März 2001 als Siemens, der bisherige Technologielieferant, sich völlig überraschend aus der Powerline-Technologieentwicklung zurückzog Mitllerweile hat Siemens jedoch auch eigene Powerline-Adapter vorgestellt. EnBW blieb der Powerline-Idee treu und wechselte auf den schweizer Hersteller Ascom. Nachdem im Juli 2001 in Ellwangen das kommerzielle Powerline-Angebot bei den Stromkunden der EnBW Ostwürttemberg DonauRies AG gestartet und im Mai 2002 der Ausbau der Powerline-Infrastruktur abgeschlossen war, wurden alle expansiven Aktivitäten auf Eis gelegt. Bevor EnBW sich andernorts engagiert, will sie erst einmal genau die Wirtschaftlichkeit beobachten. Immerhin: Von den 8 000 in Ellwangen erschlossenen Haushalten, entschieden sich schon rund 1 000 für das Internet aus der Steckdose. Mannheim ist weltweit die Nummer einsUnangefochtener Powerline-Spitzenreiter ist der Mannheimer Energieversorger MVV Energie AG. Die MVV-Telekommunikationstochter MAnet führte am 1. Juli 2001 unter dem Produktnamen Vype das Internet via Powerline in der kurpfälzischen Quadratestadt ein. Mit etwa 125 000 erschlossenen Haushalten ist inzwischen das Stadtgebiet flächendeckend versorgt, was Mannheim in Sachen Powerline weltweit zur klaren Nummer eins macht. Doch auch in Mannheim liefen die Geschäfte nicht zum Besten. Nachdem bis Anfang 2004 nur 4 500 zahlende Kunden gewonnen werden konnten, übergab die MVV das Powerline-Geschäft an die Tochterfirma Power PLUS Communications AG (PPC). Mehrwert Telekommunikation als Rettungsanker?Die von MVV und dem israelischen Technikausrüster MainNet gegründete PPC ist in Deutschland das einzige Unternehmen, das maßgeschneiderte Powerline-Komplettlösungen - Feldtests, Netzplanung, Lieferung der Main.net-Technologie und Aufbau von Billing-Systemen alles inklusive - an andere Energieversorger vermarktet. Die PPC geht bei kleineren und mittleren Stadtwerken auf Kundenfang und hat dabei ein schlagkräftiges Argument an der Hand: Angesichts der Deregulierung der Strommärkte steht zu befürchten, dass alleine mit dem Verkauf von Strom schon bald nicht mehr viel Geld zu verdienen sein wird. Kleinere und mittlere Stadtwerke würden dann Gefahr laufen, von den 'Großen' geschluckt zu werden. Das Zusatzgeschäft mit der Telekommunikation könnte dann ein Rettungsanker in der stürmischen See der Deregulation sein. Von den rund 20 an der PPC-Powerlinelösung interessierten Stadtwerken sind die meisten noch in der Testphase. Kommerziell bereits am Start sind die Stadtwerke Hameln mit ihrem piper:net - der Name ist dem berühmten Stadtheroen geschuldet -, die Stadtwerke Haßfurt mit schnell-im-netz, in Dresden die Dresdner PowerKom der Stadtwerke Drewag und in der Gemeinde Hatzenbühl in Rheinland-Pfalz gibt es ein Poweline-Angebot von Vype. Die Anbieter von Powerline-Access:
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