Drei Anbieter

Internet per Satellit: KA-Sat-Vermarktung startet zur CeBIT

Vorerst drei Anbieter in Deutschland, Tarife auf LTE-Niveau
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Die Vermarktung von KA-Sat startet zur CeBITDie Vermarktung von KA-Sat startet zur CeBIT Ende Dezember wurde in Paris gefeiert. Grund war nicht Weihnachten oder Silvester, sondern der Start des neuen Eutelsat-Satelliten KA-Sat. Die Besonderheit dieses Satelliten: Er ist der derzeit größte für den europäischen Markt und soll entscheidend dazu beitragen, dass wirklich jeder Haushalt in Europa mit Breitband-Internet versorgt werden kann. Am Rande des Jahres-Empfangs von Eutelsat Deutschland in Berlin am Donnerstag wurden weitere Details zum neuen Breitband-Internet-Zugang per Satellit bekannt.

Fest steht: Zur CeBIT Anfang März in Hannover beginnt die Vorvermarktung der Tarife über den neuen Satelliten. Nach Eutelsat-Angaben können bis zu 200 000 Haushalte in Deutschland mit schnellem Internet über den KA-Sat versorgt werden. Diese Zahl ergibt sich aus der Anzahl von acht Beams, die es für Deutschland gibt sowie einigen technischen Tricks. Möglich werden sollen Downstreams mit bis zu 10 MBit/s und Upstreams mit bis zu 4 MBit/s.

Tarife für KA-Sat noch nicht veröffentlicht

Vermarktet wird KA-Sat zum Start von drei Anbietern. Zwei davon sind schon heute bekannt: Internetagentur Schott und SkyDSL. Ein dritter soll bis zur CeBIT bekannt gegeben werden, wie es seitens Eutelsat hieß. Zu den Preisen gibt es heute noch keine Details. Aus gut unterrichteten Kreisen war jedoch die Formulierung "Auf dem Niveau von LTE" zu erfahren, was monatliche Kosten von 30 bis 50 Euro bedeuten würde. Unklar ist aber, wie viel Inklusivvolumen die Tarife beinhalten, ob es stets volle Performance gibt und ob Telefonie unterstützt wird. Details dazu sind erst zur CeBIT zu erwarten. Der kommerzielle Start des KA-Sat ist für Ende Mai vorgesehen, zu dem Zeitpunkt können dann auch die Kunden die Tarife nutzen.

Geplant ist auch, Kunden des Kabel-Angebotes KabelKiosk, das kleineren Kabelnetzbetreibern angeboten wird, Zugang zu KA-Sat zu gewähren. Hier wäre es den kleinen Kabelanbietern möglich, eigene Triple-Play-Angebote zu gestalten. Dabei könnte das Internet-Signal einerseits zentral angeliefert werden, andererseits wär aber auch denkbar, dass jeder interessierte Kunde sich eine Satelliten-Anlage zum Internet-Surfen installieren muss. Hier allerdings stellt sich dann die Frage, warum der Kunde einen Kabelnetzbetreiber wählen sollte, wenn er ohnehin eine Satellitenschüssel benötigt.

1,1 Millionen Haushalte ohne Breitband-Internet

Andrew Wallace, Chief Commercial Office bei Eutelsat, freut sich sichtlich auf den neuen Satelliten. Allerdings rechnet er auch damit, dass der KA-Sat nicht lange der größte Satellit seiner Art sein wird. "Das ist wie bei Hochhäusern: Momentan sind wir hier die größten, es ist aber zu rechnen, dass andere Anbieter auch solch große Satelliten ins All schießen werden", sagte Wallace beim Jahresempfang. Das Potenzial des KA-Sat sei jedenfalls groß: 30 Millionen Haushalte in Europa seien außerhalb der Reichweite terrestrischer Breitbandzugänge. In Deutschland sind es demnach 1,1 Millionen Haushalte. "Angesichts jüngster Gespräche mit Bund, Land und kommunalen Vertretern sind wir davon überzeugt, dass Tooway einen wichtigen Beitrag zum Schließen der digitalen Versorgungslücken in Deutschland leisten wird." Alleine stemmen kann Eutelsat die Aufgabe jedoch nicht, wie die Maximal-Kapazität von 200 000 Haushalten zeigt.