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Im Test: Das bietet der neue Internetradio-Aggregator Radioline

Das noch junge Unternehmen Radioline will größter Webradio-Aggregator in Europa werden. Wir haben uns die neue Plattform einmal näher angesehen und getestet.
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Kann das Angebot von Radioline bei den Nutzern punkten?Kann das Angebot von Radioline bei den Nutzern punkten? Das Start-up Radioline hat ehrgeizige Ziele: Auf dem Mobile World Congress haben die französischen Betreiber angekündigt, dass man der größte europäische Webradio-Aggregator werden wolle. Damit würde die Firma etablierten Unternehmen wie radio.de, TuneIn oder dem Radioplayer aus Deutschland Konkurrenz machen. Doch was unterscheidet Radioline von den Konkurrenten, und gibt es überhaupt etwas, was besser ist? Wir haben uns das Portal näher angeschaut.

Senderangebot noch kleiner als bei den Konkurrenten

Wir starteten unsere Volltext-Suche mit einem kleinen Webradio, das der Autor dieses Textes betreibt: Doch Greensleeves Radio befindet sich im Vergleich zu den großen Konkurrenten nicht bei den Suchergebnissen. Unter dem Begriff "Add your Station" ist es jedoch als registrierter Nutzer möglich, Vorschläge für noch nicht gelistete Internetradio-Sender zu machen oder auch als Stationsbetreiber selbst Radiostationen hinzuzufügen. Diese Funktion ist aber nicht neu, sondern es gibt sie auch bei den anderen Wegradio-Aggregatoren. Mit Ausnahme des Radioplayer, hier wollen die Betreiber bewusst ein Überangebot verhindern und listen nur nationale Sender, die in der Media Analyse ausgewiesen sind, sowie deren Webradio-Ableger.

Diverse Social Media-Funktionen

Alle über UKW empfangbaren deutschen und internationalen Radiostationen sowie die meisten großen Webradios sind bei Radioline vertreten, wie unsere Stichproben ergeben haben. Insgesamt sind es bisher 60 000 Streams und damit noch erheblich weniger als beim Marktführer TuneIn mit über 100 000 Angeboten. Eine Suche ist nicht nur mit Volltext, sondern auch über Land oder Genre möglich. Neben der Möglichkeit Streams anzuhören bietet das Portal diverse Social Media-Funktionen. So kann man die Musikstücke eines Radioprogramms einer eigenen Deezer- oder Spotify-Playlist zufügen sowie bei Facebook teilen. Doch auch das ist kein Novum, TuneIn etwa bietet diese Möglichkeiten auch. Ebenfalls wie bei den Konkurrenten können die Nutzer Sender bewerten und eine Favoritenliste anlegen, außerdem bietet Radioline Hinweise auf Stationen mit ähnlichem Musik- oder Programmformat.

Für Apple und Android stehen auch Apps bereit. Was leider für Mobil­anwendungen fehlt, ist eine frei einstellbare Datenrate, um das Highspeed-Datenvolumen nicht zu stark durch breitbandige Internetradio-Streams zu belasten. Bedauerlicherweise bietet bisher von den Konkurrenten nur Yourmuze eine solche Möglichkeit. Bei Radioline ist man wie bei TuneIn oder radio.de auf das angewiesen, was von den Sendern kommt: Und liefert ein Programmanbieter nur einen breitbandigen Stream mit 192 kbit/s, gibt es für mobile Nutzer keine Alternative.

Radioline verweist noch auf eine Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Spreaker, wodurch Hörer Zugriff auf über 20 000 Podcasts aus den USA erhalten. Vor allem auf dem französischen Heimatmarkt hat man zudem Kooperationen mit Unternehmen wie dem Pay-TV-Konzern Canal+ geschlossen – etwa um die Streams der Plattform auch ins SmartTV zu bringen.

Angestrebte Marktführerschaft in Europa fraglich

Alles in allem sehen wir in Radioline zumindest auf dem deutschen Markt noch nicht den großen Wurf. Das Portal unterscheidet sich kaum von Branchenführer wie TuneIn, Radio.de oder Phonostar, und listet zumindest zum aktuellen Zeitpunkt noch weniger Sender. Es ist daher fraglich, ob man wie angekündigt die anderen Portal­betreiber tatsächlich irgendwann überholen kann. Auf dem französischen Markt könnte Radioline dank starker nationaler Partnerschaften aber tatsächlich die Mitbewerber bald übertrumpfen.

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