Internet: Schott will kleine Kabelnetze per Satellit versorgen
14.06.2012 17:32
Lösung eignet sich vor allem für sehr kleine Anbieter
Von der Anga Cable in Köln berichtet
 Über Satellitenschüssel wie diese will Schott kleine Kabelnetze internetfähig machen.
Die Internetagentur Schott sucht sich neue Geschäftsfelder. Nachdem der Anbieter für den
Eutelsat-Highspeed-Satelliten Ka-Sat damit begonnen hat, schnelles
Internet per Satellit
an einzelne Kunden zu verkaufen, kommen nun professionelle Lösungen.
Zur CeBIT hat das Unternehmen eine Lösung vorgestellt,
mit der über Kabelverzweiger ganze Ortschaften über die Telefonleitung erreicht werden können,
auch wenn kein konventionelles DSL verfügbar ist. Zur heute in Köln zu Ende gehenden
Anga Cable gab es den nächsten Entwicklungsschritt: Internet per Satellit für
Kabelnetzbetreiber.
Dabei denkt Schott weniger an große Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland oder
Unitymedia , sondern an die kleinsten Kabelnetzbetreiber im Land. Diese sind oft in den Händen von Wohnungsbaugesellschaften,
"dem Elektriker von Nebenan", oder anderen kleinen Firmen, die die Verkabelungen von Wohnblöcken
vorgenommen haben. Sie können bislang in der Regel nur normales Fernsehen anbieten, Internet
einzuführen käme sie aufgrund der benötigten Anbindung viel zu teuer. Hier will nun Schott ansetzen
und seine Satelliten-Anbindung zur An- und Ablieferung der Daten anbieten. Der Vorteil:
Ein Glasfaserkabel oder eine teure Richtfunkanbindung wird nicht benötigt. Allerdings
sind die Anschlüsse dann auch lange nicht so schnell, wie
es Kunden von Kabel Deutschland oder
Unitymedia mit bis zu 150 MBit/s im Downstream
gewohnt sind.
Geschwindigkeit für Endkunden bei 4 bis 8 MBit/s
Schott hat Geschwindigkeiten von 4 bis 8 MBit/s pro Endkunde im Visier. "Sie dürfen nicht vergessen,
dass das oft schon um ein Vielfaches schneller ist als das, was heute in den Regionen angeboten wird",
sagte Geschäftsführer Stephan Schott auf der Anga Cable gegenüber teltarif.de.
Zu lösen hat er auch die technische Realisierung: Bislang können Satelliten-Anbindungen
keine dreistelligen Datenraten liefern. Er verspricht aber, dass er Lösungen entwickelt,
mit den er dann über per Satellit Anbindungen von 100 MBit/s anbieten kann. Da diese Geschwindigkeit
dann aber unter den Kunden aufgeteilt wird, wird es diese Performance nicht für den Endkunden geben.
Das neue Vorleistungsprodukt, das Schott zusammen mit Eutelsat anbieten will, wird es in drei
Varianten geben. Entweder Schott kümmert sich komplett um alles und hat auch die Beziehungen
zum Kunden oder das Unternehmen hält sich im Rahmen einer Whitelable-Lösung im
Hintergrund und ermöglicht dem jeweiligen Anbieter die Vermarktung unter eigenem Namen und eigenen
Tarifen. Als dritte Variante ist es auch möglich, dass Schott ausschließlich als technischer
Zulieferer auftritt.
Echte Flatrates ohne Drosselung werden die Kabelnetzbetreiber aber vermutlich nicht anbieten
können. Der Traffic über Satellit muss bezahlt werden. Und jeder Nutzer, der den Zugang
mit trafficintensiven Diensten belegt macht nicht nur den Zugang für andere Nutzer langsamer,
sondern kostet den Kabelnetzbetreiber auch Geld. Eine Flatrate auf Discount-Niveau würde
also die Kalkulation sprengen.
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