Vorleistung

Internet: Schott will kleine Kabelnetze per Satellit versorgen

Lösung eignet sich vor allem für sehr kleine Anbieter
Von der Anga Cable in Köln berichtet
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Über Satellitenschüssel wie diese will Schott kleine Kabelnetze internetfähig machen.Über Satellitenschüssel wie diese will Schott kleine Kabelnetze internetfähig machen. Die Internetagentur Schott sucht sich neue Geschäftsfelder. Nachdem der Anbieter für den Eutelsat-Highspeed-Satelliten Ka-Sat damit begonnen hat, schnelles Internet per Satellit an einzelne Kunden zu verkaufen, kommen nun professionelle Lösungen. Zur CeBIT hat das Unternehmen eine Lösung vorgestellt, mit der über Kabelverzweiger ganze Ortschaften über die Telefonleitung erreicht werden können, auch wenn kein konventionelles DSL verfügbar ist. Zur heute in Köln zu Ende gehenden Anga Cable gab es den nächsten Entwicklungsschritt: Internet per Satellit für Kabelnetzbetreiber.

Dabei denkt Schott weniger an große Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland oder Unitymedia , sondern an die kleinsten Kabelnetzbetreiber im Land. Diese sind oft in den Händen von Wohnungsbaugesellschaften, "dem Elektriker von Nebenan", oder anderen kleinen Firmen, die die Verkabelungen von Wohnblöcken vorgenommen haben. Sie können bislang in der Regel nur normales Fernsehen anbieten, Internet einzuführen käme sie aufgrund der benötigten Anbindung viel zu teuer. Hier will nun Schott ansetzen und seine Satelliten-Anbindung zur An- und Ablieferung der Daten anbieten. Der Vorteil: Ein Glasfaserkabel oder eine teure Richtfunkanbindung wird nicht benötigt. Allerdings sind die Anschlüsse dann auch lange nicht so schnell, wie es Kunden von Kabel Deutschland oder Unitymedia mit bis zu 150 MBit/s im Downstream gewohnt sind.

Geschwindigkeit für Endkunden bei 4 bis 8 MBit/s

Schott hat Geschwindigkeiten von 4 bis 8 MBit/s pro Endkunde im Visier. "Sie dürfen nicht vergessen, dass das oft schon um ein Vielfaches schneller ist als das, was heute in den Regionen angeboten wird", sagte Geschäftsführer Stephan Schott auf der Anga Cable gegenüber teltarif.de. Zu lösen hat er auch die technische Realisierung: Bislang können Satelliten-Anbindungen keine dreistelligen Datenraten liefern. Er verspricht aber, dass er Lösungen entwickelt, mit den er dann über per Satellit Anbindungen von 100 MBit/s anbieten kann. Da diese Geschwindigkeit dann aber unter den Kunden aufgeteilt wird, wird es diese Performance nicht für den Endkunden geben.

Das neue Vorleistungsprodukt, das Schott zusammen mit Eutelsat anbieten will, wird es in drei Varianten geben. Entweder Schott kümmert sich komplett um alles und hat auch die Beziehungen zum Kunden oder das Unternehmen hält sich im Rahmen einer Whitelable-Lösung im Hintergrund und ermöglicht dem jeweiligen Anbieter die Vermarktung unter eigenem Namen und eigenen Tarifen. Als dritte Variante ist es auch möglich, dass Schott ausschließlich als technischer Zulieferer auftritt.

Echte Flatrates ohne Drosselung werden die Kabelnetzbetreiber aber vermutlich nicht anbieten können. Der Traffic über Satellit muss bezahlt werden. Und jeder Nutzer, der den Zugang mit trafficintensiven Diensten belegt macht nicht nur den Zugang für andere Nutzer langsamer, sondern kostet den Kabelnetzbetreiber auch Geld. Eine Flatrate auf Discount-Niveau würde also die Kalkulation sprengen.

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