sicher

Fraunhofer Institut: Internet Explorer 9 sicherster Browser

Firefox 6 deutliches Schlusslicht
Von mit Material von dpa
AAA

Laut der Studie des SIT sei der Internet Explorer der sicherste Browser. Laut der Studie des SIT sei der Internet Explorer der sicherste Browser. Der Internet Explorer von Microsoft hat in einer aktuellen Studie zu Sicherheitsfunktionen von Browsern die versammelte Konkurrenz geschlagen. Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) untersuchte spezielle Abwehrmechanismen gegen Schadsoftware. Bei der Abwehr von Angriffen von infizierten Websites mit Hilfe von Malware habe sich dabei der Internet Explorer deutlich gegen Googles Chrome und Apples Safari durchgesetzt, teilte das Institut für Sichere Informationstechnologie mit. Absolutes Schlusslicht bildete der Firefox in Version 6. Aktuell ist bei dieser Open-Source-Software allerdings die Version 11, was die Ergebnisse relativiert. Für die Studie wurden generell Browserversionen verwendet, die im September 2011 aktuell waren. Zum Stand von Sicherheitsaktualisierungen macht das Institut keine Angaben.

Verfahren, die für Sicherheit sorgen sollen

Internet-Browser nutzen heute eine Vielzahl von Verfahren, um den Nutzer unterwegs im Netz gegen Angriffe zu schützen. Das Fraunhofer Institut untersuchte in seiner Studie gängige Verfahren zur Abwehr von Schadsoftware auf Webseiten. Die meisten Browser nutzen heute eine Liste von URLs, die bekannte Seiten aufzählt, die für Schadsoftware-Verbreitung bekannt sind. Ein Browser kann aber auch versuchen, anhand des Inhalts zu erkennen, ob eine Seite potenziell schädliche Aktionen durchführen möchte.

Dabei wurde gemessen, welche Malware-Angriffe der Browser insgesamt erkennt und wie viel Zeit dafür gebraucht wird. Unter die Lupe nahmen die Forscher Google Chrome 14, Apple Safari 5, Microsoft Internet Explorer 8 und 9 sowie Mozilla Firefox 6. "Insgesamt haben Internet Explorer 9 und Internet Explorer 8 über alle Teilergebnisse betrachtet die besten Leistungen erzielt", heißt es in der Studie.

Inhaltsbasierte Gefahrenabwehr

Als einziger Browser unterstützte der Internet Explorer 9 zudem die inhaltsbasierte Analyse, also das automatische Analysieren und Erkennen von schädlichen Inhalten der heruntergeladenen Daten. Die Technik sei allerdings noch verbesserungsfähig, so die Forscher. Lediglich 14,9 Prozent der getesteten Malware sei aus einer präparierten Datensammlung damit erkannt worden - ein eher geringer Mehrwert.

Für die vorgestellte Studie wurden über vier Wochen hinweg die URLs (Adressen) von Webseiten gesammelt, die bösartige Inhalte transportieren. Durch den Aufruf der URL oder direkt der Schadsoftware wurden die Browser realen Angriffen ausgesetzt. Die Forscher untersuchten, wie die Browser auf die Angriffe reagieren. Die Studie wurde unter anderem von Microsoft mitfinanziert. Einfluss auf Methodik und Durchführung habe es jedoch zu keiner Zeit gegeben, betont das Fraunhofer Institut.

BSI empfiehlt Google Chrome

Anfang Februar hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine konkrete Empfehlung für den Chrome-Browser von Google ausgesprochen. Da Chrome als einziger Browser die Sandbox-Technologie nutze, die im Zweifel den Rechner vor Schädlingen im Netz abschotte, sei Googles Browser derzeit der sicherste Browser, so das Bundesamt.

Die Sandbox hilft bei erfolgreichen Attacken. Dennoch ist es wichtig, vorhandene Sicherheitslücken zu schließen, damit Malware weniger Einfallstore hat. Die BSI-Schwachstellenampel [Link auf https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Cyber-Sicherheit/Gefaerdungslage/Schwachstellenampel/cs_schwachstellenampel_node.html entfernt, da Seite nicht mehr erreichbar] zeichnet dabei ein anderes Bild: Google Chrome habe aktuell 5 offene Sicherheitslücken, der Internet Explorer 3. Für Firefox und Safari steht der Zähler bei 0.

Mehr zum Thema Browser