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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 28.05.2012 |
Experte: Streit behindert Internet ohne Barrieren05.05.2009
11:04 Öffentliche Web-Angebote werden für Behinderte zu langsam ausgebaut
Ein Streit von Bund, Ländern und Kommunen
verhindert nach Ansicht des Internet-Experten Artur Ortega, dass
öffentliche Web-Angebote von Behinderten umfassend genutzt werden
können. Der Bund sei zwar bereit, eine neue UN-Konvention über die
Rechte von Behinderten durch eine barrierefreie Gestaltung von
Websites umzusetzen, einige Bundesländer und Kommunen zögerten aber,
sagte Ortega, der beim Internet-Konzern Yahoo! in London als Experte
für das Thema ("Accessibility Evangelist") und als Software-Entwickler arbeitet. Der Informatiker, der selbst blind ist, äußerte
sich in dem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa anlässlich
des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit
Behinderung.
"Ich gehe davon aus, dass die neue UN-Konvention diesen Kompetenzstreit durchbricht. Menschenrechte hören ja auch nicht auf Bundesebene auf", sagte Ortega. Verbindliche UN-Konvention für Menschen mit BehinderungenDie UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen ist in Deutschland seit 26. März diesen Jahres rechtsverbindlich. Die Vertragsstaaten haben sich unter anderem verpflichtet, Mindeststandards für die Zugänglichkeit öffentlicher Einrichtungen und Dienste zu erarbeiten und deren Einhaltung zu überwachen. Auch private Anbieter sollen verpflichtet werden, die Barrierefreiheit zu berücksichtigen. Darunter fällt auch der behindertengerechte Zugang zum Internet. Menschen mit Behinderungen seien eine wichtige Benutzergruppe im Internet, sagte Ortega. "Sie nutzen das Web selbständig und überdurchschnittlich." Er verwies auf eine Umfrage der Aktion Mensch, laut der Behinderte 6,5 Mal pro Woche das Internet nutzen, wogegen alle Bürger laut einer Erhebung von ARD und ZDF dies durchschnittlich nur 5,1 Mal tun. Auch ältere Web-Anwender, eine weitere überdurchschnittliche wachsende Internetnutzer-Gruppe, profitieren von den vier Grundprinzipien eines barrierenfreien Web, nämlich "Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit", sagte Ortega. Heute, am europäischem Gleichstellungstag, protestieren Behinderte in Europa bereits seit 1992 mit Demonstrationen, Aktionen und Fachveranstaltungen gegen Diskriminierungen und Benachteiligungen. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Umsetzung der UN-Konvention, die im Dezember 2006 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Internet ohne Vertragsbindung und Mindestnutzung ab 0,5 Cent pro Minute
dpa / Marie-Anne Winter
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