Rückblick

Internet-Rückblick 2011: 100 MBit/s für viele und überlastete Netze

Außerdem: Schnelles Internet per Satellit und neue Netze
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Was für viele Internetnutzer in ländlichen Regionen wie Hohn klingt, ist doch einer der Trends des abgelaufenen Jahres. Das Jahr 2011 kann durchaus als Breitband-Jahr bezeichnet werden. Zahlreiche Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass ein Internet-Anschluss mit 100 MBit/s heute schon fast zum guten Ton gehört, wenn jemand viel im Internet. Zum Abschluss des Jahres blicken wir zurück auf das, was sich in diesem Jahr bei schnellem Internet getan hat.

Telekom hat in Köln ein 100-MBit/s-LTE-Netz gebautTelekom hat in Köln ein 100-MBit/s-LTE-Netz gebaut Der Markt funktioniert so, wie die Politik es sich wünscht: Die verschiedenen Zugangstechnologien ergänzen sich an unterschiedlichen Orten. Allerdings wünscht sich die Politik dieses vor allem bei der Erschließung weißer Flecken. Egal ob LTE, Satellit, Glasfaser-Zugänge oder Kabelnetze: Verschiedene Anbieter haben in diesem Jahr dafür gesorgt, dass ein großer Teil Deutschlands erstmals schnelle Internetzugänge und ein anderer Teil noch schnellere Internetanschlüsse bekommen hat.

Seit Juni: Flächendeckend 10 MBit/s per Satellit

Für die Flächenversorgung war der Start eines neuen Satelliten entscheidend. Ins All geschossen wurde er zwar vor genau einem Jahr, seinen Betrieb aufgenommen hat er nach umfangreichen Tests jedoch erst im späten Frühling. Seitdem sind in ganz Europa Internetzugänge mit 10 MBit/s im Downstream möglich. Erforderlich dazu ist eine spezielle Satelliten-Antenne, die auf den neuen Satelliten mit Namen Ka-Sat ausgerichtet ist. Ka-Sat ist ein Satellit von Eutelsat aus Paris und wird in Deutschland aktuell von drei Anbietern vermarktet. Diese haben ihre Tarifmodelle seit dem Start bereits mehrfach umgestellt. Je nach Anbieter und Tarif kann eine Flatrate mit akzeptabler Geschwindigkeit für Preise zwischen 40 und 60 Euro monatlich gebucht werden.

Start der LTE-Vermarktung

Glasfaserausbau von M-Net in MünchenGlasfaserausbau von M-Net in München Parallel zu Ka-Sat haben auch die lange angekündigten LTE-Netze dieses Jahr ihren kommerziellen Betrieb aufgenommen, nachdem bereits im Vorjahr unter den Augen der Presse erste Sendemasten aktiviert wurden, aber für die Kunden damals noch nicht nutzbar waren. Sowohl die Telekom als auch Vodafone haben an zahlreichen Orten in ländlichen Gebieten LTE-Sender aktiv geschaltet. Sie bieten dort Internetzugänge mit bis zu 7,2 MBit/s an. Vodafone verspricht sogar bis zu 50 MBit/s, was aufgrund der technische Gegebenheiten aber als theoretischer Maximalwert zu verstehen ist. Allerdings handelt es sich in beiden Fällen nicht um unlimitierte Highspeedzugänge. Je nach Tarif werden sie nach einigen Gigabyte Datenvolumen pro Monat im Datendurchsatz gedrosselt. Die dann noch geschalteten 384 kBit/s sind immer noch deutlich schneller als ISDN- oder Analog-Zugänge.

Der Ausbau bei den Netzbetreibern läuft noch. Nach wie vor sind viele Orte, die ein Internet-Defizit haben, nicht mit LTE oder HSDPA erschlossen. Auch o2 baut übrigens ein LTE-Netz im ländlichen Bereich auf, hat offiziell aber noch lange nicht so viele Orte erschlossen wie die Telekom und Vodafone.

Zu viele Smartphones: UMTS-Netze erstmals deutlich überfordert

Unterdessen sahen sich die Netzbetreiber in diesem Jahr erstmals mit einem für sie neuen Problem konfrontiert: Ihre Datennetze wurden zu gut genutzt - ein Problem, das sich zunehmend verschärft. Was bislang nur von Silvester und in Bezug auf Telefonie und SMS bekannt war gilt nun auch immer öfter während des Jahres und für mobile Daten: Die Netze sind überlastet. Vor allem das o2-Netz fiel hier durch die Privat-Initiative "Wir sind Einzelfall" auf und o2 bezog Stellung zu den Netzüberlastungen. Offen bekundete der Netzbetreiber, man habe das schnelle Wachstum des Smartphone-Marktes unterschätzt.

Je nach Ort und Zeitpunkt sind jedoch auch andere Netzbetreiber mit den Datenübertragungen überfordert. Insbesondere dort, wo viele Menschen zusammenkommen, kann es eng werden in den Datennetzen. Dabei hilft der Telekom und Vodafone, dass sie generell deutlich mehr Kapazität auf der Funkschnittstelle bereitstellen als o2 oder E-Plus. Die Telekom hat in diesem Jahr ihr komplettes UMTS-Netz auf eine Performance von bis zu 42,2 MBit/s im Downstream ausgerichtet.

2011 ist noch mehr passiert: Die Telekom hat Mobilfunk mit 100 MBit/s in die Stadt gebracht, München hat Glasfaser-Anschlüsse bekommen und die Kabelnetzbetreiber gehören zu den Gewinnern des Jahres. Mehr dazu lesen Sie auf der nächsten Seite.

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