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Marktforscher: Ultrabook-Welle kommt nicht ins Rollen

Laptop-Käufer verschmähen teure Ultrabooks
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Ultrabook Acer Aspire S7Acer Aspire S7 Es läuft nicht gut in Sachen Ultrabook: Die schicken flachen Laptops sollten zumindest laut hoffnungsfroher Planungen von Intel das nächste große Ding auf dem Computermarkt werden. Offenbar hatten die PC-Hersteller zu naiv darauf gesetzt, so etwas wie die Netbook-Welle, die vor einigen Jahren um die Welt rollte, mit den deutlich leistungsstärkeren, aben eben auch teureren Ultrabooks wiederholen zu können: Einen Marktanteil von 40 Prozent wollte Intel mit neuen Ultrabooks im Jahr 2012 erzielen. Dieses Ziel ist aber nicht einmal annähernd zu erreichen, wie ein Marktforscher von IDC die Sache einschätzt. Nur rund eine Million der flachen Powerrechner werde sich bis Ende des Jahres verkaufen lassen.

Analyst: Intel wird anvisierten Marktanteil 2012 nicht erreichen

Gegenüber CNet sagte der IDC-Analyst Jay Chou, dass das Marktvolumen nicht nur allgemein rückläufig ist, sondern gerade im Bereich der Ultrabooks schwächelt. Insgesamt gehen Prognosen von rund 225 Millionen verkauften Notebooks in diesem Jahr aus, es sollen aber nur eine Million im Ultrabook-Format darunter sein. Auf die ICD-Prognose umgerechnet kämen die Ultrabooks nur auf gut 0,4 Prozent statt der von Intel erhofften 40 Prozent Marktanteil - das wäre ein krasser Unterschied zwischen Erwartung und Realität.

Jay Chou schätzt, dass auch die zweite Generation der Ultrabooks mit Ivy-Bridge-CPUs in der zweiten Jahreshälfte erstmal keine Verbesserungen für die Marktsituation mit sich bringen wird: Die Geräte werden mit der neuen Prozessor-Generation zwar noch etwas leistungsfähiger, aber nicht günstiger. Laut IDC wurden in der ersten Hälfte dieses Jahres nur eine halbe Million Ultrabooks verkauft und auch in der zweiten Hälfte erwarten die Marktforscher etwa die gleiche Stückzahl.

Ultrabooks der zweiten GenerationUltrabooks der zweiten Generation Selbst die im Oktober geplante Markteinführung von Windows 8 werde nicht unmittelbar helfen, wie Chou meint. Allerdings ist ein schnelleres und eleganteres Betriebssystem eine der wichtigsten Anforderungen, die Kunden an besonders flache und teure Laptops stellen.

Der Preis ist vermutlich das Haupthindernis, was die Anschaffung eines Ultrabooks angeht: Den meisten Kunden ist ein Ultrabook möglicherweise schlicht zu teuer. Viele könnten daher vielleicht doch zu einem weniger eleganten, aber günstigeren Gerät greifen. Die Preisgrenze sieht Chou bei 700 Dollar, also etwa 580 Euro: Erst wenn mehr Geräte unterhalb dieser "magischen Grenze" auf den Markt kämen, könne der Markt langsam in Schwung kommen. Allerdings scheint dieses Argument bei einem Hersteller nicht zu funktionieren: Das Macbook Air von Apple ist zwar relativ teuer, aber eines der wenigen Design-orientierten Geräte, die sich trotz der herrschenden Ultrabook-Flaute sehr gut verkaufen.

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