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Editorial: Allein der neue Intel-Atom-Prozessor reicht nicht!27.12.2009
15:49 Auf die richtige Wahl der Komponenten kommt es an.
Intel hat kurz vor Weihnachten und mit einigem Abstand vor der Anfang Januar in
Las Vegas/USA stattfindenden Computer- und Elektronikmesse
CES zu Beginn dieser Woche
seinen neuen Prozessor für Netbooks und
andere Klein-Computer vorgestellt. Für die kleinen Laptops kommt
im Januar der Ein-Kern-Prozessor Atom N450 auf den Markt,
dessen Besonderheit die Integration von Memory Controller und Grafikkern
in den Chip ist. Dadurch lässt sich die neue Generation der Intel Atom-CPUs
nicht nur kostengünstiger und platzsparender produzieren, der neue
Atom-Prozessor soll auch etwa 20 Prozent weniger Energie bei leicht
steigender Leistung verbrauchen.
Direkt nach der Ankündigung von Intel folgten dann von zahlreichen Herstellern Ankündigungen neuer Netbooks, über die teltarif.de ebenso berichtet hat. Bei der Flut neuer Geräte, die über uns und viele Tech-Blogs hereingebrochen ist, konnte man zeitweilg das Gefühl bekommen, der Termin des CES läge dieses Mal kurz vor Weihnachten und nicht zum Jahresbeginn im Januar. Doch bieten die neuen Geräte von Asus, Lenovo, Samsung, MSI und anderen Herstellern wirklich so viel mehr, wie die Hersteller ihren Kunden zuweilen weismachen wollen? Auf die richtigen Komponenten kommt es an!Auffällig bei fast allen in dieser Woche vorgestellten Netbooks ist, dass dieses mehr an Leistung oder dieses mehr an Akkulaufzeit wohl nur in seltenen Fällen beim Endkunden ankommt. Häufig nutzt der Hersteller dies wohl dazu, um an anderer Stelle schwächere und damit günstigere Komponenten einzubauen und die Geräte - sofern es der Wettbewerb erfordert - noch günstiger in den Handel bringen zu können. Zwei Geräte mit dem Pineview Intel Atom N450 Prozessor wurden bereits relativ standardisierten Testverfahren unterzogen und bestätigten dabei leider genau jenen Eindruck: Der MSI Wind U135 erreichte im Test von laptopmag.com mit einem relativ schwachen 6-Zellen-Akku gerade einmal eine Laufzeit von 5,5 Stunden. Etwas besser sah das Bild beim Eee PC 1005PE von Asus aus: Er erreichte im Test von engagdet.com je nach Anwendung eine Laufzeit von 8 bis 10,5 Stunden und damit mehr als so manches aktuelles Netbook. Freilich bleibt der Eee PC 1005PE damit aber auch deutlich unter jenen 14 Stunden Maximallaufzeit, die Asus verspricht. Weiterhin gilt auch immer noch oder eben auch gerade jetzt ein verstärktes Augenmerk auf weitere Komponenten des Netbooks zu werfen: Sind die Komponenten sinnvoll auf den Einsatz in mobilen Rechnern abgestimmt? Wird wirklich eine stromsparende Festplatte mit sinnvollen, sprich schnellen Lese- und Schreibraten verbaut oder eine "alte Krücke", die maximal in einen super-billigen Desktop-PC noch ihre Berechtigung hat? Verfügt der mitgelieferte Akku über ausreichende Kapazität oder sind zumindest entsprechende Batterien als Zubehör erhältlich? Bislang wurden meist 6-Zellen-Akkus mit mindestens 5 400 mAh beigelegt, bei den neueren Modellen greift die Unsitte um sich, dass immer mehr Hersteller auf 6-Zeller mit nur noch 4 400 bis 5 200 mAh setzen. Und nicht zuletzt: Harmoniert das Netbook mit den persönlichen Nutzungswünschen? Also z. B. die Fragen: Ist das Display ausreichend hell für den Einsatz unterwegs? Steckt das Netbook in einem soliden Gehäuse, das auch den einen oder anderen Schlag unterwegs wegstecken kann? Weiß Intel wirklich, was der Endkunde will?Auch schon in der ersten Generation der Netbooks, die mit der Markteinführung des Eee PCs 2007 begann, bestimmten Intel und Microsoft genau, wie die Geräte aussehen sollten. Wollte ein Hersteller den Intel-Atom-Prozessor oder das Betriebssystem Windows XP von Microsoft zu günstigen Konditionen bekommen, durfte etwa der Arbeitsspeicher nicht größer als 1 GB oder die Festplatte nicht größer als 160 GB sein. Auch in der aktuellen Generation der Pineview-Prozessoren N450 ist dies wieder der Fall. Wie widersinnig dies zuweilen sein kann, wird aber auch an einem Statement des Marketing-Chef Anil Nanduri der Netbook-Sparte bei Intel deutlich: Er ätzte in dieser Woche in Richtung Nvidia, die mit dem Grafikprozessor Nvidia Ion ein aussichtsreiches Produkt für die Darstellung von Grafiken und hochauflösenden Videos auf kompakten, Strom sparenden PC-Systemen und Netbooks anbieten. Nanduri bezeichnete Nvidias Ion als "Overkill" und als zu teuer für Netbooks. Bleibt zu hoffen, dass die im Interview genannten Variante mit einem Broadcom Crystal HD Media Accelerator wirklich die für den Endkunden bessere Alternative ist. Mehr Markt im Sinne verschiedener Kompontenten zur Auswahl für den Endkunden wäre hier sicherlich zu begrüßen, denn nicht jede Komponente im Netbook läßt sich so leicht wechseln wie ein (Zusatz-)Akku oder der Speicher-Baustein. Übrigens: Das passende Wunsch-Netbook finden Sie in der Netbook-Datenbank des kürzlich gestarteten Tech-Blogs mobicroco.de, einem Angebot unserer Tochtergesellschaft clickiate media GmbH. Dort sind bereits auch erste Netbooks mit dem neuen Pineview-Prozessor Intel Atom N450 gelistet. Weitere Editorials
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