Nach Nutzer-Kritik: Instagram ändert die AGB erneut
19.12.2012 10:23
Unternehmen entschuldigt sich für unklare Formulierungen
Von dpa /
 Instagram rudert zurück
Der Fotodienst Instagram macht nach heftiger
Nutzer-Kritik einen Rückzieher bei geplanten Änderungen der
Nutzungsregeln. "Wir haben keine Absicht, Ihre Fotos zu verkaufen",
stellte Mitgründer Kevin Systrom klar und entschuldigte sich für unklare Formulierungen. Auch müssten sich Nutzer
keine Sorgen machen, dass ihre Bilder ungefragt in Werbeanzeigen
auftauchen.
Sehr locker formulierte neue Regeln hatten solche Interpretationen
zugelassen und für Aufruhr bei den Nutzern gesorgt. Viele erklärten,
Instagram zu verlassen. Die von Facebook übernommene Plattform ist
mit mindestens 100 Millionen Nutzern einer der populärsten
Fotodienste im Netz.
Die Instagram-Nutzer störten sich vor allem an einem Punkt in den
neuen Regeln, laut dem Instagram bei einer wortwörtlichen Auslegung
Bilder und andere Daten Werbetreibenden zur Verfügung stellen und
dafür Geld kassieren könne. Gemeint dabei sei aber nur, dass ein
Nutzer zum Beispiel sehen könne, welche seiner Freunde die Fotos
einer bestimmten Firma bei Instagram abonniert hätten, erklärte
Systrom jetzt. "Es ist unser Fehler, dass die Formulierungen
verwirrend sind." Eine neue Version solle klarer werden.
Klassische Werbung soll nicht kommen
Unbegründet sei auch die Befürchtung, dass Instagram-Bilder in
Werbeanzeigen auftauchen könnten, betonte Systrom. "Wir haben keine
solchen Pläne und werden deswegen die Formulierung entfernen, die
diese Frage aufkommen ließ." Instagram wolle klassische störende
Anzeigen wie Werbebanner verhindern. Stattdessen sei die Idee,
Nutzern für sie möglicherweise interessante Instagram-Accounts und
Inhalte vorzustellen und damit Geld zu verdienen.
Nach Veröffentlichung der neuen Regeln hatte sich im Internet wie
ein Lauffeuer die Behauptung verbreitet, Instagram wolle unter der
neuen Facebook-Regie Fotos von Nutzern verkaufen. Dienste, die beim
Sichern von Instagram-Fotos helfen, meldeten einen Ansturm von Kunden
an - was auf eine Abwanderung von Nutzern hinweisen könnte. Die neuen
Regeln sollten am 16. Januar in Kraft treten.
Die umstrittene Passage in den am späten Montag veröffentlichten
Nutzungsrichtlinien lautete: "Der Dienst kann teilweise oder ganz von
Werbeeinnahmen unterstützt werden. Um uns zu helfen, interessante
bezahlte oder gesponserte Inhalte oder Werbung zu platzieren,
erklären Sie sich damit einverstanden, dass ein Unternehmen oder eine
andere Einheit uns dafür bezahlt, Ihre Benutzernamen, Abbild, Fotos
(zusammen mit allen anhängenden Metadaten) und/oder Aktionen, die sie
vornehmen, im Zusammenhang mit bezahlten oder gesponserten Inhalten
oder Werbekampagnen anzuzeigen, ohne jede Vergütung für Sie."
Außerdem warnte Instagram, dass bezahlte Services oder gesponserte
Inhalte nicht unbedingt als solche ausgezeichnet werden. Weitere neue
Bestimmungen hingen vor allem mit der Übernahme durch Facebook
zusammen. So behielt sich Instagram das Recht vor, sämtliche
Informationen inklusive Geodaten mit anderen zu teilen.
Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook hatte im Frühjahr rund
eine Milliarde Dollar für Instagram mit damals rund 30 Millionen
Nutzern geboten. Angesichts der massiven Kursverluste der
Facebook-Aktie fiel der tatsächliche Kaufpreis am Ende einige hundert
Millionen Dollar niedriger aus. Facebook machte von Anfang an keinen
Hehl daraus, dass sich die teure Übernahme am Ende rechnen soll. Auf
Seite von Facebook mit mehr als einer Milliarde Mitgliedern wurden
die Schleusen für Instagram-Daten bereits vor kurzem mit neuen
Datenschutz-Regeln geöffnet.
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