Jubiläum

Jubiläum: Informationszentrum Mobilfunk wird zehn Jahre alt

Es bleiben aber Zweifel an der Unabhängigkeit des Vereins
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IZMF-LogoDas Informationszentrum Mobilfunk (IZMF)
feiert Geburtstag
Das Informationszentrum Mobilfunk (IZMF), das 2001 von den deutschen Mobilfunk-Netzbetreibern E-Plus, Mobilcom, o2, Quam, T-Mobile, Vodafone und dem Bündelfunk­netzbetreiber Dolphin Telecom in Berlin gegründet wurde, feiert in diesen Tagen sein zehnjähriges Jubiläum. Grund für den Aufbau des IZMF war seinerzeit eine freiwillige Selbstverpflichtung der Branche gegenüber der Bundesregierung, um - so der Verein in seiner Selbstdarstellung - "dem gestiegenen Bedürfnis der Bevölkerung nach umfassenden Informationen zum Thema Mobilfunk gerecht zu werden und so die Vorsorge im Bereich des Mobilfunks zu stärken."

Vorrangige Themen des IZMF, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung zum Jubiläum, seien "damals wie heute Fragen zum Ausbau der Netze und zur Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit des Mobilfunks". Geschäftsführerin Dagmar Wiebusch sagte: "Wir sind 2001 angetreten, die gesellschaftliche Debatte zum Mobilfunk sachlich ausgewogen und wissenschaftlich fundiert zu begleiten."

"Gemeinsame PR-Zentrale der Mobilfunkbetreiber"?

Doch es gibt auch kritische Stimmen: So werfen Mobilfunk-Gegner wie der Verein "Diagnose Funk" dem IZMF vor, "die gemeinsame Public–Relation-Zentrale der Mobilfunkbetreiber" zu sein, die "von der Nützlichkeit und Gesundheitsverträglichkeit ihrer Produkte überzeugen" wolle. IZMF-Chefin Wiebusch sagt jedoch: "Der Verpflichtung zu unparteiischer Information sind wir bis heute treu geblieben und wir konnten so das Vertrauen vieler Menschen gewinnen, mit denen wir in diesen zehn Jahren in Kontakt getreten sind."

Vodafone mittlerweile ausgetreten

Vodafone, seinerzeit Gründungsmitglied, ist indes Ende vergangenes Jahres (zum 31.12.2010) aus dem IZMF ausgetreten, wie das Düsseldorfer Unternehmen gegenüber teltarif.de bestätigte. "Das IZMF hatte in einer Zeit, als der Mobilfunk noch im Aufbau begriffen war, eine überaus wichtige Aufgabe wahrgenommen", so Vodafone-Pressesprecher Thorsten Höpken. "Jedoch haben sich seit Gründung des IZMF die Rahmenbedingungen - insbesondere in Deutschland - stetig geändert. Übergreifende allgemeine Informationen zu Mobilfunk haben sich durch das Selbstverständnis der Nutzer, die Kenntnisse der Verbraucher und die verschiedenen Initiativen von Unternehmen und Verbänden zur Medienkompetenz unserer Einschätzung nach deutlich gewandelt." Habe es "2001 im Internet relativ wenige Informationsquellen" gegeben, sagt Höpken, hätten mittlerweile "viele Stakeholder, z.B. die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK), die ICNIRP, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), alle Mobilfunknetzbetreiber und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ihr Internetangebot deutlich erweitert."

Immerhin: Auf der Webseite des Vereins stehen viele Materialien zum Thema Mobilfunk zum kostenlosen Download zur Verfügung. Zudem können sich Kunden über eine kostenfreie Hotline 0800 / 330 31 33 über das Thema Mobilfunk informieren lassen. Eine absolut unabhängige Beratung sollten Anrufer indes nicht erwarten. Eine Übersicht über mögliche Gesundheitsgefahren durch den Mobilfunk und deren Vermeidung finden Sie auch auf unserer Infoseite zum Thema Handystrahlen.

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