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Internet-Sicherheit: Die Staaten schlagen zurück06.10.2009
17:18 IMPACT koordiniert international Maßnahmen gegen die Cyber-Mafia
IMPACT
nennt sich eine von der ITU unterstützte Organisation zur Verbesserung
der Sicherheit im Internet: International Multilateral Partnership
Against Cyber Threats. Das Ziel: Maßnahmen zur Verbesserung der
Internet-Sicherheit nicht nur
auf die User abwälzen ("Installieren Sie einen Viren-Scanner",
"Updaten Sie regelmäßig Ihr System" usw.), sondern durch Vernetzung
aller mit Internet-Sicherheit befassten Personen
erhebliche Verbesserungen schaffen. Das
beinhaltet zunächst die üblichen Verdächtigen wie
Sicherheitsexperten, Systemhersteller, Standardisierungsgremien und
Regulierungsbehörden. Ausdrücklich werden aber auch Polizei und
Staatsanwaltschaft angesprochen.
nächste Seite: Bürger und Unternehmen in der Pflicht
Behörden bekommen Kontakt zu ExpertenTeil der Idee: Ermittlungsbehörden bekommen Kontakt zu Experten, um Anzeigen wegen Computersabotage überhaupt bearbeiten zu können. Hierzu wird eine sichere virtuelle Arbeitsumgebung geschaffen, über die sich unterschiedliche Experten kurzfristig zu einer weltweiten Arbeitsgruppe zusammenschließen können. Flankiert wird dieses durch Schulungen der verantwortlichen Ideen. Ermittlungsbehörden bekommen zudem Zugang zu live-Daten, von denen Angriffe aktuell ausgehen, auch und gerade dann, wenn das Ziel des Angriffs sich in einem anderen Land befindet. Das Problem hier ist allerdings, dass ein System, von dem ein Angriff ausgeht, ebenfalls kompromittiert sein kann und von woanders ferngesteuert wird. Dennoch: Je schneller kompromittierte Rechner vom Netz genommen werden, desto weniger nutzen sie dem jeweiligen Angreifer. Und je schneller die einzelnen Stufen einer Angriffskette rückverfolgt werden, desto höher ist die Chance, tatsächlich des Angreifers habhaft zu weren.
Weiterer Vorteil: Länder können ihre jeweiligen Ansprechpartner
(Ermittlungsbehörden, Zuständige für Regulierung) etc. in einer
Datenbank registrieren, so dass sie sich entsprechend leicht
gegenseitig kontaktieren können. Die aggregierten Daten der
Sicherheitsbehörden sollen einem Land, das zum Beispiel um die
Abschaltung eines konkreten Servers gebeten wird, helfen, die
Validität dieses Anliegens schnell zu prüfen.
Im Advisory Board von IMPACT sitzen zahlreiche hochgestellte Personen, von einem der Väter des Internets und aktuellem Google-Internet-Evangelist Vinton Cerf über ITU-Generalsekretär Dr. Hamadoun Touré bis hin zu Sicherheitsexperten wie Eugene Kaspersky. IMPACT dient der Umsetzung der Global Cybersecurity Agenda der ITU. Viele Länder an BordAktuell gibt es bereits Kooperationen mit 40 Ländern, überwiegend aus dem asiatischen und afrikanischem Raum. Am Ende sollen möglichst alle 19 ITU-Mitgliedsländer ins Boot geholt werden. 20 Partner aus der Industrie spielen bereits Daten in das Überwachungssystem ein. Ebenso sind bereits 24 Universitäten angeschlossen. Mit diesem breiten Ansatz geht IMPACT weit über die in westlichen Ländern bereits etablierten CERTs ("Computer Emergency Response Teams") hinaus, die vor allem Informationen an Anwender verteilen. Italienische Post unterzeichnet IMPACT-VertragHeute hat die staatliche Post Italiens als erster Vertreter eines europäischen Landes ein Memorandum of Understanding mit IMPACT unterzeichnet. Die italienische Post wickelt dabei auch zahlreiche high-level-Dienste über das Internet ab, insbesondere aus den Bereichen Online-Banking und E-Government, und ist folglich ein viel beliebteres Angriffsziel für Cyberkriminelle als Italiens früherer Carrier Telecom Italia. Zusätzlich stellt die Europäische Union ein Stipendium über eine Million Euro für Internet-Sicherheits-Trainings bereit.
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