Gesperrt

Mit dem Smartphone die Tür aufsperren

Smartphone statt Schlüssel: Der Schließzylinder iLOQ NFC öffnet elektronisch - und das ohne Batterie und ohne Stromanschluss.
Von der CeBIT in Hannover berichtet
AAA
Teilen (28)

Neues NFC-Zugangssystem von iLOQ Neues NFC-Zugangssystem von iLOQ Die NFC-Technologie, bei der das Smartphone mit passiven und aktiven Transmittern in der Nähe kommuniziert, wird bereits vielfach für digitale Zugangs­systeme eingesetzt. Um zum Beispiel einen kontrollierten Raum zu betreten, muss das Smartphone kurz an ein Lesegerät gehalten werden.

Das Smartphone tauscht dann mit dem Zugangs­system einen digitalen Schlüssel aus und das System gibt die Tür frei. Dieser Schlüsselaustausch erfolgt jedoch nicht, wenn das Smartphone gesperrt ist. Wird das Smartphone geklaut, muss der Dieb für illegalen Zugang also die PIN erraten oder die biometrischen Sperren (heute bei vielen Top-Geräten ein Fingerabdrucksensor, künftig auch Iris-Scanner oder ähnliches) überlisten. Bei besonders hohen Sicherheitsanforderungen kann der Zugang zudem von der Eingabe einer weiteren PIN in das Smartphone oder in das Lesegerät abhängig gemacht werden.

Neues NFC-Zugangssystem von iLOQ

Tür wird per Smartphone entriegeltTür wird per Smartphone entriegelt Der finnische Spezialist für digitale Schlüssel iLOQ hat auf der CeBIT in Hannover ein NFC-Zugangssystem vorgestellt, das mit besonders geringem Aufwand installiert werden kann. iLOQ NFC kann nämlich direkt als Ersatz für einen herkömmlichen Schließ­zylinder verwendet werden. Außer dem Tausch des Schließzylinders sind also keine weiteren Umbauten nötig. iLOQ NFC benötigt auch keine externe Stromversorgung, sondern bezieht die nötige Energie direkt aus der NFC-Kommunikation. iLOQ NFC verhält sich diesbezüglich als passives NFC-Gerät, analog den bekannten RFID-Tags. Anders als RFID-Tags verwendet der iLOQ-NFC-Schließ­zylinder die vom aktiven NFC-Gerät (einem Smartphone oder einem kleinen batterie­betriebenen Sender, der als Schlüsselersatz dient) übertragene Energie nicht nur zur drahtlosen Kommunikation, sondern auch zur Freigabe der Schließfunktion.

Der Kern des iLOQ-NFC-Systems ist klein genug, um ihn in diverse Schließzylinder zu integrieren,	insbesondere auch die in Deutschland üblichenDer Kern des iLOQ-NFC-Systems ist klein genug, um ihn in diverse
Schließzylinder zu integrieren, insbesondere auch die in Deutschland üblichen
iLOQ NFC ist letztendlich ein Knauf-Zylinder. Mit dem inneren Knauf kann man die Tür direkt durch Drehen in die jeweils richtige Richtung auf- und zusperren. Der Außen-Knauf ist hingegen arretiert, lässt sich also nicht drehen. Nach Kontakt mit dem Smartphone (oder dem batterie­betriebenen Sender) wird der äußere Knauf für eine einstellbare Zeit freigegeben. Danach wird er wieder automatisch arretiert. Die Freigabe bzw. Arretierung erfolgt über einen Mikro­motor im Schließzylinder. Die Freigabe erfolgt frühestens, sobald genügend Energie aus dem NFC-Feld "geerntet" wurde, um auch die Arretierung später sicher durchführen zu können. Darüber hinaus gibt es keinen längerfristigen Energiespeicher im iLOQ NFC, was Manipulationen vorbeugen soll: Wo kein Strom ist, um den Mikromotor zu betreiben, kann man auch mit externer Manipulation keinen Kurzschluss verursachen, der die Tür öffnet. Gegen rohe Gewalt bietet aber auch iLOQ NFC keinen dauerhaften Schutz.

Elektronisches Schloss bereits jetzt verfügbar

Die Auslieferung für Firmenkunden ist im vierte Quartal 2016 geplantAuslieferung für Firmenkunden ist im 4. Quartal geplant Von iLOQ gibt es bereits ein elektronisches Schloss. Dieses verwendet die beim Einstecken eines Schlüssels geerntete Energie zur Kommunikation zwischen Schließzylinder und Schlüssel und zur Freigabe der Schließfunktion. iLOQ NFC ist zu diesem System jedoch mechanisch inkompatibel, und verwendet die Energie aus dem als Schlüssel verwendeten Smartphone bzw. dem batteriebetriebenen Sender.

Erste Auslieferungen von iLOQ NFC an Endkunden sind für das vierte Quartal 2016 geplant. iLOQ richtet sich mit seinen Zugangs­systemen derzeit vor allem an Firmenkunden. In Abhängigkeit des Erfolgs von iLOQ NFC soll aber gegebenen­falls auch die Weiterentwicklung zu einem Privat­kundenprodukt betrieben werden.

Teilen (28)

Mehr zum Thema CeBIT