Preisabsprachen

E-Book-Preise: Apple muss 450-Millionen-Strafe zahlen

Im Streit über illegale Preisabsprachen bei E-Books muss Apple eine weitere Schlappe einstecken und eine Strafe von 450 Millionen Dollar zahlen.
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Wegen illegaler Preisabsprachen für E-Books muss Apple eine Millionen-Strafe zahlenWegen illegaler Preisabsprachen für E-Books muss Apple eine Millionen-Strafe zahlen Im Streit über illegale Preisabsprachen bei E-Books muss Apple eine weitere Schlappe einstecken und eine Strafe von 450 Millionen Dollar zahlen. Wie n-tv berichtet, lehnte der Supreme Court in Washington der USA den Antrag des iPhone-Herstellers ab, ein entsprechendes Urteil eines New Yorker Bundesberufungsgerichts vom Juni 2015 zu überprüfen. Das Gericht war damals zu dem Schluss gekommen, dass Apple eine Schlüsselrolle bei heimlichen Verabredungen mit insgesamt fünf Verlagen zur Anhebung von E-Book-Preisen spielte. Apple hingegen hatte argumentiert, dass das Urteil "Innovation und Risikofreude lähme" und war vor das Oberste Gericht der USA gezogen.

Das US-Justizministerium, das den Fall im Jahr 2012 ins Rollen gebracht hatte, begrüßte die Entscheidung. Es bezeichnete die Preisabsprachen als "zynisches Fehlverhalten". Mit der Entscheidung des Obersten Gerichts sei der Streit nun aber ein für alle Mal beigelegt. Zuerst hatte das Justiz-Ministerium im Apple und fünf Verlage verklagt. Ihm folgten mehrere Bundesstaaten, es gab auch eine Sammelklage von Verbrauchern.

Gegen Amazon-Rabatte

Worum es ursprünglich ging: Apple wollte Frühjahr 2010 zur Markteinführung seines iPad auch mit einem E-Book-Store auf den Markt gegen. Damals war Amazon der dominierende Spieler in dem Geschäft - der Online-Händler verkaufte elektronische Bücher zum Teil mit deutlichen Rabatten. Apple bot den Verlagen deshalb ein sogenanntes "Agentur-Modell" an, das der deutschen Buchpreisbindung ähnelt. Damit konnten die Verlage selbst über den Preis der E-Books entscheiden, der dann in der Regel höher ausfiel als er bei Amazon gewesen wäre. Mit dem Apple-Deal im Rücken setzte die Buchbranche dieses System auch bei Amazon durch.

Bei den betroffenen Verlagen handelt es sich um Macmillan von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Penguin Group von dem Bertelsmann, Pearson-Verlag Penguin Random House, Hachette von Lagardere, HarperCollins von News Corp und Simon & Schuster von CBS. Die Buchkonzerne legten den Konflikt mit Vergleichen bei.

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