Technik

Telekom erklärt: So funktionieren die WLAN-Hotspots im ICE

Bei Tempo 300 im ICE im Internet surfen - das sollen die Hotspots der Bahn ermöglichen. Die Deutsche Telekom erklärt jetzt die Technik dahinter. Dabei werden einige technische Details erstmals öffentlich. So hat beispielsweise jeder ICE eine eigene IP-Adresse und zwei Mobilfunk-Antennen an Bord.
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Schaubild: So funktioniert die Datenversorgung im ICESchaubild: So funktioniert die Datenversorgung im ICE (Klicken zum Vergrößern) Die Deutsche Telekom beschreibt erstmals selbst die Funktions­weise der von ihr betriebenen WLAN-Hotspots in den ICE der Deutschen Bahn. Dabei geht sie vor allem auf die Technik und die technische Ausrüstung der Züge ein, aber nicht, warum oftmals noch immer Züge zwar WLAN an Bord haben, die Datenverbindung aber so langsam ist, dass sie kaum nutzbar ist. Auch bei jüngsten Tests unserer Redaktion auf verschiedenen Strecken trat dieses Problem auch 2015 noch auf.

Das ursprünglich für die Versorgung aufgebaute OFDM-Netz auf den alten C-Netz-Frequenzen hat die Telekom inzwischen offenbar weitgehend aus der technischen Versorgung herausgenommen. Wie das Unternehmen in einem Blogeintrag schrieb, setzt die Telekom bei den versorgten Strecken zu einem großen Teil auf den neuesten Mobilfunk­standard LTE. In der Nähe von Bahnhöfen und entlang der Zugtrassen in Ballungs­räumen funktioniere die Versorgung oft über UMTS.

Server an Bord entscheidet über Datenabführung

Damit das Mobilfunksignal im ICE zu einem WLAN-Signal wird, ist in einem Wagen jedes Zuges ein Server untergebracht, an dem Modems angeschlossen sind. Diese Modems wiederum senden und empfangen Mobilfunk­signale von zwei Multi­band­antennen auf dem Dach des Zuges. Die Aufgabe des Servers ist vor allem, zu entscheiden, über welches Mobilfunknetz (also UMTS oder LTE) das Datensignal übertragen wird. Das werde unterwegs fortlaufend aufgrund der Signalpegel der Netze entschieden. Jeden Zug kann die Deutsche Telekom aufgrund von festen IP-Adressen eindeutig ausmachen.

Damit das Datensignal nun zu den Kunden kommt, sind im gesamten Zug Datenkabel verlegt. Diese versorgen in jedem Wagen des Zuges zwei WLAN-Antennen, die in die Decke integriert sind, wie die Deutsche Telekom schreibt.

Für Tunnel sind zusätzliche Anlagen notwendig

Werbung am ICE für den HotspotWerbung am ICE für den Hotspot Auch an lange Tunnel auf den Strecken habe die Telekom gedacht, wie sie im Blogeintrag beschreibt. Weil in die Tunnel durch die darüber befindliche Erde bzw. des Berg oder Wasser keine Daten direkt übertragen werden können, seien an den Tunnel-Enden Antennen installiert worden. Über Schlitzkabel wird das Signal dann entlang der Tunnelwände übertragen und erreicht so den ICE. Bei langen Tunneln müssten zusätzliche Verstärker eingesetzt werden.

ICE-Fahrgäste der 1. Klasse können die WLAN-Hotspots seit Dezember kostenlos nutzen. In der 2. Klasse soll das nach aktuellen Überlegungen im Laufe des Jahres 2016 möglich sein. Bis dahin gilt der übliche WLAN-Hotspot-Preis der Telekom - im besten Fall ist die Flatrate in Mobilfunk- oder Festnetztarifen inklusive. Verkehrsminister Alexander Dobrindt will, dass auch im Nahverkehr künftig WLAN-Verbindungen möglich sind - für die Fahrgäste kostenlos.

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