Ernüchterung

Ice Cream Sandwich: Für viele Android-Nutzer lange Wartezeiten

Neue Android-Variante kommt auf bisherigen Smartphones erst in einigen Monaten
Von mit Material von dpa
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Die neue Android-Version 4.0 lockt Smartphone-Nutzer mit einer aufpolierten Benutzeroberfläche und einigen neuen Funktionen. Doch wer das aktuelle Betriebssystem mit dem Beinamen Ice Cream Sandwich haben will, muss zumindest als Besitzer eines Smartphones, das nicht bereits mit dieser Firmware-Version auf den Markt kommt, offenbar noch einige Zeit warten. Das zeigte eine Umfrage, die die Nachrichtenagentur dpa bei einigen Handy-Herstellern durchgeführt hat. Manches populäre Smartphone-Modell wird womöglich gar kein Update bekommen.

Warten auf Ice Cream SandwichWarten auf Ice Cream Sandwich Die Verzögerung ist ein Preis der Vielfalt: Eine ganze Reihe Hersteller baut Android-Handys, und jeder erweitert die Google-Software um eine eigene Oberfläche oder zusätzliche Features. Einzig die Nexus-Modelle von HTC (Nexus One) und Samsung (Nexus S und Galaxy Nexus) kommen mit einem unveränderten Android-Betriebssystem. "Dieser Funktionsumfang unterscheidet unsere Produkte vom Wettbewerb", erklärt der Deutschland-Chef von Motorola, Ralf Gerbershagen, stellvertretend für die Strategie der gesamten Branche. Motorola bietet beispielsweise ein "Business-Ready"-Paket, das die Androiden für Geschäftsleute aufrüsten soll.

Motorola: Mehr als sechs Monate Wartezeit auf Gingerbread

Die Folge: Bevor eine neue Android-Version installiert werden kann, müssen die Programmierer des jeweiligen Google-Partners ran. "Wenn ein Update ansteht, nimmt sich unser zuständiges Projektteam die Zeit, um die neue Version des Android-Betriebssystems darauf anzupassen, um sicherzustellen, dass alles später reibungslos funktioniert", erklärt Gerbershagen. Dabei werden die langen Wartezeiten auf aktuelle Software allerdings zum Frust für Kunden. So hat Motorola erst dieser Tage das Atrix und das Milestone 2 mit der Android-Version 2.3 (Gingerbread) versorgt, die Google schon im Frühjahr bereitgestellt hat.

Nun ist die Firmware der beiden Smartphones wieder nicht mehr aktuell, da Google inzwischen Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) veröffentlicht hat. Das erste "Eiswaffel-Handy" kommt von Samsung: Das Galaxy Nexus demonstrierte bei der Präsentation im Oktober, was die neue Android-Version, die gleichermaßen auf Smartphones und Tablets zum Einsatz kommt, alles kann. Erste Geräte sind seit der vergangenen Woche - in zunächst kleinen Stückzahlen - in Deutschland im Verkauf. Darüber hinaus gibt der südkoreanische Elektronik-Riese keine Informationen, welche seiner Geräte wann die neue Firmware-Version bekommen. Allerdings hat die britische Samsung-Tochter bereits per Twitter mitgeteilt, dass das Galaxy S2 - eines der beliebtesten Smartphones des Jahres - Android 4.0 bekommt.

Ice Cream Sandwich zuerst für das Droid RAZR

Motorola wird zunächst sein neues Flaggschiff Droid RAZR mit einem Update versehen - "voraussichtlich im ersten Halbjahr 2012". Das auf Robustheit getrimmte Gerät ist seit wenigen Wochen erhältlich und hat zunächst nur die Gingerbread-Software an Bord. Details zu möglichen Updates anderer Smartphones will der US-Hersteller sechs Wochen nach Veröffentlichung des Ice-Cream-Sandwich-Quellcodes bekanntgeben. Da Google erst kürzlich mit dem Hochladen begonnen hat, müssen Nutzer also mindestens bis zum Jahreswechsel 2011/2012 auf Informationen warten. Die 2011 herausgebrachten Geräte haben laut Motorola alle Android 2.3 an Bord.

Google übernimmt derzeit Motorolas Mobilfunksparte Mobility - womöglich wird das Urgestein der Branche künftig schneller an Updates kommen. Da die Transaktion aber noch nicht abgeschlossen ist, müssen auch Motorola-Nutzer sich weiter in Geduld üben.

Auf Seite 2 lesen Sie, wann HTC, Sony Ericsson und LG ihre Android-Handys mit der neuen Software versorgen wollen.

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