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Wireless Java: Java ME - plattformübergreifend programmieren

Wireless Java, bekannt unter der Bezeichnung Java ME, ermöglicht durch eine spezifische Variante den Plattform-übergreifenden Einsatz von Java-Anwendungen auf Handys und Smartphones.
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Neben den bekannten Handy-Betriebssystemen wie Android, iOS und weiteren gibt es nach wie vor eine Vielzahl gerade an Einfach- und Mittelklasse-Handys, die mit einem proprietären System des Herstellers ausgeliefert werden. Hier kann dann zur Erweiterung mit Software nicht auf einen populären AppStore wie den Android Market oder den Apple AppStore zurückgegriffen werden, da Programme für jedes Betriebssystem und zum Teil Gerät neu umgesetzt werden müssten.

Doch es gibt eine Lösung: Mit Java ME steht auch eine Umsetzung der weit verbreiteten Programmiersprache Java für Handys und andere mobile Endgeräte zur Verfügung. Um entsprechende Programme nutzen zu können, muss auf dem jeweiligen Endgerät eine virtuellen Java-Maschine, auch Java VM genannt, installiert sein - und diese ist auch bei einfachen Handys oft mit dabei.

Vorteil der Lösung über die Java VM: Die Anwendungen laufen (weitgehend) Plattform- und damit Hersteller-unabhängig, sie müssen also nicht für jedes Endgerät neu entwickelt werden. Damit ist für Entwickler die Voraussetzung geschaffen, Anwendungen zu erschaffen, da diese automatisch auf einer großen Zahl von Geräten genutzt und nicht immer individuell angepasst werden müssen - das erhöht natürlich die Bereitschaft der Entwickler. Bekannt wurden Java-Programme für Handys zum Beispiel als Handy-Spiele, die auf Musiksendern beworben werden - natürlich lassen sich mittels Java aber vor allem auch ernsthafte Anwendungen umsetzen.

Viele aktuelle Smartphones ohne Java-ME-Support

Wireless Java: Java ME - plattformübergreifend programmierenWireless Java: Java ME - plattformübergreifend programmieren Java ME bietet verschiedene so genannte Konfigurationen, wobei Connected Limited Device Configuration (CLDC) die Standard-Konfiguration für Handys ist. CLDC ist auf die Hardware-Möglichkeiten von (einfachen) Handys abgestimmt, die über eingeschränkten Speicher und begrenzte Energie sowie über eine Datenschnittstelle verfügen. Diese Konfigurationen bieten dann wiederum so genannte Profile, hier ist das MIDP (Mobile Information Device Profile) die Standard-Variante für Handys. Auf Grund von Weiterentwicklungen gibt es MIDP in verschiedenen Versionen. Die jeweilige Version legt dann einen bestimmten Umfang an APIs (Application Programming Interfaces, zu deutsch Programmierschnittstellen) fest, die verfügbar sein müssen. Neben dem Standard-Set an Spezifikationen sind dabei manche Teile optional - so dass nicht jedes Endgeräte diese unterstützt. Im Rahmen von MIDP erstellte Programme heißen im Fachjargon MIDlets.

Eine Laufzeitumgebung für Java ME steht - wie bereits erwähnt - für viele Handys zur Verfügung, aber gerade bei aktuellen Smartphones fehlt unter Umständen die Unterstützung: Durch das Aufkommen des App-Prinzips sind Java-Programme für Java ME in den Hintergrund getreten. Dies hat auch handfeste, finanzielle Gründe: Würde hier eine Java VM geboten, ließe sich das AppStore-Prinzip als einziger Vertriebskanal aushebeln, da um den AppStore "herum" zusätzliche Software gekauft werden könnte.

Generell gilt aber: Wenn sinnvoll umgesetzt, sind native Anwendungen einer Java-ME-Applikation in puncto Geschwindigkeit überlegen - zudem ist der mögliche Funktionsumfang größer.

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