Technologie

WiMAX: Vom Hype zur Nischen-Technologie

In Deutschland ist WiMAX abgehängt von UMTS/HSPA und LTE
Vom teltarif.de-Team zusammengestellt
AAA
Teilen

teltarif.de zeigt Ihnen alles rund um WiMAXteltarif.de zeigt Ihnen alles rund um WiMAX Bei WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access) handelt es sich um eine Technik, die breit­bandiges Internet via Funk bereitstellen kann. Entsprechend sollte WiMAX unter anderem als Konkurrenz zu DSL antreten und als Option fungieren, um nicht mit DSL versorgte Gebiete mit schnellem Internet auszustatten. Auch zum künftigen "UMTS-Killer" für die Nutzung unterwegs wurde der Breit­band-Funk seinerzeit bereits stilisiert. Doch WiMAX wurde weder das eine noch das andere, das konnte auch die starke Lobby durch Hersteller wie Intel nicht ändern.

WiMAX von UMTS, HSPA und LTE abgehängt

In den USA beispielsweise fiel vor einigen Jahren der Start­schuss für ein landes­weites Netz und auch in einer Reihe weiterer Länder existieren WiMAX-Netze. In Europa liegt WiMAX abgeschlagen hinter den Breitband-Funk­standards UMTS/HSPA und mit LTE etabliert sich derzeit ein Konkurrent, der sowohl von den deutschen Mobilfunk-Netz­betreibern als auch von der Breitband-Strategie der Bundes­regierung als Zukunfts­technologie unterstützt wird. Auch in den USA geht der Trend klar in Richtung HSPA und LTE. So gab im Jahr 2011 der Mobilfunk­anbieter Sprint, welcher das umfangreichste WiMAX-Netz in den USA besitzt, seinen Umstieg auf LTE bekannt. Das vorhandene WiMAX-Netz will Sprint vorerst für seine Prepaid-Kunden einsetzen.

Intel: WiMAX-Chipsatz für mobile Geräte

Geräte, mit denen die mobile WiMAX-Nutzung möglich ist, wurden bereits vorgestellt, fanden aber nie weite Verbreitung. Insbesondere Intel engagierte sich hier stark. Bereits mit der Intel WiMAX connection 2300 hat das Unternehmen einen Chip­satz entwickelt, der in einem Bauelement sowohl WLAN- als auch WiMAX-Übertragung ermöglicht. Später wurde WiMAX zum Bestandteil der Centrino-2-Technologie, wenn auch nur ein optionaler.

Zur Consumer Electronics Show im Februar 2008 stellte LG ein WiMAX-fähiges Handy vor. Weitere Modelle wie das HTC Hero 4G, Evo 4G und Motorola Sunfire sind etwa in den USA, jedoch nicht in Deutschland auf den Markt gekommen.

Zukunftsaussichten vor allem in Asien und Afrika

Eine Etablierung von WiMAX als DSL-Ersatz in Europa erscheint heute ziemlich unwahrscheinlich, denn der DSL-Netz­ausbau ist kräftig voran­geschritten. Daneben bietet Kabel-Internet mittler­weile eine gute Alternative und auch der stationäre Einsatz von LTE ist auf dem Vormarsch.

Für den mobilen Einsatz von WiMAX existiert in Deutschland dagegen keine ausreichende Infra­struktur. Im Gegensatz dazu bauen die Mobilfunk-Netz­betreiber die UMTS/HSPA-Netze immer weiter aus und forcieren deren Aufrüstung auf HSPA+ und LTE. So bieten HSPA+ und LTE bei ähnlich hohen Daten­raten den Vorteil, sich in die bestehende, stark ausgebaute Netz-Infra­struktur der Mobil­funker integrieren zu können: Wenn an einer bestimmten Stelle kein LTE-Netz verfügbar ist, kann ein Fallback auf UMTS erfolgen, wenn hier ebenfalls keine Ab­deckung besteht, kann GSM genutzt werden.

Es ist daher anzunehmen, dass WiMAX in Deutschland höchstens eine Nischen­technologie für regionale Angebote bleiben wird. Ganz untergehen wird WiMAX als Funk­standard in un­mittelbarer Zukunft wahr­scheinlich nicht, denn in anderen Teilen der Welt, wie etwa Afrika oder Asien, ist WiMAX durchaus populär.

Wenn Sie mehr über WiMAX erfahren möchten, finden Sie alle Informationen auf unseren weiteren Ratgeber-Seiten:

Teilen

Meldungen zu WiMAX

1 2 3 414 vorletzte