Verschiedene Abrechnungsmethoden erschweren die Vergleichbarkeit
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Beim Vergleich von Festnetz-,
Mobilfunk- und Internet-Anbietern
sollte man nicht nur auf die Minutenpreise achten. Auch die Abrechnungsmethode
und insbesondere die sogenannte Taktung spielt eine wichtige Rolle. Nehmen wir an, es
gibt zwei Anbieter A und B. Anbieter A verlangt für ein Ferngespräch
4,5 Cent pro Minute, B verlangt 5 Cent. Wer ist bei einem
3-Minuten-Gespräch billiger? Drei Minuten kosten bei Anbieter A
13,5 Cent, während Anbieter B 15 Cent verlangt. Nehmen wir
nun weiter an, dass Anbieter A in 6-Cent-Einheiten abrechnet, während
Anbieter B sekundengenau arbeitet. Die 13,5 Cent, die unser
3-Minuten-Gespräch bei Anbieter A kostet, entsprechen dann
2 1/2 Einheiten. Da es halbe Einheiten nicht gibt, wird auf
3 Einheiten aufgerundet, die zusammen 18 Cent kosten. Also ist in
diesem Beispiel Anbieter A teurer als Anbieter B, obwohl A den besseren
Grundpreis bietet. Das zeigt, welchen Einfluss die Abrechnungsmethode
hat.
Unterschiede bei der Taktung erschweren die Vergleichbarkeit
Leider gibt es eine Vielzahl von Verfahren zur Abrechnung. Die
häufigsten sind:
Abrechnung in Einheiten zu einem festen Preis. Dies ist das
Verfahren, dass man noch von den alten
Telekom-Tarifen kennt, bei denen eine "Einheit" etwa
immer 20 Pfennig kostete, aber je nach Tageszeit und Netz des
angerufenen Anschlusses (Ort, Fern usw.) unterschiedlich lang war.
Dies benachteiligte vor allem kurze Telefonate. So wurden bei Verbindungsaufbau
sofort die 20 Pfennig für die ersten 8 Minuten fällig, auch dann, wenn man
sofort wieder auflegte. Diese Abrechnungsform findet heute kaum noch Anwendung.
Abrechnung in Einheiten einer festen Länge. Dieses Verfahren
ist vor allem aus dem Mobilfunk bekannt. Die Anbieter
veröffentlichen einen festen Minutenpreis und rechnen dann die
Gespräche in 10-Sekunden-Blöcken ab. Dieses Verfahren wird
für den Kunden umso teurer, je höher der Minutenpreis ist.
Beim Mobilfunk kosten 9 verschenkte Sekunden bis zu 15 Cent.
Dagegen sind die 6 Cent einer gerade angebrochenen und
ansonsten verschenkten Telekom-Einheit günstig. Mit Minutentakt
ist bei Auslandsgesprächen schnell ein Euro und mehr verschenkt.
Abrechnung in Einheiten einer festen Länge, zuzüglich einer
Mindestlänge. Viele Callback-Gesellschaften
aus den USA
rechnen beispielsweise 30 Sekunden Mindestgesprächsdauer ab,
danach mit 6-Sekunden-Taktung. Eine gegenteilige Variante gibt es im
Call by Call.
Hier bieten einige Gesellschaften einen ersten, kurzen Takt an, um danach
mit längerer Taktung abzurechnen. Bei einer Taktung 60/240 zum Beispiel
wird bei Verbindungsaufbau der Betrag für die ersten 60 Sekunden berechnet,
nach deren Ablauf auf einen Schlag die nächsten 240 Sekunden, also vier
Minuten, in Rechnung gestellt werden. Damit wollen sich die Anbieter nach
eigenem Bekunden an Kurz- und Langtelefonierer richten.
Sekundengenaue Taktung. Dies ist das günstigste Verfahren für den Kunden,
da nur so viel Zeit bezahlt werden muss, wie auch wirklich telefoniert wurde.
Sekundengenaue Taktung zuzüglich eines Verbindungspreises für
jedes Telefonat. Diese Variante hat immerhin den Vorteil, dass der Nutzer
dabei genau weiß, wie viel er pro Gespräch zusätzlich drauflegt.
Abrechung in 4 oder 5-Minuten-Taktung: Gerade Discountanbieter
subventionieren mit diesem Takt den günstigen Minutenpreis. Denn
auch, wer nur eine Minute oder weniger telefoniert, zahlt die
vollen vier oder fünf Minuten.
Außer bei sekundengenauer Taktung zahlt der Kunde mehr als er nutzt
Allgemein lässt sich sagen: Im Schnitt zahlen Sie pro Telefonat
eine halbe Einheit drauf, egal, ob im Zeit- oder Einheitentakt
abgerechnet wird. Weiterhin gilt: Je kürzer ein Gespräch ist, um so
mehr fällt der Aufpreis aufgrund der nur halb verbrauchten Einheiten
im Verhältnis zu den Gesamtkosten ins Gewicht. In obigem Beispiel
des 3-Minuten-Gesprächs verteuerte sich dieses von 13,5 auf 18 Cent
- ein Aufpreis von satten 33 Prozent. Ist das Gespräch hingegen eine Stunde und
1 Sekunde lang, kostet es aufgrund der gerade angebrochenen Einheit
2,76 Euro statt 2,70 Euro. Das ist nur noch ein Aufpreis von
2 Prozent.
Nun gilt bei Gesprächen mit Minuten-Taktung, dass der Aufpreis
für unverbrauchte Sekunden um so höher ist, je höher der Minutenpreis
ist. Da man sich aber gerade bei "teuren" Telefonaten in der Regel
kurz fasst, ist hier auch der relative Aufpreis besonders hoch. Mit
anderen Worten: Diese Telefonate sind doppelt teuer.
Lassen Sie sich also nicht von den Werbetextern ins Boxhorn jagen:
"Abrechnung im fairen 10-Sekunden-Takt" klingt zwar gut, aber wirklich fair
ist nur die sekundengenaue Abrechnung. Leider geht der Trend genau in die andere
Richtung - es werden immer mehr Produkte mit Minutentakt oder noch schlechterem
Takt angeboten.
Einstellmöglichkeiten in unserem Tarifrechner
Unser Tarifrechner bietet Ihnen
zahlreiche Möglichkeiten, nach einem
fairen Abrechnungstakt zu suchen. In unserem Standardrechner geben
wir Ihnen zunächst alle Anbieter aus, die Minutentakt oder besser abrechnen.
Auf Wunsch können Sie dann auch alle Anbieter, die in einem schlechteren Takt
abrechnen, zusätzlich listen lassen. Aktivieren Sie dazu die Funktion
"Schlechtere Taktung zulassen" oberhalb der Tariftabelle. Nur sekundengenau
abrechnende Anbieter bekommen Sie mit der Funktion "Nur sekundengenaue Abrechnung".