Vernetzung

Powerline - Das Internet aus der Steckdose

Powerline bezeichnet sowohl den Internet-Anschluss als DSL-Ersatz sowie auch eine Möglichkeit, Geräte über die Steckdose ins Heim­netzwerk zu bringen. Während Powerline-Internet­zugänge sich nicht durchsetzen konnten, hat sich die Alternative zu WLAN und Neu­verkabelung in einigen Haus­halten etabliert.
AAA

Powerline - Das Internet aus der SteckdosePowerline - Das Internet aus der Steckdose Powerline als Technologie, die dafür sorgt, dass nicht nur Strom für die Energie­versorgung, sondern auch Internet und Telefonie aus der Steckdose kommen, galt bei Experten schon vor dem Markt­start im Juli 2001 als Flop. Powerline, so wurde orakelt, habe keinerlei Chance auf dem hart umkämpften Zukunfts­markt der breitbandigen Zugangs­technologien gegen die haupt­sächlichen Konkurrenz­technologien DSL und TV-Kabel.

Totgesagte leben länger

Die Skeptiker sollten Recht behalten: Powerline Access für Verbraucher war bislang alles andere als ein Markterfolg. Allerdings: Tot ist Powerline (Powerline Communications, kurz: PLC) noch nicht. Während sich der Internet-Zugang über das Stromnetz nicht durchsetzen konnte, ist das Stromkabel als alternative Methode zur Heim­vernetzung mit dem HomePlug-Standard heute etabliert. Außerdem setzen die Energie­versorger weiterhin auf Datenübertragungen über das Stromnetz für Steuerung und Information, zum Beispiel für sogenannte Smart Meter und Smart Grids.

Powerline-Access und Inhouse-Netzwerke

Powerline ist also nicht gleich Powerline. Für Verbraucher sind grund­sätzlich zwei Anwendungen für die Tele­kommuni­kation interessant: Das eine ist der Internet-Zugang über das Stromnetz, vergleichbar dem Anschluss per DSL oder TV-Kabel. Hier überbrückt der Energie­versorger die Distanz zwischen dem Tele­kommunikations­backbone und dem Endkunden über das Stromnetz. Der Kunde kann einen Vertrag über den Internet- und Telefonanschluss abschließen. Die Abrechnung erfolgt in der Regel nach über­tragenem Daten­volumen oder als Flatrate. Internet via Powerline-Access gibt es in Deutschland allerdings nur in wenigen Städten.

Bei der zweiten Form - Powerline fürs Heimnetzwerk - verwendet der Nutzer das Strom­kabel für Verbindungen zuhause. Der Zugang zum Internet erfolgt davon unabhängig, zum Beispiel per DSL oder TV-Kabel. Mithilfe der Powerline-Geräte, kann der Nutzer dann innerhalb einer Wohnung, eines Hauses oder Gebäudes ein hausinternes Netzwerk konfi­gurieren, bei dem jede beliebige Steckdose ein Zugang zum Netzwerk ist. Dabei gibt es Powerline-Router, die der Nutzer direkt an ein DSL- oder Kabel-TV-Modem anschließen kann, und Powerline-Adapter für die Steckdose. In der Regel besitzen Powerline-Geräte eine Ethernet-Schnitt­stelle. Es gibt auch Modelle, die ein WLAN bereitstellen. Dabei sind die Adapter nur wenig größer als die Steckdose, die sie belegen. Zahlreiche Modelle besitzen eine integrierte Steckdose, so dass die Menge der verfügbaren Strom­quellen im Haushalt nicht ver­ringert wird.

Das könnte Sie auch interessieren:
Im Vergleich zu Ethernet oder WLAN führt Powerline immer noch ein Nischendasein in der Heimvernetzung. Doch mittlerweile haben nicht nur kleinere Spezialisten wie devolo und Allnet, sondern auch bekannte Hersteller für den Heimbereich wie Netgear, Belkin/Linksys, TP-Link und AVM Powerline-Geräte in ihr Sortiment aufgenommen. Mit den verschiedenen HomePlug-Standards für Powerline haben sich die Hersteller auf eine gemeinsame Technik geeinigt, die immer weitere Verbreitung findet.

Unsere Ratgeber zu Powerline

Meldungen zu Powerline

1 2 3 4 5 6 vorletzte