Stromnetz

Powerline: Die Standards bei Inhouse-Powerline

Powerline für die Inhouse-Versorgung setzt auf verschiedene Standards. Hier finden Sie Infos zu verfügbaren Datenraten, Sicherheit und anderen Features.
AAA

Mit HomePlug, HomePlug AV und HomePlug AV2 hat die HomePlug Powerline Alliance, in der sich verschiedene Hardware- und Chip-Hersteller zusammen­geschlos­sen haben, bereits drei Standards für Powerline-­Datenübertragungen verabschiedet. Zum Schutz vor unerwünschten Lauschangriffen verwenden Powerline-Systeme, die mit einem der HomePlug-Standards konform sind, grundsätzlich eine Verschlüsselung. Sowohl die Stärke der Verschlüsselung als auch die maximale Datenrate hat sich im Vergleich zum ersten HomePlug-Standard 1.0 in den letzten Jahren deutlich erhöht. Während HomePlug AV und AV2 kompatibel zueinander sind, besitzen Geräte mit diesen neueren Standards in der Regel keine Abwärtskompatibilität zu HomePlug 1.0.

Deutlich veraltet: HomePlug 1.0

Powerline-Standard HomePlug Powerline-Standard HomePlug Powerline-Adapter nach dem HomePlug-Standard 1.0 versprechen eine theoretische Bandbreite von 14 MBit/s. Mit eigenen Entwicklungen abseits vom Standard versprechen die Hersteller sogar bis zu 85 MBit/s. In der Praxis werden solche Datenraten allerdings nicht erreicht.

Wo in Neubauten Datendurchsatzraten von über 10 MBit/s erreicht werden, kann in Altbauten oder Gebäuden mit heterogener Verkabelung die Datenrate leicht unter 5 MBit/s fallen oder im schlechtesten Fall das System gar nicht erst funktionsfähig sein. Proportional zur Qualität der Verkabelung ist auch die Distanz, die Powerline-Verbindungen fähig sind zu überbrücken. Bei neueren Kabelstrukturen sind bis zu 200 Meter möglich, während auf maroden Leitungen nur ein Bruchteil dieser Distanz erreicht wird. Da ein deutlich zuverlässigerer und schnellerer Standard bereits seit längerem verfügbar ist, ist heute vom Einsatz von HomePlug-1.0-Geräten abzuraten. Auch die 56-Bit-DES-Verschlüsselung von HomePlug 1.0 ist heute nicht mehr zeitgemäß.

HomePlug AV verspricht Datenraten von bis zu 200 MBit/s

Der im August 2005 verabschiedete Powerline-Standard HomePlug AV ist mit theoretisch maximalen Datenraten von bis zur 200 MBit/s erheblich leistungsfähiger als der Vorgängerstandard HomePlug 1.0. Die reale Performance von HomePlug AV wird auf 70 bis 100 MBit/s geschätzt. Die Verschlüsselung über 56-Bit-DES wurde durch einen 128-Bit-AES-Verschlüsselungsalgorithmus ersetzt. Zudem erlaubt der neue Standard auch Netzwerkverbindungen über Koaxial- und Telefonkabel.

Nachfolger bereits auf der Spur: HomePlug AV2

AVM Fritz!Powerline 500E und 520EAuch AVM bietet mittlerweile Powerline-Adapter. Im Januar 2012 verabschiedete die HomePlug Alliance den neuesten Standard, HomePlug AV2. Dieser verspricht Bruttodatenraten von bis zu 1 GBit/s, selbst unter optimalen Bedingungen steht dem Nutzer aber nicht die volle Bandbreite zu Verfügung. HomePlug AV2 soll sich besonders gut für Multimedia-Übertragungen von Audio- und Videostreams im Heimnetzwerk eignen.

Viele Hersteller von Powerline-Adaptern setzen derzeit aber noch auf den Vorgänger HomePlug AV und versprechen dabei Bruttodatenraten von bis zu 500 MBit/s. Auch hier liegt die Nutzdatenrate natürlich wieder deutlich geringer, da Bandbreite für die physikalische Übertragung und die verwendeten Protokolle benötigt wird. Ein Anhaltspunkt für die erzielbaren maximalen Geschwindigkeiten für Powerline-Adapter ist, dass in zahlreichen Modellen ohnehin nur Fast Ethernet für die kabelgebundene Schnittstelle zum Router oder PC verbaut ist, das eine maximale Datenübertragungsrate von 100 MBit/s bietet.

Um möglichst hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, sollte der Nutzer nicht auf den Standard allein vertrauen, sondern alle Adapter möglichst aus der gleichen Modellreihe eines Herstellers wählen, um die größtmögliche Kompatibilität zu erreichen.

Unsere Ratgeber zu Powerline

Aktuelle Meldungen zu Powerline