Die meisten Mobilfunkanbieter geben in unregelmäßigen Abständen
Karten mit ihrer Netzabdeckung heraus. Farbig ist das Versorgungsgebiet eingezeichnet,
während einige Punkte weiß bleiben, wo keine Abdeckung besteht.
Aber weiße Flecken sind nicht das einzige Problem bei der
Netzwahl. Auch Sprachqualität und Netzverfügbarkeit sind wichtige
Punkte.
Wenn man sich verschätzt hat, ob man einen Privat- oder
Geschäftstarif braucht, kann man meist die Vertragsvariante wechseln.
Auf das gewählte Netz ist man hingegen meist für zwei Jahre festgelegt.
Netzabdeckung:

Generell lässt sich sagen, dass sämtliche Netzbetreiber ihre GSM-Netze in Deutschland nahezu flächendeckend ausgebaut haben. Zwar mussten die Kunden der E-Netzbetreiber E-Plus und o2 anfangs mit mehr Funklöchern kämpfen, doch mittlerweile gibt es kaum noch Ort in Deutschland, in denen es keine Mobilfunkversorgung gibt.
o2 Germany (vormals: Viag Interkom) hat sich in den ersten
Jahren eines Tricks bedient: Das jüngste Netz war zwar hinsichtlich der Netzabdeckung noch nicht so gut ausgebaut wie die der drei Konkurrenten, bot seinen Kunden jedoch per T-Mobile-Roaming (National Roaming) die Möglichkeit, auch im T-Mobile-Netz telefonieren
zu können. Das Handy mit o2-Karte wechselt das Netz automatisch, sobald o2 nicht mehr empfangen werden
kann. Mittlerweile hat o2 das D1-Roaming nach und nach abgeschaltet, weil die o2-Infrastruktur mittlerweile ebenfalls flächendeckend ausgebaut ist. Für o2 ist es unwirtschaftlich, die eigenen Kunden über das T-Mobile-Netz telefonieren zu
lassen, wenn man selbst ein verfügbares Netz hat.
Netzverfügbarkeit:

In letzter Zeit beklagen Mobilfunk-Kunden in Großstädten immer wieder
Netzprobleme. Das Netz ist zwar prinzipiell verfügbar, aber
man kann nicht telefonieren, da keine Kanäle mehr frei sind. An
einem Sendemast eines Mobilfunknetzes können sich beliebig
viele Handys anmelden, aber es gibt eine Höchstgrenze, wie viele
Handys gleichzeitig telefonieren können. Die genaue Zahl hängt davon
ab, wie gut ein Sendemast bestückt ist. Die E-Netze haben hier
grundsätzlich bessere Möglichkeiten, da ihnen etwa doppelt so viele Frequenzkanäle zur
Verfügung stehen wie den D-Netzen. So kommt es, dass in Ballungsgebieten die D-Netz-Sendemasten
bereits bis zu ihrer maximalen Kapazität ausgebaut sind und die E-Netze noch
Kapazitäten frei haben.
Ein weiterer Unterschied ist, dass die E-Netz-Sendemasten
engmaschiger aufgebaut sind als die der D-Netze der ersten
Generation. Umgekehrt haben die D-Netze deutlich mehr Kunden. Der
durchschnittliche E-Netz-Sendemast muss also weit weniger Handys
bedienen als der D-Netz-Sendemast. Weil aber gerade E-Plus mit Flatrate-Tarifen auf Kundenfang geht, nimmt die Auslastung des E-Plus-Netzes zu. Außerdem arbeitet dieser Netzbetreiber verstärkt mit Prepaid-Discountern zusammen, die ebenfalls zunehmend Kapazitäten belegen.
Allerdings arbeiten auch die D-Netze seit längerer Zeit an der Aufhebung der
Engpässe, beispielsweise durch Mikrozellen. Auch haben die D-Netze
noch zusätzliche E-Netz-Frequenzen ersteigert, mit denen sie
ihre bisher reinen D-Netze in den Ballungszentren entlasten können.
Bereits seit Mitte 2000 sind die ersten entsprechenden Masten
betriebsbereit. Dort sind D1 und D2 dann kombinierte D- und E-Netze. Mittlerweile benutzen aber auch die E-Netz-Betreiber Sender im 900 MHz-Bereich.
nächste Seite:
Auswahlkriterien