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Festnetz Internet Mobilfunk Handy & Co. Meldung Meinung Service teltarif.de 21.03.2010 


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Mobile Payment: In Deutschland bisher ohne Erfolg

http://www.teltarif.de/mobile-payment

Hierzulande bislang Einzellösungen und Pilotprojekte


Die Idee des "Mobile Payment", dem Bezahlen per Handy, ist nicht neu: Anstatt viele verschiedene Karten mit jeweils einer eigenen PIN für den bargeldlosen Zahlungsverkehr mit sich zu führen, soll es ausreichen, nur noch sein Handy mit einer zusätzlichen Geheimzahl neben der normalen Handy-PIN dabei zu haben und damit bargeldlos einkaufen zu können.
     Das Bezahlen wäre dann denkbar einfach: In der Regel ruft der Kunde, der sich vorher registriert hat, mit seinem Handy eine Nummer an und bestätigt im automatisierten Verfahren die Transaktion durch die Eingabe einer persönlichen Identifikationsnummer. Bei alternativen Verfahren nennt er dem Partnerunternehmen einfach seine Handynummer und erhält kurz darauf einen Rückruf. Auch hier muss die Zahlung anschließend bestätigt werden.
     In Deutschland ist es allerdings bisher nicht gelungen, auch nur ein halbwegs akzeptiertes System zu etablieren. Gescheitert sind hierzulande schon Dienste wie Paybox im Jahr 2003, dem durchaus Potenzial attestiert wurde, oder Luupay, der im März 2009 einstellt wurde und zuvor neben seinem Prepaid-Auflade-Service die Zahlung bei wenigen kleinen Händlern sowie das "Versenden" von Geld an angemeldete Freunde und Bekannte ermöglichte.

mpass: Mobile Payment bei Vodafone und o2

Damit bleibt im Markt der umfassenden Mobile-Payment-Dienste nicht mehr viel übrig: Mit mpass gibt es einen mobilen Bezahldienst von Vodafone und o2, bei dem Handy-Nutzer (Kunden anderer Netzbetreiber oder Prepaid-Kunden müssen sich vorab mit Angabe ihrer Bankverbindung beim Anbieter registrieren) mit ihrem Handy mobil bezahlen können, wenn der entsprechende Händler die Zahlungsvariante unterstützt - und diese Unterstützer sind spärlich. Mittels Mobilfunknummer, PIN und anschließender Sicherheit-SMS wird die Zahlung bestätigt, der Betrag dann vom hinterlegten Bankkonto eingezogen.

Bahn- und Lufthansa-Tickets sowie Briefmarken per Handy

Auch wenn sich keine Branchen- bzw. Dienstleistungs-übergreifende Lösung durchgesetzt hat, gibt es verschiedene Einzellösungen, die das Bezahlen per Handy oder Smartphone in unterschiedlicher Form erlauben. Wir haben diverse Dienste für Sie zusammengestellt:

Anbieter /
Dienst
Funktion Adresse Details
Deutsche Bahn MMS-Ticket /
Reservierung
mobile.bahn.de - ab 51 Kilometer Strecke
- keine Aktionsangebote buchbar
Lufthanse Ticketkauf /
Reservierung /
Einchecken
mobile.lufthansa.com - Miles-&-More-Nummer o.
Registrierung auf Homepage erforderlich
- Zahlung per Kreditkarte oder Lastschrift
Deutsche Post Handy-Porto per SMS mit Kennwort
"Brief" o. "Karte" an 22122
- per Handy empfangenen Code
auf Brief notieren
- 85 Cent/Postkarte
bzw. 95 Cent/Brief
zzgl. Entgelt für Bestellung

Handyparken schon in verschiedenen Großstädten möglich

Das "Handyparken", also den Kauf eines Parkscheins für das Auto per Mobiltelefon, bieten mehrere auch überregionale Anbieter in Deutschland an. Grundsätzlich funktioniert das mobile Parken überall auf die gleiche Weise: Nach einmaliger Registrierung sendet das Parkunternehmen dem Interessenten eine Vignette zu, die innen an die Windschutzscheibe geklebt werden muss. Über den Code auf dieser Vignette können Politessen später die Gültigkeit eines Parkvorgangs kontrollieren. Nur in wenigen Städten erfolgt die Überprüfung allein auf Basis des Kennzeichens.
     Wer nun in einer kostenpflichtigen Zone parkt, liest zunächst den vom Parkanbieter speziell angebrachten Code auf dem nächstgelegenen Parkscheinautomaten ab. Diesen übermittelt der Parkende dann via Hotline - das System weiß entsprechend, wo und zu welchem Tarif geparkt werden soll. Kehrt der Nutzer zu seinem Auto zurück, stoppt er den Parkvorgang per erneutem Anruf, wenn nicht eine feste Endzeit definiert wurde.
     Die Anbieter berechnen stets nur die Parkgebühren, die am entsprechenden Ort auch für "normale" Parker mit Münzeinwurf anfallen würden - hinzu kommen aber die Kosten für den Anruf bei der Hotline, die oft mittels klassischer Festnetznummer realisiert wird.

Mobile Payment mittels "Near Field Communication"

Ausgewählte NFC-Projekte
Deutsche Bahn: Touch & Travel
Rhein-Main-Verkehrsverbund
Eine NFC (Near Field Communication) genannte Technik soll indes das automatische Bezahlen per Mobiltelefon ermöglichen: Das Handy fragt einen in einem Terminal verbauten NFC-Chip ab, sobald die Distanz nur noch wenige Zentimeter beträgt. Dazu müssen freilich auch die Handys NFC-fähig sein. Mobile Payment per NFC wird aktuell lediglich für einige Pilotprojekte verwendet, entsprechend sind passende Handys rar gesät: Von Nokia gibt es zum Beispiel das Nokia 6131 NFC, auch Motorola bietet entsprechende Hardware.

Mobile Payment: Hierzulande kein Interesse

Mobile Payment hat er hierzulande schwer: Egal als wie gut ein System gilt, es wird einfach nicht angenommen. Das hat auch etwas mit Gewohnheit zu tun, denn Zahlen mit dem Handy - gerade auch für größere Beträge - ist den meisten Nutzern einfach fremd. Zudem gibt es in Deutschland mit der EC-Karte ein System für bargeldloses zahlen, das sich durchgesetzt hat - und das noch einfacher zu bedienen ist. Somit dürften es auch neuere Systeme schwer haben, auf dem Markt Fuß zu fassen - selbst wenn Sie in Punkto Sicherheit noch so gut sind.

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2009-IV, Erwachsene ab 14 Jahre