Die Idee des "Mobile Payment", dem Bezahlen per Handy, ist nicht neu: Anstatt viele verschiedene Karten mit
jeweils einer eigenen PIN für den bargeldlosen Zahlungsverkehr mit sich zu
führen, soll es ausreichen, nur noch sein Handy mit einer zusätzlichen
Geheimzahl neben der normalen Handy-PIN dabei zu haben und damit bargeldlos einkaufen
zu können.
Das Bezahlen wäre dann denkbar einfach: In der Regel ruft der Kunde, der sich vorher
registriert hat, mit seinem Handy eine Nummer an und bestätigt im automatisierten Verfahren die Transaktion durch die Eingabe
einer persönlichen Identifikationsnummer. Bei alternativen Verfahren nennt er dem
Partnerunternehmen einfach seine Handynummer und erhält kurz darauf
einen Rückruf. Auch hier muss die Zahlung anschließend bestätigt werden.
In Deutschland ist es allerdings bisher nicht gelungen, auch nur ein halbwegs
akzeptiertes System zu etablieren. Gescheitert sind hierzulande schon Dienste wie
Paybox im Jahr 2003, dem durchaus Potenzial attestiert wurde,
oder Luupay, der im März 2009
einstellt wurde
und zuvor neben seinem Prepaid-Auflade-Service die Zahlung bei wenigen kleinen
Händlern sowie das "Versenden" von Geld an angemeldete
Freunde und Bekannte ermöglichte.
mpass: Mobile Payment bei Vodafone und o2

Damit bleibt im Markt der umfassenden Mobile-Payment-Dienste nicht mehr viel übrig:
Mit mpass gibt es einen mobilen Bezahldienst von
Vodafone und o2,
bei dem Handy-Nutzer (Kunden anderer Netzbetreiber oder
Prepaid-Kunden müssen sich vorab mit Angabe
ihrer Bankverbindung beim Anbieter registrieren)
mit ihrem Handy mobil bezahlen können,
wenn der entsprechende Händler die Zahlungsvariante unterstützt - und diese Unterstützer sind spärlich.
Mittels Mobilfunknummer, PIN und anschließender Sicherheit-SMS
wird die Zahlung bestätigt, der Betrag dann vom hinterlegten Bankkonto eingezogen.
Bahn- und Lufthansa-Tickets sowie Briefmarken per Handy

Auch wenn sich keine Branchen- bzw. Dienstleistungs-übergreifende Lösung durchgesetzt hat,
gibt es verschiedene Einzellösungen, die das
Bezahlen per Handy oder Smartphone in unterschiedlicher Form erlauben. Wir haben diverse Dienste
für Sie zusammengestellt:
 | Anbieter / Dienst |
 | Funktion |
 | Adresse |
 | Details |
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 | Deutsche Bahn |
 | MMS-Ticket / Reservierung |
 | mobile.bahn.de |
 | - ab 51 Kilometer Strecke - keine Aktionsangebote buchbar |
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 | Lufthanse |
 | Ticketkauf / Reservierung / Einchecken |
 | mobile.lufthansa.com |
 | - Miles-&-More-Nummer o. Registrierung auf Homepage erforderlich
- Zahlung per Kreditkarte oder Lastschrift |
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 | Deutsche Post |
 | Handy-Porto |
 | per SMS mit Kennwort "Brief" o. "Karte" an 22122 |
 | - per Handy empfangenen Code auf Brief notieren - 85 Cent/Postkarte bzw. 95 Cent/Brief zzgl. Entgelt für Bestellung |
 |
Handyparken schon in verschiedenen Großstädten möglich

Das "Handyparken", also den Kauf eines Parkscheins für das Auto per Mobiltelefon,
bieten mehrere auch überregionale Anbieter in Deutschland an.
Grundsätzlich funktioniert das mobile Parken überall auf die gleiche Weise: Nach
einmaliger Registrierung sendet das Parkunternehmen dem Interessenten eine Vignette zu,
die innen an die Windschutzscheibe geklebt werden muss. Über den Code auf dieser
Vignette können Politessen später die Gültigkeit eines Parkvorgangs kontrollieren.
Nur in wenigen Städten erfolgt die Überprüfung allein auf Basis des Kennzeichens.
Wer nun in einer kostenpflichtigen Zone parkt, liest zunächst den vom Parkanbieter
speziell angebrachten Code auf dem nächstgelegenen Parkscheinautomaten ab.
Diesen übermittelt der Parkende dann via Hotline - das System weiß entsprechend, wo und zu welchem Tarif
geparkt werden soll. Kehrt der Nutzer zu seinem Auto zurück, stoppt er den Parkvorgang per erneutem
Anruf, wenn nicht eine feste Endzeit definiert wurde.
Die Anbieter berechnen stets nur die Parkgebühren, die am entsprechenden Ort auch für "normale"
Parker mit Münzeinwurf anfallen würden - hinzu kommen aber die Kosten für den Anruf bei der Hotline,
die oft mittels klassischer Festnetznummer realisiert wird.
Mobile Payment mittels "Near Field Communication"

Eine NFC (Near Field Communication) genannte Technik soll indes
das automatische Bezahlen per Mobiltelefon ermöglichen:
Das Handy fragt einen in einem Terminal verbauten NFC-Chip ab, sobald
die Distanz nur noch wenige Zentimeter beträgt. Dazu müssen freilich auch die
Handys NFC-fähig sein. Mobile Payment per NFC wird aktuell lediglich für einige
Pilotprojekte verwendet, entsprechend sind passende Handys rar gesät:
Von Nokia gibt es zum Beispiel das
Nokia 6131 NFC, auch Motorola bietet entsprechende Hardware.
Mobile Payment: Hierzulande kein Interesse

Mobile Payment hat er hierzulande schwer: Egal als wie gut ein System gilt, es wird einfach nicht angenommen.
Das hat auch etwas mit Gewohnheit zu tun, denn Zahlen mit dem Handy - gerade auch für größere Beträge -
ist den meisten Nutzern einfach fremd. Zudem
gibt es in Deutschland mit der EC-Karte ein System für bargeldloses zahlen, das
sich durchgesetzt hat - und das noch einfacher zu bedienen ist.
Somit dürften es auch neuere Systeme schwer haben, auf dem Markt Fuß zu fassen - selbst wenn Sie
in Punkto Sicherheit noch so gut sind.